Das
Reich in der Weltgeschichte
Dr. Reinhold Oberlercher
Um 30.000 v.Chr. verschwindet der Neandertaler und der Homo
sapiens setzt sich durch. In den Schwankungen der letzten Nacheiszeit
entsteht auf den fruchtbaren Lößanwehungen im Vorfeld
der beiden wechselnden Vereisungsfronten von den Alpen und von
Skandinavien her die nordische Rasse. Die nordische Rasse ist
an den lebhaften Wechsel zwischen rauhem und gemäßigtem
Klima sehr gut angepaßt und nutzt ihn als Antrieb zur
Entfaltung eines dynamischen Wesens, verbunden mit gemäßigtem
Temperament und vorausschauender (spekulativer) Geistesart,
die der Selbstbeherrschung förderlich ist und zum Herrschen
befähigt. Diese Eigenschaften bestimmten die nordische
Rasse zum Impulsgeber der Völkerentstehung und zum Auslöser
von Hochkulturen.
Gegen 10.000 v.Chr. war die Nach-Würmeiszeit beendet und
Nordeuropa und das Voralpengebiet werden von der nordischen
Rasse wieder in Besitz genommen. In dieser Zeit bildet sich
wahrscheinlich auch das indogermanische Urvolk mit seiner Sprache
des Urindogermanischen heraus, dessen Stammhalter die germanischen
Sprachen sind. Wann die Indogermanen in Mitteleuropa die Landwirtschaft
(zuerst als Gartenbau, dann als Ackerbau) erfunden haben, ist
noch unerforscht.
Sammeln und Jagen sind die beiden unteren Formen der vorgeschichtlichen
Produktionsweise des Menschen, Fischfang und Bergbau ihre beiden
oberen und alle zusammen sind extraktive Industrie, bei der
die Erde dem Abbau (als Arbeitsgegenstand) dient. In allen Formen
des Landbaues dagegen dient die Erde dem Anbau (als Arbeitsmittel).
Diese neusteinzeitliche Umkehrung des Mensch-Erde-Verhältnisses
(neolithische Revolution) eröffnet die Geschichte. Der
Bau von Booten und die Knüpfung von Netzen durch seßhafte
Fischer ist nach dieser Logik ebenso noch ein vorgeschichtliches
Tun wie die Gewinnung von Eisen, Kupfer und Zinn durch Bergleute,
die vom Feuersteinabbau zum Erzabbau übergegangen sind.
Vom indogermanischen Urvolk, das bis ins 3. Jahrtausend v. Chr.
noch in seiner Urheimat in Mittel- und Nordeuropa zusammenlebte,
ging wahrscheinlich der Anstoß zur sumerischen Hochkultur
(Erfindung der Keilschrift) im Mündungsgebiet des Euphrat
und Tigris seit 4000 v. Chr. aus, denn Sumer war ein hanseartiger
Städtebund, hatte eine triadische Leitvorstellung von der
Götterwelt und kannte den Jenseitsglauben. Die Indogermanen
in Gestalt norddeutscher Megalithiker wurden bei der Entfaltung
der altägyptischen Hochkultur seit ca. 3000 v. Chr. wirksam.
Seit 2500 v. Chr. revolutionierten Indogermanen, die sich Arier
nannten, den vorderen und mittleren Orient, indem sie in Kleinasien
(heutige Türkei) die hethitischen Stadtstaaten, in Persien
die frühiranische Kultur und im Industal die frühindische
Hochkultur (Sanskrit) begründeten.
Eine andere indogermanische Gruppe, die Tocharer, gelangte bis
zum Oberlauf des Gelben Flusses und beeinflußte dort seit
ca. 1500 v. Chr. die frühchinesische Flußkultur am
Unterlauf des Gelben Flusses (Huangho).
Im Griechenland des 3. Jahrtausends begründeten die Indogermanen
die Helladische Kultur, zu Beginn des 2. Jahrtausends dann die
Mykenische Kultur (Achäer) bis an die Küsten Kleinasiens
hin. Im 2. Jt. v. begann die Indogermanisierung Italiens und
in Zentralanatolien errichteten die Indogermanen das Hethitische
Reich.
Um 1200 v. Chr. wurden alle damaligen Hochkulturen Opfer von
(kosmisch bedingten?) Naturkatastrophen. Diese Naturkatastrophen
veranlaßten auch die großen Wanderungszüge
der bronzezeitlichen Frühgermanen aus Mittel- und Nordeuropa
(Urnenfelderkultur) in den Mittelmeerraum. Dort legten sie den
Grund des klassischen Altertums. Aus ägyptischen Quellen
sind diese Züge als Angriffe der "Seevölker",
aus griechischer Überlieferung als "dorische Wanderung"
bekannt.
Für Deutschland kann die Steinzeit wie die Bronzezeit sinnvoll
in je drei Perioden eingeteilt werden. Die Neusteinzeit (Neolithikum)
von ca. 4000-2000 v. Chr. gilt in Mittel- und Nordeuropa archäologisch
als die "Zeit der geschliffenen Steine", wirtschaftsgeschichtlich
aber als Zeit der Erfindung von Ackerbau und Viehzucht (= neolithische
Revolution). Die darauf aufbauende Bronzezeit (2000-800 v.)
war eine Hochkultur, die, bevor sie um 1200 v. Chr. in Katastrophen
und Kriege überging, schon die Eisenverarbeitung entwickelt
und also die bis heute anhaltende Eisenzeit vorbereitet hatte,
die man gemeinhin ab 800 v. datiert und die sich um 1800 n.
Chr. mit der industriellen Revolution in die Stahlzeit verwandelte
und im 20. Jh. mit dem "geschliffenen Eisen" der Edelstahlzeit
endete, nachdem die Revolution der chemischen Industrie in Deutschland
eine Fülle maßgeschneiderter Rohstoffe entwickelt
und die Kunststoffzeit eröffnet hatte. Es ist also sinnvoll,
die Zeitspanne von 2000 v. bis 2000 n. als Metallzeit von der
Steinzeit einerseits und der Kunststoffzeit andererseits abzugrenzen.
In Deutschland wurde nicht nur das geschliffene Steinbeil, sondern
auch programmierbarer Buchdruck, Fahrrad, Automobil und programmierbare
Rechenmaschine erfunden, die sich bald auf der ganzen Welt fanden.
Die Zeitspanne von der neolithischen bis zur industriellen Revolution
ist die von der Vorgeschichte abgehobene Geschichte, die wir
betrachten. Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, weil das
Ziel der industriellen Revolution noch nicht erreicht ist. Revolutionen
sind Umkehrungen wesentlicher Verhältnisse des Menschen,
so daß neue und höhere Verhältnisse für
ihn wesensbestimmend werden. In der vorgeschichtlichen Kultur
der Jäger und Sammler ist die Erde Arbeitsgegenstand des
Menschen; in der neolithischen Revolution wird dies Verhältnis
umgekehrt und die Erde insgesamt ein Arbeitsmittel der hochkomplexen
Art, d.h. ein natürlicher Wirkzusammenhang oder die vorhandene
Maschine, die der Mensch kultiviert, also pflegt, wartet und
bedient nach Versuch, Irrtum und Erfahrung, ohne den Zusammenhang
schon genau verstanden zu haben.
Die industrielle Revolution schließlich vollführt
eine weitere Umkehrung: Die vorhandenen Maschinen (Naturprozesse)
des Ackerbauern und Viehzüchters werden in zuhandene Maschinen
(angeeignete Naturprozesse) des Maschinenbauers und Maschinenbedieners
verwandelt. Die neolithische Revolution ist wie die industrielle
heute noch nicht beendet, weil die Umwandlung von Gegenständen
der menschlichen Arbeit in ihre Mittel ebensowenig aufgehört
hat wie die Verwandlung der Mittel aus vorgefundenen (vorhandenen)
in angeeignete (nachhandene). Auch wenn es dem Menschen dereinst
gelungen sein wird, sein Erbgut zu synthetisieren und sein Gehirn
nachzubauen, ist die industrielle Revolution nicht beendet,
denn dann gibt es immer noch eine Weltschöpfungsmaschine
zu bauen, die den Geist selber imitiert.
z.B. Ägypten
Um 3000 v. wurde Unter- und Oberägypten vereint und damit
das Niltal vom Delta bis zum ersten Katarakt zu einer Wirtschaftsgemeinschaft
zusammengeschlossen. Damit nämlich das regelmäßig
überschwemmte Niltal landwirtschaftlich zu nutzen ist,
müssen zu gegebener Zeit Dämme, Deiche, Kanäle
und Gräben gemeinsam gebaut werden, um den Boden zu bewässern
und durch den mitgeführten Schlamm aus dem abessinischen
Hochland zu düngen. Im Oktober hat der anschwellende Nil
seinen Höchststand. Im Jahre 2769 v. Chr. wurde in Ägypten
der Kalender vom Mond- auf das Sonnenjahr umgestellt. Astronomie
und Geometrie finden im Niltal früh breite Anwendung, aber
haben dort vermutlich nicht ihren Ursprung.
Die Bewirtschaftung des Niltales erforderte einen zentralisierten,
einheitlichen Betrieb, an dessen Spitze Pharao (das große
Haus) stand, der eine Wirtschaftsbürokratie unter sich
hatte. Altägypten war eine der ersten Zentralverwaltungswirtschaften
der Weltgeschichte: die Volkswirtschaft war wie eine große
autarke Hauswirtschaft. Der Verwaltungsaufwand war entsprechend
groß. Verwaltungsmittel war die Bilderschrift (Hieroglyphen)
und das Papier aus dem Mark der Papyrospflanze.
Im letzten Viertel des 3. Jahrtausends verfällt mit der
Zentralgewalt und der zentralen Wirtschaftsverwaltung das Alte
Reich und Ägypten erlebt eine Zwischenzeit seiner Geschichte,
benannt nach Herakleopolis, Sitz der 9. und 10. Dynastie und
Kultstätte des mit Herakles identifizierten widderköpfigen
Gottes Harsaphes, in der es von der nordischen Rasse beeinflußt
wird. Die Herakleopoliten vertrieben die Nomaden, die ins Nildelta
eingedrungen waren, und schufen eine Schicht freier Bauern und
Bürger. Der ägyptische Einheitswirtschaftsstaat wird
im Mittleren Reich (2040-1730 v.) wiederhergestellt.
Von 1730-1540 v. war Ägypten von asiatischen Fremdherrschern
regiert, den sog. Hyksos ("Herrscher der Fremdländer").
Die ägyptische Überlieferung setzt in dieser Zeit
der nomadischen Gegengeschichte fast völlig aus. Die Befreiung
Ägyptens ist von Theben, dem Hauptort Oberägyptens,
ausgegangen. Die Hyksos-Fremdherrschaft in Ägypten beendet
das Mittlere Reich und ist ein Beispiel der Unterwerfung von
Bauernvölkern durch Nomadenstämme. In der jüdischen
Überlieferung wird die unmäßige Ausbreitung
der Juden in Ägypten mit der Hyksos-Zeit, die daran anschließende
ägyptische Gefangenschaft und die Flucht nach Palästina
mit der Regierungszeit Ramses II. (1290-1224 v.) verbunden.
Unter dem Pharao Merenptah, dem Nachfolger Ramses II., siegt
Ägypten in der Schlacht im Nildelta 1220 v. über die
von Libyen, Palästina und der See her angreifenden Frühgermanen
(Seevölker, Dorer, Philister).
z.B.
Zweistromland
Das Zweistromland verdankt dem Euphrat und Tigris seine Fruchtbarkeit.
Die Schneeschmelze im armenischen Hochland führt zum Anschwellen
der beiden Flüsse, die im April und Mai das flache Land
überschwemmen. Gemeinschaftlicher Deich-, Damm-, Kanal-
und Bewässerungsbau sind Voraussetzung der Landwirtschaft,
um den Boden vor Versumpfung oder Austrocknung zu bewahren.
Zentralverwaltung der Wirtschaft war also von der Natur des
Landes her erforderlich. Die Stadt, das Land und die Leute waren
in den Staaten von Sumer Eigentum des Stadtgottes und Besitz
seines Stellvertreters, des Oberpriesters. Die Sumerer haben
die Keilschrift erfunden und zu einer Silbenschrift entwickelt.
Die nicht in öffentliche Arbeiten der Bewässerung
des Bodens und der Befestigung der Städte verwendete Mehrarbeit
wurde in Tempelhandwerker angelegt, deren Produkte teils in
den Luxuskonsum der theokratischen Oberschicht, teils in den
auswärtigen Handel als Waren eingingen. Wie in Ägypten
(und später in der Sowjetunion) gab es also ein staatliches
Außenhandelsmonopol.
Semitische Nomadenstämme unter Sargon infiltrierten und
eroberten die sumerischen Stadtstaaten und errichteten das Akkadische
Reich um 2400 v. Bergnomadische Semiten unter Hammurabi zerstören
das Akkadische Reich und errichten das Babylonischen Reich um
1700 v. als ein Gesetzesregime. Das Assyrische Reich schließlich,
das von dem im Norden des Zweistromlandes wohnenden semitischen
Volk der Assyrer um 900 v. gebildet wird, bringt den Weltunterwerfungsanspruch
einer nomadischen Theokratie zur vollen Ausprägung. Seit
dem Ende des 7. Jh. v. wird es vom Neubabylonischen Reich abgelöst,
dessen bedeutendster König Nebukadnezar II. 587 v.Chr.
Jerusalem zerstört und die Juden in die babylonische Gefangenschaft
abführt. Deportation, Vertreibung und Völkermord mit
dem Anspruch der Unterwerfung aller Völker unter die Eine-Welt
sind also Kennzeichen der nomadischen Weltbemächtigung.
z.B. Griechenland
In der orientalischen Welt ist einer frei, in der antiken Welt
sind es einige. Die antike Welt ist das Ergebnis geschichtlich
bewegter Zeiten und aus Eroberungen geboren, wobei die unterworfenen
Bevölkerungen als sprechendes Zubehör ("instrumentum
vocale") des eroberten Landes entweder versklavt, verknechtet
oder doch entpolitisiert, also zu bloßen Privatrechtssubjekten
herabgedrückt werden. In der antiken Welt sind die Eroberer
und ihre Nachkommen frei, die Eroberten unfrei. In der orientalischen
Welt dagegen ist nur einer im Lande frei: sein Despot. Unfrei
hingegen sind die seinem "Großen Haus" (dem
Pharao oder der Volksgemeinschaftswirtschaft) angehörigen
Volksgenossen.
Ansich ist auch der Despot unfrei, denn er ist nur der Vogt
des Gottes, welcher der Alleineigentümer der Stadt ist.
Allerdings gewinnen die orientalischen Despoten sekundäre,
bloß weltliche Freiheit im Rechtsverkehr untereinander
(Außenhandels-monopol der Zentralverwaltungswirtschaften).
In der antiken Welt sind die Stadtgründer und ihre Nachkommen
frei, sie haben das volle Bürgerrecht. Sie sind Spartiaden
(Sparta) oder Eupatriden (Athen) oder Patrizier (Rom). Die Nachfahren
der Gründerfamilien personifizieren die politische Gemeinschaft,
die später Zugezogenen sind als Periöken (Sparta),
Metöken (Athen) oder Plebejer (Rom) politisch rechtlose
Volksgenossen, also bloße Privatleute, oder doch politisch
minderberechtigt. Dagegen die Masse der versklavten Urbevölkerung
(und Kriegsgefangenen) verbleibt nicht nur in politischer, sondern
auch in privater Unfreiheit. Die griechische Kolonisation der
Küsten des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres belebte
immer wieder auf´s Neue diesen Gegensatz von Gründern
und Nachzüglern, von Aristokraten und Demokraten.
Die Staaten der klassisch-antiken Welt sind Gründungen
von nordischen Eroberern, ihr Idealtypus ist Sparta als Neugründung
der dorischen Wanderung. Die Krone des klassischen Griechenlands
aber errang Athen als der Ort, an dem sich die helladische (3.
Jt.) und die achaische (2. Jt.) Eroberung gegen die dorische
behauptet hatte. Die Blüte Griechenlands ruhte auf dem
siegreichen Bündnis von Sparta und Athen (unter spartanischer
Führung) in den Perserkriegen, der Niedergang Griechenlands
nach dem Peleponnesischen Krieg entsprang der athenisch-demokratischen
Hegemonie und der daraus entstehenden Feindschaft zur konservativen
Landmacht Sparta. In Griechenland zeigt sich erstmals der Zyklus,
daß in der Rivalität zwischen See- und Landmacht
zuerst die Seemacht die Oberhand gewinnt, auf Dauer aber der
Landmacht sich unterordnen muß. Nach der Niederringung
der athenischen Hegemonie im Peleponnesischen Krieg (431-04)
geht die Vorherrschaft in der griechischen Welt der Reihe nach
an die Landmächte Sparta, Theben (Leuktra 371) und Makedonien
(Chäronea 338) über. Mit der Hellenisierung der antiken
Welt (334-24) durch Alexander von Makedonien und seine Nachfolger
(Diadochenreiche) wird das Griechische zur Weltverkehrssprache
und die griechische Hochkultur verflacht mit dem Vorrang der
Weltmarktwirtschaft vor den lokalen und nationalen Eigenwirtschaften
zur Weltzivilisation. Von der bäuerlichen Landmacht Rom
wurde die Weltzivilisation des Hellenismus dann im 2. und 1.
Jh. v. unterworfen.
Höhepunkt der griechischen Geschichte war der Perserkrieg.
Um 550 v. hatte Kyros das Perserreich unter Führung der
beiden indogermanischen Völker der Meder und der Perser
gegründet, wodurch die kleinasiatischen Griechenstädte
unter persische Herrschaft gerieten, wogegen sie 500 v. den
von Athen unterstützten Aufstand wagten. Im anschließenden
Krieg mit dem persischen Weltreich errang Griechenland für
das Abendland glänzende Siege über die vielfach größere
Masse des Morgenlandes: Marathon 490, Salamis 480, Platää
479. Nach dem Sieg über Persien gründete Athen den
Attischen Seebund und wurde der Hegemon Griechenlands. Diese
Periode erreichte ihren Höhepunkt im Zeitalter des Perikles
446-31.
Die verfassungspolitische Entwicklung Athens ging den klassischen
Weg von der Königsherrschaft (Monarchie der Frühzeit)
über die Adelsherrschaft (kodifiziert durch Drakon 621
v.) hin zur Volksherrschaft (Solon 594, Peisistratos 560, Kleisthenes
508). Die Demokratie in Athen, nachdem sie unter Perikles zur
legalen Tyrannis vollendet worden war, endete wie ganz Griechenland
in der zweiten Königsherrschaft (makedonische Monarchie
der Spätzeit).
z.B. Rom
Um 510 v.Chr. beendete in Rom ein Aufstand der Patrizier die
(zuletzt etruskische) Königsherrschaft und errichtete die
Republik der Patrizier (Aristokratie). Damit begann der Kampf
der politisch rechtlosen Plebejer, die bloße Privatrechtssubjekte
waren, um ihre politische Mitbestimmung im Staate. Rom hielt
in seiner ganzen Geschichte den ständischen Gegensatz zwischen
Patriziern und Plebejern aufrecht und erhielt ihn sich als Motor
seiner politischen Entwicklung. Im Jahre 471 v. errangen die
Plebejer das Recht, eigene Volkstribunen zu wählen und
vom Jahre 300 an hatten sie Zugang zu allen Staatsämtern
einschließlich Senat und Pontifikat. Noch in den Parteikämpfen
der Bürgerkriegszeit zwischen Optimaten und Popularen war
der patrizisch-plebejische Gegensatz wirksam und endete mit
dem Sieg der Popularen im Prinzipat seit 31 v., was sich mit
dem Dominat seit 284 n. unter Kaiser Diokletian, dem Sohn eines
dalmatinischen Sklaven, bestätigte. Das Prinzipat war die
römische Form der zweiten Monarchie, das Dominat der römische
Abstieg in die orientalische Despotie.
Der Ständekampf in Rom war begleitet von der Unterwerfung
Italiens bis zum Appenningebirge. Damit hat sich Rom als Hauptlandmacht
im westlichen Mittelmeer etabliert, das mit Karthago, der Hauptseemacht
dieses Raumes, in drei Punischen Kriegen seit 264 aneinandergerät,
die 146 mit der Zerstörung Karthagos enden. Anders als
Griechenland hat Rom zuerst nicht über See, sondern über
Land kolonisiert; Italien wurde durch Militärkolonien sprachlich
latinisiert und kulturell homogenisiert.
Die andauernden Kriege und die Verlagerung der Agrarproduktion
in sklavenbetriebene Latifundien machten viele italischen Bauern
landlos und konzentrierte sie in Rom als Proletariat. Der Volkstribun
Tiberius Gracchus wollte 133 das Staatsland, mit dem die Patrizier
als Großgrundbesitzer ihre Ländereien abgerundet
hatten, an die proletarisierten Bauern verteilen. Er wurde von
Senatoren erschlagen, womit der Bürgerkrieg im Prinzip
eröffnet war. 123 ließ sich Gajus Gracchus zum Volkstribunen
wählen und schlug Bauernkolonien auf karthagischem Gebiet
sowie die Erteilung des römischen Bürgerrechts an
alle italischen Bundesgenossen vor. Mit der letzten Forderung
isolierte er sich vom stadtrömischen Proletariat, dem der
Senat Bauernkolonien in Italien versprach und dann den Gajus
Gracchus stürzte. Sein Versprechen brach der Senat.
Ab 104 reformierte der plebejische Konsul Marius das römische
Heer dahingehend, daß Proletarier, die sich keine eigene
Rüstung leisten konnten, zum Kriegsdienst zugelassen wurden.
Das römische Bürgerheer wurde Söldnerheer. Marius
besiegte die Teutonen und Kimbern 102 und 101. Nach dem dreijährigen
Bundesgenossenkrieg mußte Rom allen Italikern im Jahre
89 das Bürgerrecht verleihen. Der optimatische Konsul Sulla
besetzt mit seinen Söldnern 88 Rom und massakriert Parteigänger
des Marius (Popularen). Als Sulla in Asien Krieg führt,
kehrt Marius nach Rom zurück und massakriert Optimaten.
Im Jahre 83 kehrt Sulla aus Asien zurück, besiegt das Heer
der Popularen, wird 82 vom Senat zum Diktator ernannt und erklärt
die Anhänger des Marius für vogelfrei (Proskriptionen).
Sulla versorgt seine Veteranen mit unveräußerlichen
Landgütern aus den Konfiskationen bei den Proskriptionsopfern.
Er restauriert die Macht des Senats, beschneidet die Rechte
der Volkstribunen, streicht die Sozialleistungen für das
römische Proletariat und gibt nach Vollendung seiner Konservativen
Konterrevolution im Jahre 79 die Diktatur zurück.
Im Jahre 70 zogen die beiden siegreichen Feldherren Pompejus
und Crassus mit ihren Heeren vor den Toren Roms auf, setzten
ihre Wahl zu Konsuln durch und beseitigten Sullas Verfassung.
Nachdem Pompejus die Seeräuber vernichtet und im Orient
siegreich Krieg geführt und der Senat seinen Veteranen
die versprochenen Bauernstellen vorenthalten hatte, bildete
er im Jahre 60 mit Crassus und Cäsar, dem Führer der
Popularen, das erste Triumvirat, das Cäsars Wahl zum Konsul
für 59 durchsetzte; ab 58 bekam Cäsar Südgallien
als Prokonsul, von wo aus er bis 51 ganz Gallien eroberte und
dem Römischen Reich als Provinz einverleibte. Mit dem Gallischen
Krieg hatte Cäsar den Hauptkampfplatz der künftigen
europäischen Geschichte eröffnet und sich in seinem
Heer das Instrument seines Sieges im römischen Bürgerkrieg
geschaffen. Im Jahre 49 überschritt Cäsar mit diesem
Heer den Rubikon und schlug 48 bei Pharsalos das Heer der Senatspartei
(Optimaten), das von Pompejus geführt wurde. Nach Cäsars
Ermordung im Jahre 44 kam es erneut zum Bürgerkrieg zwischen
dem zweiten Triumvirat (Cäsars Adoptivsohn Octavian, seinem
Unterfeldherrn Antonius und seinem Reitergeneral Lepidus) und
den Anhängern der Senatsherrschaft, die 42 in der Schlacht
bei Philippi in Makedonien besiegt wurden. Im Endkampf unter
den Triumvirn der cäsarischen Partei blieb Octavian Sieger.
Seine Regierungszeit von 31 v.-14 n. Chr. - das augusteische
Zeitalter - war der Höhe- und Scheitelpunkt der römischen
Geschichte und eröffnete mit der Prinzipatsverfassung die
römische Kaiserzeit. Mitten im goldenen Zeitalter Roms
gelang im Jahre 9 n. die Befreiung Germaniens durch die Schlacht
im Teutoburger Wald.
Von 391 an war das Christentum Staatsreligion im Römischen
Reich, das 395 endgültig geteilt wurde. Im 5. Jahrhundert
ist Westrom unter die germanischen Hauptstämme aufgeteilt
(Wandalen, West- und Ostgoten, Sweben, Franken, Burgunder, Alemannen,
Sachsen). Als letzte errichten die Langobarden 568 in Norditalien
ein germanisches Königreich. Jetzt erst wird die Agrarrevolution
durchgeführt, an der die Gracchen 133/23 v. scheiterten:
Aus Latifundien wurden Bauernstellen und an die germanischen
Krieger gegen Heeresfolgepflicht verteilt. Das zuvor romanisierte
Europa wurde vom Grund und Boden her germanisiert. Auf die bäuerliche
Grundschicht legte sich bald eine feudale und eine geistige
Germanisierung (Klostergründungen). Mit dem Sieg Germaniens
über Rom triumphiert das Land über die Stadt, die
Bäuerlichkeit über die Urbanität, das Gehöft
über das Forum. Der germanische Dom hebt sich himmelhoch
über Tempel und Pantheon.
Roms Weg in das imperialistische Verhängnis begann mit
der Auflösung des Bauernstandes als Folge der Punischen
Kriege. Roms Multikult war der Untergang der antiken Kultur:
Proletarisierung, Vulgarisierung (Zirkusspiele), Orientalisierung,
Vernegerung. Rom war das Grab der Völker und ihrer Götter,
es war das Weltreich der Sklaverei.
Unsterblich ist der Ruhm unserer Ahnen, die das Weltreich der
Sklaverei vernichteten.
z.B. Germanien
In der antiken Welt sind einige frei, in der germanischen Welt
sind es alle. Jeder ist Rechtssubjekt und jeder ist Pflichtsubjekt,
privat und öffentlich. Der Einzelne mit seiner Familie
hat einen Hof, die Gemeinde hat einen Kirchhof, auf dem das
Gemeinschaftsgefühl der Höfe erzeugt wird und in dessen
Mitte das Haus Gottes steht: der Dom. Jeder Dom (wie zuvor schon
die frühchristliche Basilika) ist die Ausgestaltung eines
dreischiffigen germanischen Langhauses. Im germanischen Dorf
wie in der germanischen Stadt sind nicht nur die Gründerfamilien
vollberechtigt und vollverpflichtet, sondern auch die später
Zugezogenen. Der germanische Staat ist kein Stadtstaat, sondern
ein Hofstaat. Die germanische Stadt ist eine Gründung des
(königlichen) Hofes, sie ist wohlbegründet, weil sie
einen Grundherrn hat. Und schließlich geht auch die industrielle
Revolution vom germanischen Gehöft aus, zuerst vom Mühlenhof
und dem nichtzünftigen Werkhof der Landhandwerker.
Die alten Deutschen waren freie Einzelne, die sich zum Thing
trafen und in dieser Versammlung das Gemeinwesen bildeten, das
den Heerbann auf den Einzelnen ausübte. Der erfolgreiche
Heerzug unter dem Herzog sicherte dem Einzelnen bzw. seinen
nachgeborenen Söhnen ein Allod, d.h. eine Bauernstelle.
Der Thing war also immer auch eine Versammlung von Grundeigentümern
und von Grundstücksanwärtern.
Die bäuerliche Urform des germanischen Gemeinwesens verdoppelt
sich in der feudalen Überschichtung. In der Feudalität
ist das Lehen das Allod, der Lehnsherr der Thing und der Vasall
der dem Heerbann unterliegende Einzelne. Entsprechend wird im
feudalen Dorf der Einzelne zum Fronbauern, das Allod zum belasteten
Hof und der Thing zur Gemeinde. In der germanischen Stadt schließlich
ist der Einzelne als Bürger wieder frei, er hat sein Allod
im städtischen Grundbesitz und im Marktanteil, und seinen
Thing hat er im Rat der Stadt, dem er als Spießbürger
Heeresfolge leisten muß.
Die germanische Form des Gemeinwesens bildet sich dann weiter
zum Feudalabsolutismus, wo der Lehnsherr zum Souverän,
der Vasall zum Untertan und dessen Allod am Gemeinwesen zur
Steuer geworden ist, die sich im Souverän versammelt. Im
Kapitalismus schließlich ist der Einzelne Eigentümer
an sich, der über Grund-, Geld- oder Arbeitsvermögen
verfügt, die sich im Kapital versammeln, das die Individuen
aller Klassen in seinen wirtschaftlichen Heerbann schlägt.
Seine Endform, der heute herrschende Globalismus, ist der Kapitalabsolutismus,
worin das Kapital zum globalen Souverän und jeder Einzelne
weltweit ihm zum Untertan geworden ist. Die Kathedralen des
Kapitals als der Globalreligion überragen jetzt die höchsten
Dome des Abendlandes um ein Vielfaches. Der Kapitalismus in
der Absolutform des Globalismus erzeugt rassische, völkische
und kulturelle Gegenwirkungen, welche die Arbeitskraft - das
Allod-in-sich-selber der Einzelnen, der Völker, der Kulturen
und der Rassen - zum souveränen Moment der weiteren menschlichen
Entwicklung machen werden. Die letzten Stellungen des Kapitalismus
sind daher antirassistisch, kulturrelativistisch und gegenvölkisch
ausgerichtet, der Einzelne wird als alteuropäisches Subjekt
lächerlich gemacht und dem Systemfunktionalismus ausgeliefert.
Im Selbstbehauptungskampf der Rassen, Völker und Kulturen
wie der Männer, die die Geschichte machen, wird der kapitalabsolutistische
Globalismus verenden.
Die Geschichte Germaniens vollzieht sich in drei Kreisen: dem
äußeren, dem mittleren und dem inneren Kreis. Die
Geschichte des äußeren Kreises (I) beschreibt den
Kampf Germaniens mit der Gegengeschichte der militärischen
und zivilen Nomadenstürme, die nicht nur Europa in seiner
germanischen Form, sondern seine Geschichtlichkeit überhaupt
bedrohen. Die Geschichte des mittleren Kreises (II) ist die
Geschichte des germanisierten Europas, von dem das germanische
Europa (Deutschland und Skandinavien) umschlossen wird. Dieser
mittlere Kreis hat einen westeuropäischen und einen osteuropäischen
Bogen. Deutschland schließlich ist das innere Reich Europas,
seine Geschichte ist die des inneren Kreises (III) Germaniens.
I. Im Jahre 375 n. löste der reiternomadische
Hunnensturm die germanische Völkerwanderung aus, die im
5. Jh. zur Auflösung Westroms in germanische Reiche führte,
unter denen das Ostgotenreich Theoderichs d.Gr. und das Frankenreich
Karls d.Gr. herausragte. Letzteres obsiegte Anfang des 9. Jh.
und erbte den römischen Kaisertitel. Es war das Ziel beider
germanischen Reiche, das kontinentalgermanische Gesamtreich
herzustellen. Die Hunnen wurden 451 in der Schlacht auf den
Katalaunischen Feldern besiegt. Das Wandalenreich, 429 in Nordafrika
errichtet, wurde schon 533 von einem oströmischen Heer
unter dem Feldherrn Belisar zerstört (Beta gegen Alpha).
Es konnte im 7. Jh. dem Nomadensturm der islamisierten Araber
keinen Widerstand mehr entgegensetzen. Die Araber eroberten
das Westgotenreich in Spanien und wurden erst 732 von den fränkischen
Panzerreitern des Karl Martell an der Loire besiegt und über
die Pyrenäen zurückgeworfen. Aus Spanien werden die
Araber als Militär- und die Juden als Zivilnomaden erst
1492 vertrieben. Am Ende des 8. Jh. vernichtet Karl d.Gr. die
Awaren, ein steppennomadisches Mongolenvolk, das (wie zuvor
die Hunnen und später die Türken) von der Pannonischen
Tiefebene her Germanien bedrohte.
Von ebendorther raubten im 10. Jh. die Ungarn, die zeitweise
Kärnten und die Ostmark besetzten, Bayern und Schwaben
aus. Heinrich I. besiegt die Ungarn 933 an der Unstrut, Otto
d.Gr. 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg. Seitdem wurden sie
seßhaft, blutmäßig übernordet und Deutschlands
Verbündete. Eine Niederlage Germaniens gegen die Nomaden
mußte Otto II. 982 bei Cotrone in Süditalien einstecken,
wo sich Araber eingenistet hatten, die in der ersten Hälfte
des 11. Jh. von den Normannen wieder verjagt wurden.
Anders als die frühgermanischen Hakenkreuzzüge um
1200 v. sind die Kreuzzüge vom 11.-13. Jh. nicht durch
Naturstürme, sondern durch Nomadenstürme ausgelöst
worden. Die Eroberung Palästinas durch die Seldschuken,
ein intolerantes Türkenvolk, das die christlichen Pilger
von Jerusalem aussperrte, erzwingt die Eroberung Jerusalems
und führt zur Errichtung eines idealen Feudalstaates, des
Königreichs Jerusalem. Das Recht auf das Königreich
Jerusalem ist im 13. Jh. von Friedrich II. erworben und seit
1918 von den Habsburgern an das deutsche Volk übergegangen.
Die Eroberungen der Sarazenen (Araber) und Saladins von Ägypten
im 12. Jh. machten neue Kreuzzüge nötig, die mit der
Räumung von Akkon 1291 endeten. Die Kreuzzüge waren
ein europäischer, gesamtgermanisch-ritterlicher Gegenangriff
auf den türkischen und arabischen Nomadismus und eine Offensive
gegen die orientalische Despotie und ihre asiatische Produktionsweise.
Sie führten zu erweitertem Handel und Kulturaustausch zwischen
den Gebieten der Geschichtsformen Alpha und Gamma.
Um 1240 fallen die Mongolen ein (1241 Schlacht bei Liegnitz).
Den Hauptverlust an Geschichte trugen die Russen mit einer 200jährigen
Tartarenherrschaft, deren formelle Oberherrschaft erst Iwan
III. 1480 beseitigt. 1492 werden Araber und Juden aus Spanien
vertrieben und Amerika wiederentdeckt, was der germanischen
Siedlung neue Räume eröffnet. 1526 erobern die Türken
Ungarn und Kaiser Karl V. kann sie erst 1529 vor Wien schlagen.
In der zweiten Hälfte des 16. Jh. mußten unter Phillip
II. auch christlich-konvertierte Juden und Araber (Mauren) Spanien
verlassen, wodurch das germanische Geblütsrecht bestätigt
und mit der Festlegung eines Standards für ethnische Homogenität
die geschichtliche Voraussetzung der spanischen Volksherrschaft
geschaffen wurde. An der militärnomadischen Front besiegten
Spanien und Venedig 1571 in der Seeschlacht bei Lepanto die
Türken. 1683 stehen schon wieder die Türken vor Wien
und belagern es zwei Monate lang. 1697 nahm Prinz Eugen den
Türken Ungarn, Siebenbürgen, Kroatien und Slawonien
wieder ab, stürmte 1718 Belgrad und sicherte die Militärgrenze
mit deutschen Wehrbauern (Donauschwaben). In den 90er Jahren
des 20. Jh. wird die Militärgrenze wieder von Moslems berannt,
wohingegen die klassischen Nomadenvölker der Mongolen,
Araber und Türken, die Deutschland und Europa bislang militärisch
bedroht hatten, mit einer millionenfachen zivilnomadischen Vorhut
in ganz Europa und am zahlreichsten in Deutschland sich eingegraben
haben. Entsprechend tiefer und gründlicher muß ein
neuer Prinz Eugen die Wunde diesmal ausbrennen.
Gegen die zivilnomadische Invasion der Juden hat sich Europa
durch Totalvertreibungen 1290 aus England, 1396 aus Frankreich,
1492 aus Spanien, 1497 aus Portugal und 1942-44 aus dem Kontinent
sowie durch viele Vertreibungen (z.B. im 15.-16. Jh. aus süddeutschen
Städten und Gebieten) gewehrt, aber auch durch Pogrome
(z.B. Polen 1648, Rußland 1890, Polen 1945-46).
II. Die Geschichte des mittleren Kreises Germaniens
ist die Geschichte nicht des germanischen, sondern des germanisierten
Europas. Dessen Ostbogen ist das sog. slawische Europa. Slawen,
insoweit überhaupt Europäer, sind verknechtete und
vergewaltigte Ostgermanen. Der Ostbogen ist asiatisiertes Ostgermanien.
Der Germanismus der Völker des Ostbogens und damit ihr
europäischer Inhalt kommt ursprünglich, seit dem Hunnensturm
des späten 4. Jh., von innen und von unten. In jüngeren
Jahren dann, seit der Wiederaufnordung Osteuropas im 9. Jh.
und dem Beginn russischer Staatlichkeit, wird der Ostbogen des
mittleren Kreises auch wieder von oben her germanisiert, was
bis zu Katharina II. anhält und im 19. Jh. im siegreichen
deutsch-russischen Bündnis gegen die napoleonische Usurpation
und in der russischen Rückendeckung für die Bismarcksche
Wiedergründung des Deutschen Reiches seine politischen
Früchte trägt. Die russische Literaturblüte des
19. Jh. schließlich ist ein Ergebnis der geistigen Regermanisierung
Rußlands und ein Ereignis europäischer Hochkultur.
Die Slawen im allgemeinen sind Ostgermanen, die von reiternomadischen
Steppenvölkern ethnisch entstellt und durch asiatische
Staatssklaverei moralisch verformt wurden. Trotzdem befreiten
sie sich immer wieder von der steppennomadischen Knute, teils
unter Übernahme reiternomadischer Methoden (Kosakenbewegungen!),
teils unter Ansiedlung deutscher Wehrbauern im ganzen osteuropäischen
Raum, besonders aber im Karpatenbogen (Siebenbürgen), an
der Wolga, im alten ostgotischen Kernraum der Ukraine und der
Krim oder am Kaukasus.
Die slawischen Völker wurden in jeweils besonderer Weise
ethnisch entstellt: die Russen von den Hunnen und den Mongolen,
die Serben von den Türken, die Polen von den Sarmaten und
die Tschechen von den Awaren, wodurch den Trümmern ostgermanischer
Stämme erst ihr jeweiliger Slawismus aufgezwungen wurde.
Die sprachliche Entfremdung vom inneren Germanien begannen im
9. Jh. die Mönche Kyrill und Method, die das Kirchenslawische
(Glagoliza) als Verkehrssprache im ostgermanischen Raum durchsetzten.
Umgekehrt stellen sich die Dinge im Westbogen des mittleren
Kreises dar, der von außen und oben germanisiert worden
ist. Britannien wurde von Cäsar zuerst romanisiert, dann
im 5. Jh. anglisiert und schließlich 1066 französisiert
durch sprachlich entwurzelte Normannen, die für zwei Jahrhunderte
Französisch (gallisches Vulgärlatein) England als
Verkehrssprache aufzwangen. Sprachliche Entfremdung war zuvor
den Franken und Burgundern in Gallien, den Westgoten in Spanien
und den Langobarden in Italien widerfahren, weil den zu regierenden
provinzialrömischen Grundbevölkerungen zum Erwerb
der gemeingermanischen Sprache das freiheitliche Lebensgefühl
mangelte. Rückschläge in den bürokratisierten
spätrömischen Zwangsstaat haben den Westbogen des
germanisierten Europas bis heute begleitet. Von den Römischen
Päpsten bis zu den Römischen Verträgen (EU),
vom Kapitol in Rom bis zum Kapitol in Washington, vom Imperialismus
der Westmächte bis zum Faschismus in Italien wird der Westbogen
von Regressionen in die Geschichtsform der antiken Welt heimgesucht.
Der germanische Lack des Westens blättert ab, das häßliche
Imperium Romanum kommt zum Vorschein. Die beiden 30jährigen
Kriege (1618-48, 1914-45) wie die Gallische Rebellion von 1789
sind Gespensterkämpfe, die die germanische Welt gegen die
Wiedergänger der antiken Welt bestehen mußte. Freiheit
und Treue der Einzelnen und der Völker ist der Grund und
das Banner der germanischen Welt. Zivilisation, Weltfrieden,
Humanismus und Hedonismus verspricht das orientalisierte Spätestrom
der Jetztzeit und bringt doch nur Untergang der Völker,
ihrer Götter, ihrer Sprache und ihrer Kultur. Wenn es den
Völkern, die zum Lichte der Freiheit ihrer eigenen Geschichte
drängen, nicht gelingt, den Imperialismus endgültig
zu begraben, könnte Beta über Gamma, könnten
die Lemuren über die Lebenden triumphieren und das Weltreich
der Sklaverei wiedererrichten.
Im heutigen Frankreich gehört das Gebiet nördlich
der Somme und östlich der Maas zum ehemaligen Austrien
des Fränkischen Reiches, worin die germanische Lebensweise
dominierte. Westlich davon lag Neustrien, wo die fränkischen
Eroberer sich dem gallo-romanischen Lebensstil anbequemen mußten.
Das Einzugsgebiet von Saône und Rhône bis zur heutigen
Ostgrenze gehörte den Burgundern, der Südwesten den
Westgoten. Die Atlantikküste (z.B. die Vendée) gehört
nordischen Fischern und Bauern, die Bretagne den wirklichen
Briten und die Normandie den Skandinaviern. Das Land zwischen
Maas und Rhein gehört Deutschland und wurde dem Reich geraubt.
Westflandern wurde dem flämischen Volk entrissen, dem baskischen
Volk das Menschenrecht auf Souveränität vorenthalten.
Das Königreich Burgund, das in der Stauferzeit zusammen
mit den Königreichen Deutschland und Italien das Heilige
Römische Reich gebildet hatte, wurde vernichtet, das Selbstbestimmungsrecht
der natürlichen Völker mit Füßen getreten.
In Frankreich ist das Staatsvolk der Gallier von Cäsar
bezwungen und verdorben worden, weil es sich mit dem Sieger
identifizierte. Seit der germanischen Eroberung Römisch-Galliens
und seiner Erhebung von der antiken zur germanischen Geschichtsform
kämpft das gallische Element in Frankreich einen römisch-reaktionären,
anti-germanischen Kampf, der in Hugenottenverfolgungen, Bartholomäusnächten,
der Gallischen Rebellion von 1789 und den Ausmordungen der kleinen
Völker seinen inneren, in der Raub- und Zerstörungspolitik
gegen Deutschland seinen äußeren Ausdruck fand. Frankreich
ist ein anti-germanischer, cäsaristischer, zusammengeraubter
Staat, der wie das alte Rom nicht nur das Selbstbestimmungsrecht
der Völker seines Machtbereichs mit Füßen tritt,
sondern auch aktive Vernichtungspolitik gegen die Volkskulturen
betreibt. Das Gebiet der französischen Zivilisation ist
eine Wüste der Kulturen, worin deren Völker geistig
und seelisch verdurstet sind.
III. Das Fränkische Reich war unter den germanischen
Erben Westroms jener Staat, dessen germanische Oberschicht als
erste vom (germanischen) Arianismus zum (römischen) Katholizismus
überging und mit der katholisch-romanischen Grundbevölkerung
sich vereinheitlichte, wodurch das Fränkische Reich unter
den Germanenreichen im ehemaligen Westrom am erfolgreichsten
blieb. Die Besonderung des germanischen vom germanisierten Europa,
die das Frankenreich überspielt hatte, macht sich in den
Teilungsverträgen von Verden an der Maas 843, Meerssen
870 und Ribemont 880 geltend, den Gründungsurkunden des
gemeingermanisch-katholischen Volkes, also den neuen Deutschen,
denen gegenüber die heidnischen Nord- und Ostgermanen vorläufig
noch alte Deutsche (bloße Germanen) bleiben.
Die ost- und mittelfränkischen Stämme wählten
den Franken Konrad I. 911 und den Sachsen Heinrich I. 919 zum
deutschen König. 920 taucht der Begriff Regnum teutonicum
auf. Vom 11. Jh. an wird der deutsche König zugleich römischer
König genannt, dem mit der Kaiserkrönung das Sacrum
Imperium Romanum (Hl. Röm. Reich) zugesprochen war.
In der Zeit der Sachsenkönige 919-1024 haben die weltlichen
Lehnsleute die Erbämter und die geistlichen Lehnsleute
die Ernennämter des Reiches inne. Dieses Reichskirchensystem
wurde im 11. Jh. vom Papst, der sich die weltliche Oberherrschaft
anmaßte, angegriffen (Canossa 1077) und damit das Dasein
des Reiches in Frage gestellt. Im Jahre 1033 gelang der Erwerb
des Königreiches Burgund unter Konrad II., dem ersten der
Frankenkönige (1024-1137). In die Regierungszeit König
Heinrichs IV. (1056-1106) fiel der römische Hauptangriff
auf das Reichskirchensystem (Investiturstreit). In der salfränkischen
Zeit wurden daher verstärkt Unfreie (Ministeriale, edle
Knechte) als Ernennbeamte eingesetzt und damit das Rittertum
begründet, auf das sich auch noch die Staufer 1138-1250
stützten. In der Aufstiegszeit des 12. Jh. wurden die Städte
zu einer weiteren Hauptstütze der Königsherrschaft.
Im Interregnum 1250-73 ruhte die Kraft des Reiches allein auf
dem deutschen Volk und offenbarte sich in der Ostkolonisation
durch Bauern und Bürger.
Die Kolonisation des Ostens durch das deutsche Volk ist die
größte Kulturleistung der Weltgeschichte. Lübeck
(gegründet 1143) und sein Recht war Ausgangspunkt der Kolonisation
über See, Magdeburg und sein Recht bestimmend für
die Kolonisation über Land. In den ersten hundert Jahren
Lübecks waren über hundert Städte lübischen
Rechts im Ostseeraum gegründet worden. In der Hanse als
organischem Teil der deutschen Ostkolonisation war das seegermanische
Element der landgermanischen Sittlichkeit unterworfen. Osteuropa
wurde vom westdeutschen Bevölkerungsüberschuß
der deutschen Bauern- und Bürgerkultur erschlossen und
in das mitteleuropäische Wirtschafts- und Handelssystem
einbezogen. Das deutsch-gemeingermanische Recht wurde bis in
den russischen Raum hinein vorbildlich und auch außerhalb
deutscher Siedlungen geltend.
Das Spätmittelalter (1273-1517) begann mit der Wiederherstellung
der deutschen Königsmacht durch Rudolf I. von Habsburg
(1273-91). Die Goldene Bulle von 1356 etablierte Kurfürsten
und verhinderte weitere Doppelwahlen. Das 14. Jh. wurde durch
die Pest wirtschaftlich und moralisch erschüttert und erlebte
einen geistigen Aufschwung durch deutsche Mystiker und die ersten
deutschen Universitäten (Prag 1348, Wien 1365, Heidelberg
1386, Köln 1388, Erfurt 1392). Zu Beginn des 15. Jh. erlebte
Deutschland dann die Hussitenkriege (1419-36): Ausbrüche
antideutscher Aggression der Slawen als asiatisierter und selbstentfremdeter
Ostgermanen, die bei inneren Krisen alle Deutschgebliebenen
und Deutschredenden hassen.
Das Reformationszeitalter (1517-1648) bewirkte die Stärkung
des germanischen Prinzips in Kerneuropa (Deutschland und Skandinavien),
denn Luthertum ist vollständig germanisiertes Christentum.
Die römische Antwort in Gestalt der Gegenreformation war
eine Reaktion des bloß germanisierten Europas, das im
Kern immer noch römisch-imperialistisch dachte. Erst das
lutherische Christentum war das völlig entorientalisierte
und damit das vollendete Christentum. Weil aber das deutsche
Regnum das reichsbildende Volk und Land im nachrömischen
Europa war, mußte Deutschland den Universalkampf zwischen
Reformation und Gegenreformation, zwischen römischem Imperialismus
und germanisch-reichischer Selbstbestimmung ertragen, was im
Ersten 30jährigen Krieg 1618-48, dessen letzter Teil den
Charakter eines französischen Genozids am deutschen Volk
angenommen hatte und einem Drittel der deutschen Bevölkerung
das Leben kostete, bis zur Erschöpfung ausgefochten wurde.
Den Absolutismus (1648-1789) zählt man vom Westfälischen
Frieden, der die Souveränität der Landeskirchen und
das Prinzip cuius regio eius religio anerkannte, bis zur Gallischen
Revolte von 1789. Die landeskirchliche Souveränität
hat den theologischen Grund der absoluten Monarchie gelegt.
Die französische Monarchie hat vom Luthertum schmarotzt,
was sie mit ihrem definitiven Ende in der Hinrichtung Ludwigs
XVI. am 21.1.1793 bezahlte. Preußen hingegen hat sich
den geschichtlichen Lohn des Luthertums verdient, indem es Luthers
theologische Kategorien in politische Begriffe umsetzte und
"die Polis der Neuzeit" (H.-D. Sander) schuf.
Das Zweite Interregnum (1806-71) war zwar eine kaiserlose, aber
keine schreckliche Zeit. Der antiken Konterrevolution Napoleons
wird durch den siegreichen Deutschen Befreiungskrieg von 1813
das Genick gebrochen. Das Bündnis von Volk und Fürsten,
das den Befreiungskrieg ermöglicht hatte, wird mit der
Nichterfüllung der befreiungsnationalen Einheitsforderung
und mit der Restaurationsepoche von 1815-48 bezahlt. Der nationalrevolutionäre
Einigungsversuch von 1848 wird von den deutschen Hauptmächten
Preußen und Österreich wegen außenpolitischer
Erwägungen zum Scheitern gebracht, die dadurch aber in
die Pflicht zur Herstellung der nationalen Einheit genommen
waren. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 ist Preußen zur
deutschen Führungs- und Österreich zur deutschen Ersatzmacht
bestimmt, was im Deutsch-französischen Krieg 1871 mit der
Gründung des Zweiten Reiches 1871 eingelöst wurde.
Der Aufstieg des Zweiten Reiches wurde 1914-18 durch den ersten
Waffengang des Zweiten 30jährigen Krieges (1914-45) gebremst.
Der zweite Waffengang dieses Krieges wurde 1933 durch eine glänzende
sozialrevolutionäre Offensive (praktisch der zweite deutsche
Befreiungskrieg) vorbereitet, die erst 1945 gestoppt werden
konnte - durch eine Weltkoalition aller sozialreaktionären
Mächte unter Einsatz der größten Militärmacht
aller Zeiten und der Begehung unvergleichlicher und bestialischer
Kriegs- und Waffenstillstandsverbrechen am deutschen Volk, mit
allein sechs Millionen Toten nach dem 8. Mai 1945.
Durch die Verhaftung der Reichsregierung Dönitz und alle
folgenden Eingriffe in die Rechtsordnung des Deutschen Reiches,
insonderheit durch Etablierung zweier Besatzerstaaten 1949,
wurde das europäische Völkerrecht überhaupt zerstört
und eine West-Ost-Doppelherrschaft der kapitalistisch-kommunistischen
Barbarei in Gestalt der Mächte USA und UdSSR errichtet.
Allein im österreichischen Staatsvertrag von 1955 gelang
es, ein Teilgebiet des Deutschen Reiches von Besatzungstruppen
zu säubern.
Die mitteldeutsche Einigungsbewegung von 1989 liquidierte den
Ostzonenstaat und schloß ihn dem Westzonenstaat an. Die
osteuropäischen Völker folgten dem mitteldeutschen
Beispiel, warfen die kommunistische Despotie ab und halbierten
so die Weltherrschaft der Barbarei. Der europäisch-amerikanische
Gegensatz, der Wiederaufstieg Rußlands, die Re-Europäisierung
Amerikas und die völkische Weltrevolution insgesamt werden
die andere, die kapitalistische Hälfte der Weltbarbarei
vernichten. Die völkische Weltrevolution wird die Welt
nach dem Grundsatz Ein-Volk-ein-Staat umgestalten und also auf
die Grundlage des Menschenrechtes eines jeden Volkes stellen.
Dieser Fortgang der Weltgeschichte ist nur mit vielen Halbheiten
und Rückschlägen erwartbar, ganz sicher und vollständig
aber heute schon wünschbar.