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(30.12.05)
Abt.
Überflüssig wie ein Kropf - Offener Brief an die Aktivisten
national-revolutionärer Gruppen von Jürgen Schwab
Liebe
Kameraden,
die NPD ist nun durch die vom VS betriebene Spaltung ihrer sächsischen
Landtagsfraktion schwer angeschlagen. Umso mehr darf es uns nicht
verwundern, daß nun Leute, die schon früher mit dem VS
zusammengearbeitet haben, jetzt die Gelegenheit nutzen, im Sinne
des VS Desinformation zu betreiben. Hinter dem Pamphlet in der Anlage
verbergen sich die beiden „Neonazi-Aussteiger“ Detlef
Nolde und Michael Baatz. Baatz hatte in den neunziger Jahren seine
damaligen Kameraden der Mannheimer NS-Szene bei VS und Polizei denunziert.
Die Folge waren langjährige Gerichtsverfahren gegen die von
Baatz Denunzierten.
Der sogenannte „Aufbruch-Kreis“ ist der Versuch, nationalrevolutionäre
Kräfte, die berechtigte Kritik an NPD und Nationalem Widerstand
üben, in eine unpolitische sektiererhafte Sackgasse zu locken.
Zu der „Erklärung zur Jahreswende“ folgende Richtigstellung:
Die drei Verräter Mirko Schmidt, Klaus Baier und Jürgen
Schön sind nicht deshalb Verräter, weil sie die Partei
NPD verlassen haben, sondern weil sie diesen Schritt mit Hilfe des
VS vollzogen haben. Der sächsische VS hat bestätigt, daß
Mirko Schmidt und Klaus Baier bezüglich des „Ausstiegs“
bei ihm um Hilfe gebeten haben. Lediglich Jürgen Schön
streitet bis heute eine Kooperation mit dem VS ab. Dennoch behauptet
die Berliner „Tageszeitung“ ein Zusammenwirken aller
drei Personen mit dem VS. Jürgen Schön wird sicherlich
bald eine Unterlassungserklärung gegen die „taz“
erwirken.
So oder so gehören die drei Personen nicht zu uns, weil sie
willkürlich die NPD-Fraktion gespalten haben, was dem Nationalen
Widerstand insgesamt schadet und weil ihre Abspaltung – laut
Mirko Schmidt – eine pro-amerikanische ist, die sich gegen
die berechtigte US-Kritik der NPD richtet. Daß Jürgen
Schön unbedingt in die pro-amerikanische und kapitalistische
CDU eintreten möchte, unterstreicht diese Einschätzung
noch.
Der naheliegende Verdacht, daß der sogenannte „Aufbruch-Kreis“
von Detlef Nolde und Michael Baatz hier Auftragsarbeit betreibt,
ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Grundtenor der Erklärung
– die NPD habe sich gerade in der zurückliegenden Zeit
zur nationalsozialistischen Partei entwickelt – entspricht
nicht den Tatsachen. Dabei versuchen sich möglicherweise Kronzeugen
für das nächste Verbotsverfahren gegen die NPD in Position
zu bringen. Wir sollten in diesem Zusammenhang nicht vergessen,
daß Detlef Nolde in den neunziger Jahren Mitglied der NPD
gewesen war. Es ist nicht auszuschließen, daß er demnächst
in einem Verbotsverfahren als „Auskunftsperson“ vorgeladen
wird.
Ich hatte bereits in einer „Stoertebeker“-Kolumne betont,
daß die NPD seit dem Amtsantritt Udo Voigts zum Parteivorsitzenden
im Jahr 1996 auch Nationalsozialisten in die Partei aufnimmt. Dies
war natürlich auch schon vor dem Amtsantritt Voigts der Fall.
Das Neue war damals nur, daß man sich auch öffentlich
dazu bekannt hatte, auch Nationalsozialisten aufzunehmen, während
dies zuvor immer verleugnet wurde.
Daß gerade in letzter Zeit, vor allem seit dem Einzug der
NPD in den sächsischen Landtag, die Partei immer mehr auf „nationalsozialistische
Schiene“ gerät, wie dies Mirko Schmidt im Sinne des VS
behauptet, ist unwahr. Das müßte Schmidt anhand der von
der Fraktion gestellten Anträge, Redemanuskripte und anderer
Dokumente im Detail belegen können. Dies kann er natürlich
nicht.
Die Äußerung des Landtagsabgeordneten Jürgen W.
Gansel über den „Bomben-Holocaust“ an der Dresdener
Bevölkerung 1945 steht nicht für Nationalsozialismus,
sondern für Geschichtsrevisionismus. Man muß nicht alles
gutheißen, was in unseren Tagen unter „Revisionismus“
firmiert, aber der Revisionismus ist natürlich das Recht und
Gebot für einen Historiker wie Jürgen W. Gansel.
Halten wir an dieser Stelle fest: Die Behauptung, die Landtagsfraktion
der NPD betreibe nationalsozialistische Politik, ist eine Legende
von VS bzw. von VS-„Aussteigern“.
Für das Image der „Neonazi-Partei“ sorgen in erster
Linie Produktion und Werbung des DS-Verlages. Als ehemaliger Mitarbeiter
der DS weiß ich aus eigener Erfahrung, daß hierfür
vor allem kaufmännische Erwägungen ausschlaggebend sind
– und nicht etwa die von VS-„Aussteigern“ behauptete
Bestrebung der NPD-Führung, die gesamte Partei auf NS-Linie
zu bringen.
Ein Teil der Mitglieder der NPD besteht gewiß aus Nationalsozialisten.
Dies war aber schon der Fall vor dreißig, vor zehn oder vor
fünf Jahren. Daß die NPD in den letzten Monaten immer
nationalsozialistischer geworden sei, ist – wie bereits dargelegt
– eine Legende des VS bzw. seiner „Aussteiger“
und des „Aufbruch-Kreises“, der sich geradezu um die
Kronzeugenrolle für das nächste Verbotsverfahren drängt.
Auch die sogenannte „Volksfront“-Strategie hat daran
nichts geändert. Der Zustrom aus den freien Kameradschaften
hält sich in sehr engen Grenzen. Nicht einmal 500 Personen
aus diesem Spektrum dürften seit September 2004 der NPD beigetreten
sein. Daß im gleichen Zeitraum bürgerlich Nationale,
ehemalige Republikaner usw. der NPD beigetreten sind und die Partei
ein Bündnis mit der DVU eingegangen ist, widerlegt die Behauptung
der VS-„Aussteiger“, die NPD habe sich in den letzten
Monaten in Richtung einer nationalsozialistischen Partei entwickelt.
Sachliche Kritik an der NPD ist natürlich jederzeit berechtigt,
aber zwischen Kritik und „Kritik“ sollten wir deutlich
unterscheiden und den Trittbrettfahrern und Desinformanten des „Aufbruch-Kreises“
klar machen, daß wir hier nicht die Steigbügelhalter
des VS für ein kommendes Verbotsverfahren gegen die NPD spielen
möchten.
Mitglieder und Funktionsträger der NPD beschimpfen wir nicht
als „Faschisten“, diese sind für uns in vielen
Fällen Nationalisten, mit denen wir – wenn es sein muß
– kritischen, aber kameradschaftlichen Umgang pflegen.
Wenn Jürgen Schön, der kürzlich noch hoher Funktionsträger
der NPD gewesen war, plötzlich der Meinung ist, die NPD gehöre
verboten, so sollten wir feststellen, daß uns mit solchen
Leuten nichts verbindet. Dies gilt natürlich auch für
den „Aufbruch-Kreis“, der hier „Verbotsgründe“
gegen die NPD sammelt.
Jürgen Schwab
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