Volksstaat
statt Weltherrschaft
Jürgen
Schwab
Staat
und Gesellschaft sind in der modernen Zeit hochkomplizierte Gebilde,
vielfach vernetzte Systeme mit verwickelten Wechselwirkungen und
vielfachen Rückkopplungen. Sie haben sich im Laufe der Geschichte
zu immer höheren Formen entwickelt, indem sie jeweils auf
die unterschiedlichen historischen Anforderungen Lösungen
suchten und meist auch befriedigende Antworten fanden.
Bei
der allmählich zu größter Schärfe entbrannten
Diskussionen und die Globalisierung streben bestimmte Kreise auch
eine Abschaffung der Staaten an. Das hierbei meist angeführte
Argument, der Nationalstaat habe zu schrecklichen Kriegen geführt,
ist geschichtlich widerlegt. Erst der Einfluß raumfremder
Mächte erzeugte die Ohnmacht Europas. Der seit kurzem erhobene
Anspruch weltweiter Terrorbekämpfung von seiten der USA schafft
zudem den Krieg als Dauereinrichtung und globale Bedrohung. Die
als Folge der übereilten europäischen Einigung enstandene
Brüsseler Bürokratie bringt den Europäern mit ihrem
übertriebenen Zentralismus eine neue Diktatur, die maßgeblich
von der US-Ostküste bestimmt wird. Die Staaten einfach zugunsten
einer Weltregierung ab-schaffen zu wollen zeugt von mangelnder
Einsicht in lebensnotwenidige Zusammenhänge vor allem auf
sämtlichen geiitigen Gebieten, wie denen der Sprache, der
Kultur und Kunst, der Ethik, der Religion. Jeder tiefere Einblick
in die Natur zeigt deren allgemeines Prinzip möglichster
Vielfalt zur bestmöglcihen Ausnutzung der vorhandenen ökologischen
Nischen. Die Natur ist gegen jede Gleichmacherei, sie belohnt
Verschiedenheit und Abgrenzung.
Es
steht seit einiger Zeit nicht gut um unseren Staat: Er ist in
den letzten Jahrzehnten zur Beute der Parteien verkommen, die
sich an ihm schamlos bereichern. Ein System hat sich in Berlin
und anderenorts etabliert, das vor allem auf die Erhaltungen seiner
Machtstellung aus ist und dem Volk und Staat egal geworden sind.
Es gibt wieder >vaterlandslose Gesellen<, die aus fanatischer
Ideologie oder reinem Opportunismus ihr Heimatland dafür
verraten, daß sie oben bleiben können. Scheibchenweise
stirbt durch diesen parteipolitischen Mißbrauch die freiheitliche
Demokratie, wird der Rechtsstaat abgebaut, wird die geltenden
Verfassung ausgehebelt.
Machiavelli
legte das Bekenntnis ab: "Ich muß vom Staat reden oder
das Gelübde tun zu schweigen" Mit seiner Grundlegenden
Schrift will Jürgen Schwab einen wesentlichen Beitrag zum
Durchbrechen dieses Schweigens über den Staat leisten, damit
das gespräch über die Zukunftsfähigkeit, insbesondere
des deutschen Staates, wiederbelebt wird - angesichts der verheerenden
begleiterscheinungen der Globalisierung ein brennendes Thema.
Der Einzelne darf nur noch seine Stimme abgeben, die Stimme des
Volkes wird aber nicht mehr erhört. Eine Reform an Haupt
und Gliedern, die dem volk als Maß aller Dinge Rechnung
trägt, ist an der Zeit.
ISDBN
3-89180-067-3