Die
>Westliche Wertegemeinschaft<
Jürgen
Schwab
Der
westliche Kapitalismus zeigt sich seit dem Niedergang von Sowjetunion
und Ostblock, da er nun von der Systemkonkurrenz befreit ist,
von seiner >besten< Seite: Um konkurrenzfähig zu bleiben,
sind die Herstellungskosten zu senken und keine neuen Geschenke
zu verteilen. Die Kosten lassen sich senken durch ausländische
Lohndrücker im Inland und durch Arbeitsplatzverlagerung ins
Ausland. Sozialabbau und Lohnsenkungen stehen auf dem Programm,
während die Kapital-rendite weiter steigt und die Managergehälter
eine schwindelerregende Höhe er-reichen. Das Primat des Profits
hat die Vorrangstellung der Politik längst abgelöst.
Unterdessen
stellen Staatsmänner in Venezuela und Bolivien unter Beweis,
dass der kapitalistische Fortschrittsgedanke zur Verabsolidierung
des Fetischs Privateigentum kein unüberwindbares Dogma darstellt:
Dort wird durch die Ausdehnung öffentlichen Eigentums, nicht
zuletzt durch die Verstaatlichung des Rohstoffreichtums, die Grundlage
geschaffen, auf dem das Primat der Politik möglich ist. Währenddessen
gedenken >Volksvertreter< in der BRD, mit der Bahn an die
Börse zu gehen und die von der öffentlichen Hand kontrollierten
Sparkassen zu privatisiseren. Die Profiteure dieser >Politik<
sind Heuschrecken aller Art, letzten Endes das internationale
Finanzkapital.
ISDBN
978-3-89180-079-9