Strategiediskussion
Kampf um die Volksgemeinschaft
vormals:
Diskussion über Grundgesetz und politische Strategie
zwischen Jürgen Schwab und Per Lennart Aae
und Beiträgen von Dr. G. Kümel und I. Stawitz
Eine Änderung des Themas von "Diskussion über Grundgesetz
und politische Stra-tegie" in "Strategiediskussion Kampf
um die Volksgemeinschaft" wurde für ange-bracht gehalten,
um die Diskussionsrunde für einen weiteren Kreis zu öffnen!
Bisherige Beiträge:
01.
Jürgen
Schwab 13.05.2003
02.
Per
Lennart Aae 17.05.2003
03.
Jürgen
Schwab 19.05.2003
04.
Per
Lennart Aae 25.05.2003
05.
Jürgen
Schwab 26.05.2003
06.
Per
Lennart Aae 01.06.2003
07.
Jürgen
Schwab 03.06.2003
08.
Per
Lennart Aae 03.06.2003
09.
Per
Lennart Aae 04.06.2003
10.
Dr.
Gunther Kümel 06.06.2003
11.
Per
Lennart Aae 07.06.2003
12.
Jürgen
Schwab 08.06.2003
13.
Per
Lennart Aae 09.06.2003
14.
Dr.
Gunther Kümel an P.L. Aae 10.06.2003
15.
Ingo
Stawitz an P.L. Aae und J. Schwab 10.06.2003
16.
Jürgen
Schwab an P.L. Aae und I. Stawitz 16.06.2003
Die
Beiträge sind umgekehrt chronologisch geordnet; der letzte
kommt folglich zuerst.
Gesamte Strategiediskussion
[PDF
251 KB]
16. Jürgen Schwab (16. Juni 2003)
Liebe Kameraden Aae und Stawitz,
„revolutionär“ und „reaktionär“
sind noch keine Standortbestimmungen, egal ob sich jemand selbst
so bezeichnet oder er so bezeichnet wird. Wenn ich im 19. Jahrhundert
für die Monarchie eingetreten wäre, dann hätte
man mich als „Reaktionär“ bezeichnet, heute ist
Horst Mahler mit einem solchen Konzept ein „Revolutionär“.
Dies ist immer eine Frage der geistesgeschichtlichen Perspektive.
Mir kommt es vielmehr auf das strategische Ziel an und welche
Voraussetzungen hierfür notwendig sind. Das Ziel von allen
Nationalen müßte in der „Volksgemeinschaft“
bestehen. Was die Partei NPD anbelangt, so bekennt sich diese
in ihrem Partei-programm aus dem Jahre 1997 eindeutig zur „Volksgemeinschaft“.
Zu den politischen Voraussetzungen, die eine Volksgemeinschaft
überhaupt ermöglichen können, sagt das Programm
allerdings wenig aus. Es wird darin lediglich angedeutet, daß
so etwas wie ein anderer, reformierter Staat erforderlich sei.
So wird unter Punkt 3 richtigerweise die Direktwahl des Bundespräsidenten
und Volksentscheide gefordert. Ob dieses minimale Veränderungsprogramm
zur Erreichung der Volksgemeinschaft überhaupt ausreichen
könnte, darf allerdings sehr bezweifelt werden. Hans Herbert
von Arnim formulierte einmal das Problem, vor dem die NPD hier
steht, wie folgt:
„Daß es in der Politik auch auf Personen ankommt,
ist so offensichtlich, daß die Alltagsauffassung dazu neigt,
den personellen Faktor ganz in den Vordergrund zu rücken
oder gar zu verabsolutieren. Die Rolle von Institutionen zu erkennen
ist dagegen sehr viel schwerer. Institutionen wirken nun einmal
nur indirekt, so daß ihre Bedeutung zu erfassen ein gewisses
Niveau theoretischer Reflexion verlangt.“ (Hans Herbert
von Arnim: Vom schönen Schein der Demokratie. Politik ohne
Verantwortung – am Volk vorbei. Droemer Verlag, München
2000, S. 21.)
Der Arbeitskreis „Volk und Staat“ beim NPD-Parteivorstand
verfolgt nun seit rund zwei Jahren das Ziel, dieses „gewisse
Niveau theoretischer Reflexion“, von dem von Arnim spricht,
zu erreichen, um vor allem in bezug auf die NPD den politischen
Mißbrauch von „innen“ und von „außen“
möglichst auszuschließen. Das Dilemma der NPD und ihres
Umfeldes bestand bislang in einem Schwanken zwischen NS-Apologetik
und dem Kniefall vor der FDGO. Die NS-Apologetik einerseits nutzt
dem System, weil sie auf den Normalbürger lächerlich
und abstoßend wirkt und eine Einparteidiktatur keine glaubhafte
Alternative zur Mehrparteiendiktatur der BRD darstellt, der Kniefall
vor der FDGO nutzt dem System, weil ihm somit fundamentale Kritik
erspart bleibt und diese Position äußerst ehrlos wirkt.
Stellen Sie sich einmal vor, was man in Ländern wie Afghanistan
und dem Irak heute mit Inländern zu tun pflegt, welche offen
für die amerikanische FDGO eintreten – für eine
FDGO, die keine Volkssouveränität und kein Selbstbestimmungsrecht
kennt. Da wir in Deutschland in einem „zivilisierten“
Land leben, wählen Fundamentalisten hierzulande die Diskussion
zur Überzeugung von Pragmatikern.
Wenn es für alle Nationaldemokraten unstrittig ist –
was hier einfach vorausgesetzt wird –, daß die Volksgemeinschaft
das oberste Ziel nationaler Politik zu sein hat, dann dreht sich
notwendigerweise die ordnungspolitische Debatte um zwei Fragen:
Brauchen wir einen anderen Staat zur Erlangung der Volksgemeinschaft
und wenn ja, um welchen Typen von Staat müßte es sich
dabei handeln. Manche in unseren Reihen – wie Herr Aae –
scheitern schon an der ersten Frage, da sie davon ausgehen, daß
es sich bei der BRD um einen souveränen „Nationalstaat“
handeln würde, der über eine souverän zustande
gekommene Verfassung verfüge. Für diesen Personenkreis
geht es darum, die vermeintlichen Restsouveränitäten
der BRD (unlängst noch die D-Mark, Gerichtsbarkeit etc.),
die jetzt endgültig an EU-Institutionen abgegeben werden,
zu „retten“. Aus revolutionärer Sicht ist zu
fragen, warum etwas gestützt werden soll, das bereits am
Fallen ist?
Hinzu kommt: Wer der Auffassung ist, die „Volksgemeinschaft“
müsse gegen den weiteren Ausverkauf nationaler Souveränität
(der BRD) „verteidigt“ werden, der behauptet –
wie Herr Aae – ja indirekt nur, daß es in der BRD
so etwas wie eine (potentielle) „Volksgemeinschaft“
gäbe. Nur stellt sich die Frage, in welcher Substanz diese
BRD-„Volksgemeinschaft“ bestehen sollte? Einseitig
biologistisch und geistfeindlich orientierte Nationalisten –
wie Herr Aae – könnten dem Irrtum anhängen, eine
deutsche Volksgemeinschaft sei sozusagen im Naturzustand („biosoziologisch“)
einfach vorhanden und müßte von gutwilligen nationalen
Politikern, die in der Bundesregierung angelangt sind, einfach
nur umgesetzt werden. Dann wäre die Volksgemeinschaft zu
definieren als ein großer Gen- und Zellhaufen, dem vielleicht
70 Millionen (unvermischte) Deutsche in der BRD und in der RÖ
angehören. Demzufolge wäre die Volksgemeinschaft nur
eine Sache des „Bluts“ und nicht auch eine solche
des „Geistes“ und der „Organisation“.
Wer diesem Irrsinn nicht folgen mag, der kann nur im „Kopf“
die Institution des Geistes und im „Staat“ die Institution
der Organisation einer Volksgemeinschaft erkennen. Also muß
ich zur Erreichung der Volksgemeinschaft über entsprechende
„Köpfe“ und einen geeigneten „Staat“
verfügen. Bei diesem Staat kann es sich nicht um die BRD
handeln. Dies noch einmal zur Klarheit, weil ja Herr Aae verschwörungstheoretisch
behauptet, ich würde hier irgendetwas „verbergen“.
Darüber hinaus erscheint schon der Gedanke absurd, daß
in einem parlamentarischen System wie in der BRD – von der
Fremdbestimmung einmal abgesehen – überhaupt so etwas
wie eine „Volksgemeinschaft“ zu verwirklichen wäre.
Mir ist jedenfalls kein Beispiel weltweit bekannt, wo in der Geschichte
oder Gegenwart diese Kombination „Volksgemeinschaft und
Parlamentarismus“ erreicht worden wäre. Ansätze
zu einer Volksgemeinschaft gab es in Deutschland zweimal: bei
Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 und in der Zeit
zwischen 1933 bis 1945. Die dabei zutage getretenen Unzulänglichkeiten
und Widersprüchlichkeiten, die im mangelnden geistigen Bewußtsein
der Protagonisten gelegen hatte, sollen an dieser Stelle nicht
ausgeführt werden. Vielleicht herrscht im „nationalen
Lager“ auch Unklarheit darüber, worin denn inhaltlich
überhaupt die „Volksgemeinschaft“ besteht? Es
wird ja in der nationalen Publizistik viel darüber geschrieben
und geredet und selten definiert, welcher Inhalt sich hinter diesem
Bergriff verbirgt. An dieser Stelle soll die Erwähnung der
„drei Bausteine nationaler Politik“, nämlich
„nationale Identität“, „nationale Solidarität“
und „nationale Souveränität“ und diesbezüglich
ein Literaturhinweis (Jürgen Schwab: Volksstaat statt Weltherrschaft)
genügen. Aber vorsichtig, Herr Aae, das Lesen von Büchern
bereitet Kopfschmerzen!
Ich setze nun also voraus, daß zur Wiedererlangung der deutschen
Volksgemeinschaft ein wirklicher deutscher Staat – im Gegensatz
zur BRD – erforderlich ist. Ob es sich dabei um eine „Demokratie“
im weitesten Sinne des Begriffs handeln müßte, ist
zunächst einmal offen. Das Deutsche Kolleg (DK) beispielsweise
rief im letzten Jahr – ohne Resonanz – die Nachfahren
der deutschen „Reichsfürsten“ (von 1871) dazu
auf, die Reichsgewalt an sich zu reißen. Die Wiedereinführung
der Hohenzollern-Monarchie von 1871-1918 wäre sicherlich
kein Zugewinn an Demokratie im Vergleich zur BRD heute –
beide verfügen über ein gewähltes Parlament –,
aber diese damalige konstitutionelle Monarchie verdiente wohl
die Bezeichnung „Nationalstaat“ völlig zurecht,
in der die Hegelsche Staatsphilosophie vierzig Jahre nach seinem
Tod zur Wirklichkeit gelangte. Somit war im Bismarck-Reich auch
die „Volksgemeinschaft“ von 1914 im Schützengraben
möglich. Die BRD freilich, die ihre „nationalen“
Interessen in Afghanistan zu verteidigen pflegt, könnte eine
solche Aufwallung gegen eine Übermacht von Feinden niemals
zustande bringen, da sie weder über die personellen, geistigen
und vor allem auch nicht über die institutionellen Voraussetzungen
verfügt.
Nun ist aber die Nationaldemokratische Partei Deutschlands nicht
das Deutsche Kolleg, weshalb sie schon aus ihrer Ideengeschichte
heraus (Johann Gottlieb Fichte, Ernst Moritz Arndt und Friedrich
Ludwig Jahn u. a.) kaum etwas mit der Erbmonarchie anzufangen
weiß. Die NPD müßte also demzufolge ihren Anspruch,
die Volks-gemeinschaft geistig und organisatorisch anzustreben,
mit einem Staatskonzept untermauern, das nicht auf der Fürstensouveränität
sondern auf der Volkssouveränität beruht. In meinem
letzten Schreiben an dieser Stelle vom 8. Juni 2003 hatte ich
diesen Ansatz mit „3. Die Einführung einer gemischten
Verfassung: Präsidialdemokratie mit Volksentscheiden und
(eventuell berufsständischem) Parlament“ umschrieben.
Wie Herr Stawitz zu Recht schreibt, so wurde die sogenannte „parlamentarische
Demokratie“ den Deutschen nach einer militärischen
Niederlage von außen aufgezwungen – und dies immerhin
zweimal: 1919 ersetzte dieses System mit Gründung der Weimarer
Republik, die immerhin noch stark präsidial geprägt
gewesen war, eine konstitutionelle Monarchie, 1949 mit Gründung
der BRD einen nationalsozialistischen Führerstaat. Man kann
zu den beiden jeweils durch fremden Druck beseitigten Systemen
(Zweites Deutsches Kaiserreich und Drittes Reich) stehen wie man
will, sie waren auf jeden Fall souverän und regierungsfähig,
während Deutschland nach 1945 schlichtweg „enthauptet“
wurde (Hamburgs Ex-OB Dohnanyi). Ist es nicht komisch, daß
so ziemlich allen von den „Alliierten“ zusammengeschlagenen
Völkern immer die gleiche Pseudo-„Demokratie“
„geschenkt“ wird?
Um diese Wirklichkeit überhaupt verstehen zu können,
muß sich der politische Denker in einen Gedankenstrom stellen,
der bereits lange vor ihm einsetzte und mit dessen Hilfe er sich
die Denkwerkzeuge (Begriffe) schafft, um für die geistigen
Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gerüstet zu sein.
Jedoch beim bloßen modernen „Denken“ aus dem
Stegreif des Jahres 2003 heraus kann nicht viel herauskommen –
außer Stammtisch- und Leserbriefniveau –, wie dies
Per Lennart Aae mit seinem rein biologistischen, geistfeindlichen
und auf mathematischer Logik basierenden „Denken“
unter Beweis stellt. Jetzt ist mir auch die Ursache für das
schwache geistige Niveau der Nationaldemokratie in den zurückliegenden
Jahren klar geworden, wenn die Partei von einem Amtleiter für
Politik und Bündnisse „geistig“ gelenkt wird,
der seinem Publikum von dem Lesen überflüssiger Bücher
„aus Zeitgründen“ abrät, dieses Publikum
stattdessen mit seinen vielen endlosen Monologen beglückt,
aber dennoch glaubt beurteilen zu können, ob ein Publizist
Zitate „von irgendwelchen vermeintlichen Autoritäten“
aus dem Zusammenhang reißt. Würde man weiterhin solchen
Blendern folgen, die aus ihrer hoffnungslosen Unterlegenheit heraus
das Geistige bekämpfen müssen, so wäre der notwendige
Kampf um die Köpfe von vorneherein verloren und das Geschäft
des Systems besorgt.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Jürgen Schwab
15. Ingo Stawitz an Per Lennart Aae und Jürgen Schwab
(10.06.2003)
Diskussion über Grundgesetz und politische Strategie Ein
Rat
Liebe Kameraden! (Ich erlaube mir diese Anrede, da ich mich schon
seit vielen Jahren für die Lebensinteressen unseres Volkes
aktiv einsetze. Bei der DVU, bei der DLVH, 4 Jahre im Landesparlament
S.-H. und zuletzt im Bundesvorstand der NPD sowie als Landesvorsitzender
der NPD in S.-H.)
Die Beiträge, die zwischen Euch vom 13. Mai bis heute abwechselnd
hin und her flossen, habe ich gelesen. Hin und wieder dachte ich
daran, mich an der Diskussion zu beteiligen, aber es kam immer
etwas dazwischen. Heute jedoch möchte ich doch einige Bemerkungen
und einen Rat einfließen lassen.
Ausgangspunkt in der Diskussion ist das GG.
Der Spiegelartikel über das heutige, sicher unzulängliche
GG und die Bewertung der darin enthaltenen Aussagen und Intentionen
ist u.a. wohl der Auslöser der Auseinan-dersetzung gewesen.
Uns allen ist klar, dass das GG von 1948 das Produkt eines verlorenen
Krieges ist, als Beendigung des NS-Systems gedacht war und in
gewisser Hinsicht eine Fortsetzung der Vorgängerdemokratie
von Weimar darstellt.
Aber, ob es uns passt oder nicht, das GG ist faktisch präsent
und wird von den meisten Deutschen heute als gegeben und mehr
oder weniger gut akzeptiert. Ob es die Kriterien einer wirklichen
Verfassung erfüllt, ist für die meisten sekundär.
Glück-licherweise gibt es trotzdem zunehmend einzelne Persönlichkeiten,
die sich auch kritisch damit auseinandersetzen. Ich denke z.B.
an Prof. Hans Herbert von Arnim, dessen verschiedene Werke ich
gelesen habe. Die darin geschilderten Missstände der parlamentarischen
Demokratie in der BRD, aber natürlich auch ihre funktionierenden
Seiten kenne ich selbst aus eigenem Erleben durch mein Wirken
im Landesparlament in Kiel, meine Mitgliedschaft im Finanz-, Innen-
und im Wirtschaftsausschuss sowie im Ältestenrat. Diese Erfahrungen,
die ich in meinem Buch „Mein Krampf“ (360 Seiten)
geschildert habe, haben selbstverständlich meine persönliche
Einstellung zum GG und zur BRD mitgeprägt. Ähnlich geht
es sicher Millionen von anderen Bundesbürgern, die durch
ihre Ämter oder Ehrenämter im politischen, sozialen
oder betrieblichen Bereich u.s.w. im Staate praktisch mitwirken.
Das sollte man bei einer abstrakten Diskussion über GG und
BRD nicht vergessen.
Weitere Erfahrungen, die mich ebenfalls politisch geprägt
haben: Ich mußte mich als Deutscher, der im englischsprachigen
Ausland aufwuchs, seit frühster Kindheit mit politischen
und völkischen Fragen auseinandersetzen. Ich war im Gegensatz
zu Horst Mahler, der über 40 Jahre brauchte, um sein Volkstum
zu entdecken und sein Eintreten dafür aus unerklärlichen
Gründen philosophisch verklärte, immer nationalgesinnt
und verstand mich durchaus als bürgerlich national mit starker,
sozialer Ausrichtung. Das war den Kameraden der NPD in S.-H. nicht
verborgen geblieben. Nachdem die DLVH, deren (Vereins-)Mitglied
ich immer noch bin, ihren Parteienstatus vor einigen Jahren abgab
(in S.-H. war sie stärker als die NPD!) traten sie an uns
von der DLVH heran und suchten die Zusammenarbeit, die ich als
national-denkender Deutscher sofort und ohne Umschweife sogar
gegen den Rat von H. Neubauer und J. Schützinger annahm.
Nach Eintritt in die NPD und Wahl zum Landesvorsitzenden in S.-H.
gelang es mir, den Landesverband bei der LTW nach 12 Jahren Abstinenz
von Wahlen auf über 1 % zu bringen und damit in den Genuß
der Wahlkampfkostenerstattung zu kommen. - Dafür sind „Reaktionäre“
immer noch gut, vor allem, wenn „Revolutionäre“
die Früchte daraus ernten! - Nach diesem Erfolg schlug mich
der Bundesvorsitzende Udo Voigt für den Parteivorstand der
NPD vor, dessen Mitglied ich auch wurde.
Nachdem ich mich zunächst bei der NPD wohl fühlte und
meinte, vereint mit allen anderen Kameraden in der Partei gegen
unsere eigentlichen politischen Gegner einen sinnvollen Kampf
führen zu können, tauchten plötzlich sogenannte
„fortschrittliche und revolutionäre“ Kräfte
auf (RPF etc.), die Vorstandsbeschlüsse ständig ignorierten,
den Bundesvorstand und deren Vorsitzenden als Feiglinge beleidigten,
gemäßigte und bürgerliche Kameraden wie mich als
„Reaktionär“ diffamierten, aber gleichzeitig
selbst vollkommen rückwärtsgewandte, irreale Ideen (NS-System
in S.-H. und in Sachsen-Anhalt) vertraten und somit die Partei
ausgerechnet in dem Moment spalteten und gefährdeten, da
drei Verbotsanträge gegen die Partei anhängig waren!
Es handelte sich um die derzeitige Führungsriege der NPD
in S.-H., die sich offenbar als Ordnungsmodell für Deutschland
eine „NS-Parteidiktatur“ vorstellen. Man muß
Realist sein und zur Kenntnis nehmen, daß dieser Kreis teilweise
aus Personen besteht, die eine kriminelle Vergangenheit haben,
ja z.B. heute noch wegen Raubs angeklagt sind, und es nicht einmal
schafften, das Landespostfach, das über 30 Jahre bestand,
regelmäßig zu entleeren, so dass es wegen Überlaufens
gekündigt wurde. Aus meiner Sicht handelt es sich um politische
Vogelscheuchen oder sonderbare Sektierer, die zur Verwunderung
der Deutschen und zum größten Nutzen unserer Gegner
gewirkt haben und leider noch wirken. – Nach diesen Erfahrungen
möge man mir verzeihen, daß ich allergisch reagiere,
wenn jemand meint, seine politische Potenz mit dem Wort „revolutionär“
steigern zu können.
Aber zurück zum Thema.
Das Kürzel NPD steht für Nationaldemokratische Partei
Deutschlands! Insofern wurde die Entscheidung für ein demokratisches
System schon bei der Parteigründung und Namensgebung vorweggenommen
und, solange die Partei unter diesem Namen existiert, dürfte
es so bleiben!
Im mir vorliegenden Parteiprogramm der NPD vom Sept. 1997 heißt
es auf Seite 1 im 2. Absatz:
„Im Gegensatz dazu strebt die Nationaldemokratische Partei
Deutschlands den Austausch der Mächtigen an, um dem deutschen
Volk im Rahmen der europäischen Völkerfamilie eine Zukunft
zu geben. Wir Nationaldemokraten stehen mit aller Konse-quenz
gegen die verstaubten Ideologien vergangener Jahrhunderte (Monarchie
und NS), gegen Aufklärungsutopien und gegen multiethnische
Exzesse, denen derzeitig das Deutsche Volk ausgesetzt ist.“
In der mir vorliegenden Satzung der NPD vom Juni 1995 ist zu lesen:
„§1 Die NPD ist der politische Zusammenschluss nationaler
Deutscher aller Stände, Konfessionen, Lands-mannschaften
und Weltanschauungen.
§2 Die NPD ist eine politische Partei im Sinne des Art.21
GG. Sie bekennt sich zur deutschen und abendländischen Kultur
und sie steht auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen
Grundordnung unseres politischen, geistigen, sozialen und wirtschaft-lichen
Lebens (...)“ ( Das wollte Horst Mahler abändern!)
Vor den o.g. Fakten und in der Annahme, dass sich das Programm
und die Satzung der NPD in den 2 Jahren meiner Abstinenz nicht
diametral ins genaue Gegenteil umgekehrt haben, stelle ich fest,
dass der Kamerad Aae keine „reaktionären oder überholten“
Standpunkte vertritt, sondern sich vollkommen im Einklang mit
dem Selbstverständnis der NPD befindet. So wie es der Name,
das Programm und die Satzung der Partei verlangen. So wie es mir
auf NPD-Veranstaltungen in den letzten 20 Jahren immer wieder
erläutert wurde.
Diejenigen, die das in Frage stellen bzw. abändern wollen,
gefährden das Grundverständnis der Partei, sie wollen
eine andere Partei und sollten, sofern es ihnen mit ihren eigenen
Beteuerungen wirklich ernst ist, eine entsprechende, eigene gründen!
Das steht ihnen frei! Die Übernahme der einst heimattreuen
Umweltpartei „Die Grünen“ durch anarcho-kommunistische
Aktivisten sollte dem PV als Warnung dienen. Wer das revolutionäre
Geschwätz dieser Leute verstehen will, kann sich mit dem
Buch „Wir sind die Wahnsinnigen“ des einstigen Fischer-Genossen
Christian Schmidt befassen. Viele der Floskeln aus der Frankfurter
Schule die darin vorkommen, sind mir auch von den sog. „Revolutionären“
innerhalb der NPD noch gut in Erinnerung geblieben.
Lieber Kamerad Schwab, ich war anlässlich Deines Vortrages
in Hamburg vor einigen Monaten anwesend und konnte, wie schon
zuvor beim Vortrag des Holger Apfel, feststellen, dass die Beschreibung
der Missstände innerhalb der BRD richtig vorgetragen wird.
Nur, was die Partei selbst und auch das übrige nationale
Lager anbelangt, klafft leider eine Lücke zwischen Wunsch
und Wirklichkeit, v.a. was die klare, erfolgsorientierte Ausrichtung
betrifft. Auf diese Lücke mache ich in meinem o.e. Buch aufmerksam,
damit sie so bald wie möglich geschlossen werden kann. Leider
kann ich aber bei den nationalen Verlagen kein großes Interesse
dafür feststellen. Zu groß ist offenbar die Angst,
im eigenen nationalen Mikrokosmos sich es mit irgend jemandem
zu verderben etc. Nun, solange das nationale Lager nicht bereit
ist, die eigenen Schwachstellen ernsthaft zu diskutieren, solange
können sie nicht für sich in Anspruch nehmen, besser
als die anderen zu sein oder vom Volke ernstgenommen zu werden.
Deswegen halte ich die derzeitige Diskussion über GG und
politische Strategie für wichtig, denn die Nationalen haben
sich lange genug vor einem klaren, schlüssigen Verständnis
vom heutigen deutschen Staat und Gemeinwesen gedrückt.
Lieber Kamerad Schwab, Du hast mit Deinem Buch „Deutsche
Bausteine“ eine gutes Werk geschaffen. Über die Mängel
im heutigen GG brauchen wir nicht zu streiten, aber erkenne die
Chance, die darin liegt, den Etablierten vorzuwerfen, dass ausgerechnet
sie es sind, die nicht verfassungskonform sind, die ständig
gegen demokratische Grundsätze, d.h. gegen die FDGO verstoßen,
die ihre Macht missbrauchen und die volkserhaltenden Elemente
des GG zerstört haben. Den Spieß umdrehen! Versuche
Deinen Kampf gegen die in der BRD herrschende Oligarchie, gegen
die Politische Klasse in geordnete Bahnen auf der Grundlage der
faktischen politischen Lage zu lenken. Dann ist die Gefahr, sich
im Abstrakten zu verlieren, nicht mehr so groß, auch wenn
bestimmte abstrakte Ideen nach wie vor wichtig bleiben. Ein solcher
Kampf wird vom Volke, welches wir gewinnen wollen/müssen,
verstanden und somit auf Sympathie und Verständnis stoßen.
Dann sind wir - die Nationalen – für die einfachen
Menschen akzeptabel und glaubwürdig, dann haben wir eine
echte Chance voranzukommen und werden endlich zu einer wirklichen
Bedrohung für unsere Gegner. Das ist alle Mal besser als
die Abrissbirne schwingen zu lassen, denn sie schafft nur Schutt
und ein solches Getöse spielt unseren Gegnern nur in die
Hände!
Aus meinen parlamentarischen Erfahrungen weiss ich, dass die Etablierten
nichts so sehr fürchten als, dass man ihnen Heuchelei und
Unaufrichtigkeit d.h. die Verletzung ihrer eigenen Prinzipien
vorwirft.
In einem politischen Kampf, wie ich ihn eben kurz skizziert habe,
werden Kameraden wie Per Lennart Aae und ich wieder Seite an Seite,
gemeinsam mir Dir und den vielen Patrioten, die sich in den letzten
Jahrzehnten ausge-klinkt haben, gegen die gemeinsamen Gegner und
Verderber unseres Volkes kämpfen.
Beste
Grüße
Ingo Stawitz
Uetersen den 10.06.2003
14. Dr. Gunther Kümel (10. Juni 2003)
Sehr geehrter Herr Aae,
danke für Ihren ausführlichen und informativen Text.
Meine Antwort geht an Sie, aber Sie können sie beliebig in
irgendein Forum stellen.
Ich muß sagen, daß ich normalerweise überhaupt
nicht verstehe, daß man sich über die vielleicht fundamentalen,
aber letztlich doch nicht existentiell wichtigen Unterschiede
in den politischen Grundfragen ereifern kann. Die Linke hat bei
allen fundamentalen Unterschieden zwischen, beispielsweise, Maoisten,
SPD, Stalinisten, stets an dem Grundsatz festgehalten, daß
„der Feind… rechts steht“. Das heißt,
es gab eine grundsätzliche Übereinstimmung zwischen
allem, was links war, eine gruppenübergrei-fende linke Solidarität.
So etwas gibt es bei den Deutschen, die es noch sein wollen, zu
meinem großen Bedauern nicht! Ich habe im DK vielfach darüber
gesprochen, wir sollten Parteiungen vermeiden, bin aber nicht
auf viel Gegenliebe gestoßen. Nach Ihren Erklärungen
verstehe ich Ihre Verteidigung des GG und des Staates BRD. Ich
bin zwar einer etwas anderen Meinung als Sie, was die Beurteilung
der Legitimität des Grundgesetzes betrifft. Und daraus resultiert
eine Meinung über eine etwas andere Notwendigkeit der Strategie,
und ich mache mir auch etwas andere Gedanken über die Aufgabe
der NPD (Abgesehen davon, daß ich nicht Mitglied bin und
von daher gar keine Berechtigung dazu habe). Es gibt innerhalb
der leider sehr kleinen Gruppe der „Deutschen, die es noch
sein wollen“ eine Vielfalt von (oft unvereinbaren) Meinungen,
ideologischen Positionen, Charakteren, Lebensstilen und selbstgestrickten
Lebensphilosophien. Ich denke, man kann das als Bereicherung ansehen,
es muß keinen ausschließen. Nur ein Vegetarier wird
einen anderen Vegetarier überzeugen können, und wenn
es sieben verschiedene neuheidnische religiöse Gruppen gibt,
Volkstänzer, Gottgläubige, nationale Christen oder Atheisten,
heimattreue Pfadfinder, Hegelanhänger, Heimatbündler,
Nietzscheaner, nationale Anhänger der Welteislehre oder der
Hohlwelttheorie, Bündische, Ludendorfer, Monarchisten, Republikaner,
Nationalsozialisten, National-marxisten, nationale Sozialrevolutionäre,
Nationalrevolutionäre, die Vielfalt wird dem gemeinsamen
Anliegen nützen.
Es ist nur die Frage : „Für Deutschland, oder nicht
für Deutschland?“. Das ist schon alles.
Es darf nur ganz wenige Forderungen an die übergreifenden,
gemeinsamen Ideen geben. Wenn ich nur mit solchen Menschen auskommen
kann, die meine Meinung über das Grundgesetz, meine Ansicht
über die Bedeutung von Hegel, meine Ansicht über eine
künftige Staatsform, meine Meinung über religiöse
Dinge, meine Ansichten über den Widerstand im Dritten Reich,
meine Gedanken zur Behandlung der Südtiroler im Dritten Reich
(usw.,…) teilen, dann ende ich bei sieben Dutzend Einmannvereinen
und dann ist wirklich jede Möglichkeit verspielt, daß
wir das Deutsche Volk noch in letzter Minute retten können.
Die Fronten müssen anderswo verlaufen.
Wenn einer bloß einsieht, daß die Deutschen als Volk
leben können sollen, und er ist bereit, in seinem Lebenszusammenhang
etwas dafür zu tun, dann ist er mir willkommen und ich frage
nicht danach, ob er Marxist oder bürgerlicher Christ oder
Atheist oder ein revolutionärer Skin ist.
Selbstverständlich werde ich deshalb die Grundsätze,
die ich persönlich für die richtigen halte, nicht vernachlässigen.
Im Gegenteil, ich werde in der Diskussion, in der Auseinandersetzung
nach einer glasklaren Position streben. Aber der Gedanke, dieser
Nationale ist ein „Ludendorfer“, ich bins nicht, also
kann ich mit dem ja gar nicht reden, diese Einstellung ist mir
gänzlich fremd, diese Position schwächt uns seit den
Freiheitskriegen! Wenn wir uns über die Klassengegensätze
hinwegsetzen („Haut die Schranken doch zusammen, Kameraden…!“),
um wieviel eher über die weltanschaulichen und die Gräben,
die die Gedanken über das BRD-GG zwischen uns aufreißen.
Es soll jeder nach seinem Verständnis, nach seinem Vermögen
für Deutschland arbeiten. Dann ist es gut. Einen anderen
Nationalen überzeugen von meinen persönlichen „Glaubenssätzen“,
das ist sicher gut, aber ausschließen, nein!
Übrigens glaube ich, daß die Inhalte der Begriffe „rechts“
und „links“ seit langem derart beliebig geworden sind,
daß es sich kaum noch lohnt, sie zu verwenden. Und wieder
gilt: Ein „linker“ (früher hätte ich ihn
bekämpft), der Deutscher sein will, ist mir willkommen, einer,
der das gleiche will und sich als „Rechter“ sieht,
ebenso. Für oder gegen Deutschland.
Herzliche
Grüße
Gunther Kümel
13. Per Lennart Aae (9. Juni 2003)
Lieber Kamerad Schwab,
da Sie wieder in einem Schreiben an einen Dritten mich persönlich
so angreifen, antworte ich Ihnen hiermit direkt und lasse dem
Adressaten Ihres Briefes, Herrn Dr. Kümel, - neben weiteren
Empfängern in meinem Verteiler - eine Kopie zukommen.
Wie ich Ihnen kürzlich schrieb, begreifen Sie m.E. nicht,
worum es hier wirklich geht. Mir stellt sich die Frage, ob Sie
es nicht begreifen KÖNNEN oder nicht WOLLEN. Ich nehme an,
Sie wollen es nicht - und können es damit, psychologisch
bedingt, tatsächlich auch nicht. Weil Sie sonst nämlich
eine ehrliche Strategiediskussion führen müßten.
Ich unterstelle Ihnen damit keine Unehrlichkeit im üblichen
Sinne. Aber Sie schrecken m.E. gefühlsmäßig, instinktiv
davor zurück, über die tatsächliche politische
Situation und, was diese von uns an strategischen Entscheidungen
abverlangt, zu sprechen und verharren lieber bei Ihrem lieb gewordenen
„ordnungspolitischen“ Steckenpferd. Dabei sind Sie
den über die Sitzordnung streitenden Passagieren in dem gegen
den Abgrund rasenden Zug nicht so unähnlich; siehe meinen
Brief an Dr. Kümel.
Wie oft muß ich Ihnen noch erklären, daß kein
vernünftiger Mensch in diesem Land, der es mit Deutschland
gut meint, etwas grundsätzlich dagegen hätte, das sicherlich
überholungsbedürftige Grundgesetz zu reformieren und
dabei insbesondere die Regier-ungsform von den derzeitigen Ungereimtheiten
zu befreien? Von den gegen das Prinzip der nationalen Selbstbestimmung
und den Kern des Grundgesetzes kraß verstoßenden Bestimmungen,
wie dem neuen Artikel 23, spreche ich in diesem Zusammenhang nicht
einmal, ebensowenig von einigen höchstrichterlichen Gefälligkeitsauslegungen,
wie z.B. dem sogenannten Somaliaurteil 1993 zu Art. 24 II GG.
Diese müssen ersatzlos ge-strichen bzw. aufgehoben werden
und können es auch problemlos, weil sie in die Systematik
des Grundgesetzes nicht reinpassen.
Eine Reform hätte nicht nur den praktischen Wert einer verbesserten
staatsrechtlichen Struktur, sondern könnte, den richtig gewählten
Zeitpunkt vorausgesetzt, auch einen nationalen Neuanfang staatspolitisch
symbolisch begleiten. Dazu wäre das Jahr 1990 ein optimaler
Zeitpunkt gewesen, wenn es die Bereitschaft dazu im Land gegeben
hätte und die entsprechenden politischen Machtverhältnisse
vorgelegen hätten.
Warum, glauben Sie, gab es diese Voraussetzungen nicht? Weil der
entscheidende, gesellschaftlich breit wirkende, nationale Verteidigungsimpuls
gegen den Abbau der eigenen gesellschaftlichen (sprich soziokulturellen,
völkischen) Freiheitsrechte und der eigenen sozialen und
kulturellen Identität fehlte, und zwar trotz der spätestens
in den achtziger Jahren überdeutlich gewordenen existentiellen
Bedrohungen der deutschen Gesellschaft und trotz der ungeheueren,
frechen Anmaßungen der international-istischen Kräfte
im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung (2+4 – Vertrag,
EU-Aktionismus und daraus folgendes Mißlingen der „inneren
Wiedervereinigung“). Und warum glauben Sie, daß dieser
Impuls fehlte - und heute noch fehlt? Dafür gibt es viele
Gründe, aber einer, der nicht unwichtig ist, hängt mit
uns „Nationalen“ zusammen. Wir haben es nie geschafft,
uns von dem Stigma der Niederlage von 1945 und von der, uns geschickt
aufgezwungenen „Bewältigung“ von dem, was davor
war, zu befreien. Ganz im Sinne unserer Gegner. Die fatale Folge
ist, daß wir es auch nicht geschafft haben, ein nationales
Paradigma im Sinne der Verteidigung der erlebbaren, verteidigungs-würdigen
Volksgemeinschaft zu schaffen. -
DAS WÄRE ABER ALS SCHLÜSSEL ZUR MASSENBASIS FÜR
EINE NATIONALE ERHEBUNG UNABDINGBAR.
Deswegen, lieber Jürgen Schwab, ist Ihr formeller Ansatz
einer Kritik am Grundgesetz zwar löblich, aber Ihr dahinterstehendes,
leicht durchschaubares Motiv, nämlich die Fundamentalablehnung
der Bundesrepublik Deutschland und damit auch unserer Gesellschaft
mit ihren real existierenden Selbstbestimmungsstrukturen, welche
heute der Verteidigung bedürfen, ist für die nationale
Sache verhängnisvoll.
Auf Ihre sonstigen, mit Verlaub gesagt etwas unsachlichen Bemerkungen
im Schreiben an Herrn Dr. Kümel möchte nur stichwortmäßig
eingehen:
- Ich spiele nicht die „Rolle der NPD“, bin aber überzeugt,
daß ich im Sinne der wirklich nationalen Basis in der NPD
spreche. Die Entscheidung unter dem Damoklesschwert des Verbotsverfahrens
war eine Folge der Erpressung des Parteivorstandes durch den nunmehr
in parteiverhöhnender Form aus der NPD ausgetretenen Rechtsanwalt
Mahler.
- Sie müssen mich nicht – und wahrscheinlich auch nicht
Herrn Dr. Kümel – über „Rechts“ und
„Links“ belehren. Ich selbst habe die Bedeutung wirklicher
linker, proletarischer Solidarität beinahe mit der Muttermilch
aufgesogen, bin aber dann schon sehr früh zu der Erkenntnis
gekommen, daß sie nur ein schlechter Ersatz für die
Volksgemeinschaft ist - oder bestenfalls eine ihrer kulturellen
Ausprägungen, genau so wie die meisten Religionsgemeinschaften
etc.
- Der Kampf um die politische Standortbestimmung der NPD ist nicht
abgeschlossen, was ja auch aus Ihrer Zuordnung der Landesverbände
zu den in Ihrem Brief an Dr. Kümel dargestellten ordnungspolitischen
Positionen hervorgeht, auch wenn Ihre Formulierung dieser Positionen
mehr geeignet erscheint, die totale Verwirrung vieler Nationalen
zu dokumentieren als irgendeine ernstzunehmende Diskussion widerzu-spiegeln
(Erbmonarchie von 1871, NS-Parteidiktatur von 1933 etc.).
- Die inhaltlichen Auseinandersetzungen zwischen Horst Mahler
und mir haben die Überlegenheit meiner Argumentation gezeigt.
Da Mahler angeblich ein Genie ist, ich aber nicht, kann das wohl
nur mit der Richtigkeit meiner Auffassungen zusammen-hängen.
- Zu meinen Leistungen in der „Theoriearbeit“ möchte
ich mich nicht äußern, auch nicht zu Ihren. Aber eins
möchte ich bemerken: Ich beziehe mich grundsätzlich
nicht auf aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten von irgendwelchen
vermeintlichen Autoritäten, deren Werke die meisten nicht
gelesen haben und – meine Empfehlung – aus Zeitgründen
auch nicht lesen sollten, wenn sie sich mit den heutigen realen
Problemen beschäftigen wollen. Meine Methode ist die folgerichtige,
sachlich und logisch nachvollziehbare Argumentation.
Mit
kameradschaftlichen Grüßen
Per Lennart Aae
12. Jürgen Schwab (8. Juni 2003)
Herrn
Dr. Gunther Kümel
Per E-Post (Herrn Per Lennart Aae zur Kenntnisnahme)
Sehr geehrter Herr Dr. Kümel,
Per Lennart Aae macht das ja sehr geschickt, aber doch recht durchschaubar
in seinem Briefwechsel mit Ihnen:
Er selbst spielt die Rolle der „NPD“, die anderen
(Mahler etc.) sind die „Linken“. Dieses Bild ist zweifach
schief. Zum einen definiert sich die NPD weder als ausschließlich
rechts noch als ausschließlich links, eher ist sie staatspolitisch
rechts und wirtschaftspolitisch links verortet.
Zum anderen hat Aae den Kampf um die politische Standortbestimmung
der NPD bereits vor zwei Jahren gnadenlos verloren – und
zwar gegen Horst Mahler und den NPD-Arbeitskreis Volk und Staat,
den ich leite. Da nun Horst Mahler endlich eingesehen hat, daß
er Hegels preußische Monarchie als Programm nicht in der
Nationaldemokratischen Partei Deutschlands durchsetzen kann und
infolgedessen zwangsläufig den Parte-iaustritt erklärt
hat, fühlt sich nun die längst abgehalfterte Reaktion
in der Partei im Aufwind.
Ich kann aber trotz des Parteiaustritts von Horst Mahler nicht
erkennen, daß nun die „Linie Aae“ in die Vorderhand
gerät, welche die BRD zum „deutschen Nationalstaat“
und ihr Grundgesetz zur „deutschen Verfassung“ manipulieren
möchte (also die Durch-setzung des Programms amerikanischer
Umerziehung in der NPD!).
Viele Denkfähige in der Partei können sich noch an Aaes
„Leistungen“ in der Theoriearbeit zu gut erinnern:
Endlose Fax-Straßen, stundenlange Telefongespräche,
und immer die Argumentationslogik: Per Lennart Aae bezieht sich
auf Per Lennart Aae, während sich Horst Mahler auf G. W.
F. Hegel und ich mich u.a. auf Carl Schmitt beziehe (zunehmend
auch auf Hegel).
Wenn Sie sich die Diskussion zwischen Aae und mir auf www.die-kommenden.net
ansehen, dann werden Sie eines feststellen: Die Enttarnung von
Aaes systemkonformem Unsinn, die Volksgemeinschaft sei im Rahmen
des BRD-Parlamen-tarismus zu erreichen.
Ich plädiere dafür, die NPD soll sich bei nächster
Gelegenheit (Bundesparteitag) klar für die Volksgemeinschaft
und klar gegen den Parlamentarismus entscheiden. Über die
Verwirklichung der Volksgemeinschaft, in welchem System diese
am besten umsetzbar ist, darüber kann ideengeschichtlich
gestritten werden. Es kommen grundsätzlich drei Positionen
in Frage:
1. Die Wiedereinführung der Erbmonarchie (Modell 1871)
2. Die Wiedereinführung der NS-Parteidiktatur (Modell 1933)
3. Die
Einführung einer gemischten Verfassung: Präsidialdemokratie
mit Volksentschei-den und (eventuell berufsständischem) Parlament.
Für die Option 3 plädiere ich, das DK schwankt noch
zwischen Option 1 („Aufstandsplan“) und 3 („Reichsverfassungsentwurf“
von Reinhold Oberlercher, während das Monarchiekonzept von
Horst Mahler einen Sonderfall darstellt), der NPD-Landesverband
Schleswig-Holstein plädiert wohl für Option 2, die NPD-Landesvorstände
Saarland, Sachsen und Bayern möchten wahrscheinlich mehrheitlich
im Sinne Aaes die Volksgemeinschaft im BRD-Parlamentarismus verwirklichen,
was letztendlich auf Wäh-lerbetrug hinauslaufen würde.
Die große Mehrheit der NPD kann – bei genug Argumen-tationskraft
– von Option 3 überzeugt werden. Im übrigen weist
auch das Profil-Heft Nr. 11 zur „Neuen Ordnung“ den
Weg zu Option 3. Hierzu muß noch eine vom GG unabhängige
Ordnungsskizze ausgearbeitet werden.
Mit
besten Grüßen
Jürgen Schwab
11. Per Lennart Aae (7. Juni 2003)
Sehr geehrter Herr Dr. Kümel,
vielen Dank für Ihre Antwort. Der Unterschied zwischen den
"Linken", etwa vom Zuschnitt Frankfurter Schule oder
68er Bewegung, und uns Nationalen ist v.a. der Umstand, daß
sich erstere im Zeitgeist gut aufgehoben fühlen und ihr angeblich
avantgardistisches oder subkulturelles Umfeld in Wirklichkeit
in den Salons selbstgefälliger, staatlich geförderter
Pseudo-Gesellschaftskritik, in den vom Kapital gezüchteten
Lifestylekulturen und nicht zuletzt an den Trögen der Macht
angesiedelt ist, während die Nationalen die ganze etablierte
Politikerkaste, die Medienwelt und die "Kulturelite"
gegen sich haben, weil sie eben die Herrschaft des Kapitals und
der fremden Vögte im Land tatsächlich bekämpfen,
und zwar vom einzigen tragfähigen Standpunkt aus, nämlich
dem völkisch-nationalen.
Die Folge ist u.a., daß die Nationalen im Gegensatz zu den
"Linken" sich natürlich nicht etwa als das Salz
in der gesellschaftlichen Suppe, als die lifestyleorientierte
Gemeinschaft der Progressiven und Aufmüpfigen sehen können,
die die letztlich gesellschaftlich anerkannte Aufgabe haben, den
eher konservativen Bremsern Feuer unterm Hintern zu machen. Mit
einer derartigen Aufgabe kann man es sich selbstverständlich
in der Gesellschaft und unter Intelektuellen gemütlich einrichten
und sich auch leisten, sich gegenseitig anerkennend auf die Schulter
zu klopfen, auch wenn man über Details uneinig sein sollte.
Das trifft aber, wie gesagt, nun mal nicht für die Nationalen
zu. Diese sind nach meinem Verständnis vielmehr mit einigen
Passagieren eines gegen einen Abgrund rasenden Zuges zu vergleichen,
die verzweifelt versuchen, die drohende Katastrophe ihren ahnungslosen
Mitpassagieren irgendwie verständlich zu machen, während
diese sich wichtigtuerisch über die Sitzordnung in den Abteilen
streiten. Wenn dann jemand kommt, der die Warner angeblich unterstützen
will, sie aber de facto eher dazu drängt, sich doch lieber
um die Sitzordnung zu kümmern, so fällt es letzteren,
so weit sie die Situation noch klar überblicken, verständlicherweise
schwer, dem "Unterstützer" als vermeintlichem Gesinnungsgenossen
irgendwelche wärmeren Gefühle entgegenzubringen. - Dieser
Vergleich trifft m.E. ziemlich genau die Situation, in der wir
uns derzeit befinden.
Oder direkter ausgedrückt: Die Nationalen sind heute die
Warner vor der bevorstehenden vollständigen Vernichtung des
deutschen Volkes und der Zerschlagung seines derzeit einzigen,
einigermaßen wirksamen Schutzschildes, nämlich des
deutschen Nationalstaates. Die Zerstörung dieses Nationalstaates,
seiner Idee und seiner grundsätzlichen Legitimation ist schon
so weit gediehen, daß der Punkt bald erreicht sein könnte,
an dem seine Rettung und somit auch die Errichtung jeglichen Ersatzes,
welcher verfassungsrechtlichen Geschmacksrichtung auch immer,
für unabsehbare Zeit unmöglich werden könnte. –
Nach Ablauf dieser unabsehbaren Zeit wäre aber das deutsche
Volk tot. So schrecklich und gleichzeitig so einfach ist die Lage.
Unter diesen Umständen ist es in der Tat schwer, Verständnis
für jemanden aufzubringen, der nicht seine ganze verfügbare
Kraft zur Verhinderung der unmittelbar bevorstehenden Zerschlagung
des deutschen Nationalstaates und der damit einhergehenden Beschleunigung
der Vernichtung des deutschen Volkes einsetzt, sondern vielmehr
alles tut, um Unsicherheit und Mißtrauen gegenüber
eben diesem Nationalstaat zu schüren. Genau das tun aber
jene, die unter Berufung auf die illegitime Herkunft oder die
staatsrechtlichen Konstruktionsfehler des Grundgesetzes die Bundes-republik
Deutschland emphatisch zum Feindbild für nationale Deutsche
erklären. Sie berauben damit das nationale Deutschland der
letzten erfolgversprechenden Möglichkeit, den Widerstand
im deutschen Volk gegen seine Entmündigung und allmähliche
Auslöschung zu organisieren. Diese Möglichkeit wäre
sonst NOCH gegeben, wenn im Zuge des beschleunigten wirtschaftlichen,
sozialen und kulturellen Niederganges dieses Landes und des gleichzeitigen,
durch Globalisierung und EU-isierung hervorgerufenen, totalen
Kompetenzabbaus aller deutschen Staatsorgane, v.a. der Bundesregierung
und des Bundestages, immer offensichtlicher wird, daß die
Arbeitslosigkeit, der Verfall der sozialen Sicherungssysteme u.s.w.
hauptsächlich deswegen nicht in den Griff zu bekommen sind,
weil unsere Regierung keine souveräne Regierung mehr ist,
sondern eine Verwaltung, die auf Anweisung internationaler Manager
arbeitet, und unser Bundestag keine Volksvertretung und gesetzgebende
Versammlung mehr ist, sondern nur noch ein sehr teures Übersetzungsbüro
für die Übersetzung der Richtlinien des EU-Ministerrates
ins Juristendeutsch. – Bitte ersparen Sie mir den Einwand,
daß Bundesregierung und Bundestag sowieso nie souverän
waren! Das ist erstens nicht wahr und zweitens politisch-psychologisch-strategischer
Schwachsinn in einer Zeit, in der es darauf ankommt, den VERTEIDIGUNGSWILLEN
im deutschen Volk gegen den Abbau seiner Souveränitätsrechte
zu wecken.
Die Erkenntnis, daß wir die immer größeren Probleme
nicht lösen können, weil wir durch Globalisierung und
EU gefesselt sind, wird sich in nächster Zeit bei immer mehr
Menschen immer stärker durchsetzen. DAS IST DIE HISTORISCHE
CHANCE EINER WIRKLICHEN NATIONALEN REVOLUTION IN DEUTSCHLAND.
Sie setzt aber voraus, daß der nationale Kampf als Freiheitskampf
FÜR Volk und Staat, FÜR die nationalen Freiheitsrechte,
FÜR Demokratie geführt wird, GEGEN Fremdherrschaft und
Kapital-macht und GEGEN jene politische Klasse, die ohne Auftrag
oder Mandat und unter offensichtlicher, krasser Verletzung der
freiheitlich demokratischen Grundordnung der BRD die staatlichen
Selbstbestimmungsrechte der Deutschen an fremde Vögte ab-treten.
Die Aufgabe, die auf das nationale Deutschland zukommt, diese
Revolution geistig vorzubereiten und praktisch durchzuführen,
ist gewaltig, sowohl in geistiger, also emotionaler und intelektueller
Hinsicht als auch was die organisatorischen und finanziellen Aufgaben
betrifft. Sie ist so gewaltig und so schwierig, daß wir
uns eines mit Sicherheit NICHT leisten können, nämlich
einen Zweifrontenkrieg GEGEN die Zerstörung der Volkssubstanz
und der für deren Verteidigung notwendigen derzeitigen Bausteine
staatlicher Selbstbestimmung einerseits und – idiotischerweise
– gleichzeitig GEGEN eben diese Bausteine als Bestandteile
des Feindbildes BRD andererseits. Die taktische Lösung dieser
Zweifrontenaufgabe käme der Quadratur des Kreises gleich,
d.h. sie ist unmöglich.
ICH WEISS, daß die richtige Beantwortung dieser von mir
aufgeworfenen Fragen der Schlüssel zum Erfolg der nationalen
Sache in Deutschland ist. Käme es hier zu einem Konsens in
dem von mir dargestellten Sinne, könnte sich eine nationale
Bewegung bilden, die zunächst das geistige Klima und dann
die Machtverhältnisse in Deutschland in kürzester Zeit
grundlegend zu ändern in der Lage wäre. Ich weiß
aber auch, daß einer solchen Entwicklung schwerwiegende
mentale Hindernisse im Weg stehen. Es sind die Folgen jahrzehntelanger
Stigmatisierung der Deutschen im allgemeinen und der nationalen
Deutschen im besonderen, durch welche letztere psychologisch veranlaßt
werden, in einer unpolitischen, gettoähnlichen Verliererposition
zu verharren, und erstere infolgedessen ohne geistige Führung
handlungsunfähig bleiben.
Aus diesem Dilemma müssen wir herauskommen. Wir brauchen
ein Schwert, ein geistiges, mit dem wir den Gordischen Knoten
durchhauen können.
Gott gib uns dieses Schwert und den klaren Verstand, es zu führen!
– Das soll mein Pfingstgebet sein.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, sehr geehrter Herr Dr.
Kümel, und allen Empfängern von Kopien dieses Briefes
eine schöne und geruhsame Pfingstzeit.
Per
Lennart Aae
10. Dr. Gunther Kümel (6. Juni 2003)
Sehr geehrter Herr Aae,
sie haben ganz recht, sich mit Ihrer Sendung an mich zu wenden.
Ich bin ein uralter Nationaler und von da her ein guter Ansprechpartner
in dem scheinbaren ideologischen Konflikt zwischen Teilen der
NPD und Horst Mahler.
Ich habe lange darüber nachgedacht und zuletzt muß
ich meiner Meinung Ausdruck geben: Der Konflikt ist nicht alleine
maßlos übertrieben in seiner Bedeutung für den
Kampf um das Deutsche Volk, er ist tatsächlich nur ein scheinbarer
Konflikt. Bei genauerer Beschäftigung mit dem Thema ließe
sich das allemal feststellen.
Unterschiede gibt es. Die NPD stellt sich im Parteiengetriebe
den Wahlen in der Bundesrepublik. Daher kann sie nicht in der
von HM praktizierten Schärfe die Institutionen der BRD und
des GG angreifen. Es ist sehr verdienstvoll, daß es die
NPD gibt, gäbe es sie nicht, müßte sie erfunden
werden. Dabei kann ich mir allerdings schon vorstellen, daß
die NPD mit großem Vorteil ihre Position deutlicher machen
könnte, daß die BRD tatsächlich das Konstrukt
der Allierten ist, daß nach der Verhaftung der ersten deutschen
Nachkriegsregierung durch die Allierten das Reich durchaus nicht
erloschen ist, sondern anerkannterweise fortbesteht, und welche
Konsequenzen sich daraus ergeben.
Die NPD und Mahler gehen getrennte Wege und haben das gleiche
Ziel: Die Erhaltung und Gestaltung Deutschlands. Bei den Linken
gab es jederzeit eine linke Solidarität: Trotz erheblicher
Differenzen zwischen SPD und KP standen sich die Leutchen immer
nahe. Es wäre für unseren Kampf von sehr großer
Bedeutung, daß bei uns Rechten nicht eine Parteiung oder
Sekte die andere bekämpft, sondern statt dessen lieber die
Multikultis.
Mit
heimattreuen Grüßen
Dr. Gunther Kümel
9. Per Lennart Aae (4. Juni 2003)
Sehr geehrter Herr Kümel,
da Sie mit Herrn Mahler über die Bedeutung der FDGO u.s.w.
korrespondieren und Mahlers Auffassungen oft mit denen der NPD
verwechselt werden, sende ich Ihnen anbei eine Erklärung
aus dem Jahr 2001, welche von mehreren NPD-Landesverbänden,
vom Bundesvorstand der Jungen Nationaldemokraten und von verschiedenen
einzelnen nationaldemokratischen Persönlichkeiten unterstützt
wurde. Die Erklärung entspricht m.E. der Auffassung der weit
überwiegenden Mehrheit von nationalen Deutschen, insbesondere
auch der Mehrheit der Nationaldemokraten.
Mit freundlichen Grüßen
Per Lennart Aae
8. Per Lennart Aae (3. Juni 2003)
Lieber Kamerad Schwab,
Sie haben den Punkt nicht verstanden: Ich habe etwas dagegen,
daß Sie unter dem Deckmantel der Grundgesetzkritik einer
falschen politischen Strategie Vorschub leisten, nämlich
der Strategie der Fundamentalablehnung der Bundesrepublik Deutschland.
Das war schon der Tenor Ihres damaligen Entwurfs. Über Ihr
Problem mit der parlamentarischen Demokratie kann man jederzeit
sprechen. Da bin ich vollkommen leidenschaftslos, weil es keine
Kernfrage der heutigen politisch-strategischen Situation ist,
was nicht heißt, daß es etwa völlig unwichtig
sei. Alles andere – oder zumindest das meiste – ist
ja schon gesagt, oder? Aus der Kürze Ihrer Antwort schließe
ich, daß Sie auf meine näheren Ausführungen zum
Thema nicht eingehen können oder wollen. Ich denke, daß
wir wegen der unterschiedlichen Ausgangspunkte und Denkmodelle
auch ein bißchen an einander vorbeireden. Trotzdem bin ich
davon überzeugt, daß Sie mich eines Tages verstehen
werden. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät.
Mit
kameradschaftlichen Grüßen
Per Lennart Aae
7. Jürgen Schwab (3. Juni 2003)
Lieber
Kamerad Aae,
Sie können sich offenbar nicht vorstellen, daß die
Deutschen nach Beendigung der amerikanischen Fremdherrschaft und
dem damit verbundenen Sturz von GG und FDGO überhaupt noch
einmal eine staatliche Ordnung zustande bringen würden. Ich
kann mir das sehr wohl vorstellen. Am Anfang wird vermutlich eine
verfassungsgebende Nationalversammlung stehen, die bereits einer
der Väter des GG, Carlo Schmid (SPD), in seiner Rede am 8.
September 1948 vor dem Parlamentarischen Rat angemahnt hatte.
Sie selbst, Herr Aae, sind ja mittlerweile so weit, daß
Sie sich immerhin eine Reform des GG in Richtung einer Präsidialdemokratie
vorstellen können. Genau das hatte ich, wie Sie sich sicherlich
erinnern können, vor zwei Jahren als Leiter des NPD-Arbeitskreises
„Volk und Staat“ vorgeschlagen, was ja auch vom Ansatz
her im Profil-Heft Nr. 11 Niederschlag gefunden hat. Diesen meinen
Vorstoß hatten Sie damals als Amtsleiter für Politik
und Bündnisse zu verhindern versucht. Das nur noch einmal
zur Erinnerung.
Mit
kameradschaftlichen Grüßen
Jürgen Schwab
6. Per Lennart Aae (1. Juni 2003)
Lieber
Kamerad Schwab,
keine Angst! Ich möchte Ihnen Ihr Thema nicht wegnehmen –
auch wenn ich es könnte. Ganz im Gegenteil, denn das verfassungsmäßige
Regelwerk ist selbstver-ständlich für jedes Staatswesen
wichtig und ich bestreite keinesfalls, daß es auch für
nationale Deutsche wichtig ist, sich damit zu befassen.
Es kommt aber entscheidend darauf an, wie man es tut – und
vor allem wie man es nicht tun sollte. Insbesondere sollte man
in einer Zeit schwerster Angriffe auf die nationale Souveränität
und entsprechender Ängste vor einem Wegbrechen der nationalstaatlich
begründeten sozialen Sicherheit tunlichst vermeiden, Ressentiments
und Haßgefühle gegen den eigenen Nationalstaat zu schüren,
ganz unabhängig davon, ob einem die drei Buchstaben im Staatsnamen
passen oder nicht. Denn unsere Feinde sind ja gerade mit der Auflösung
dieses Staates beschäftigt. Und sie können leider jeden
Tag neue Erfolge verbuchen. Das ist keine „Verschwörungstheorie“,
wie Sie zu glauben scheinen (oder habe ich Sie da mißverstanden?),
sondern eine in höchstem Maße beunruhigende, allgegenwärtige
Realität. Warum beunruhigend? Weil bei einigermaßen
realistischer Beurteilung der politischen, insbesondere der außen-
und „bündnis“-politischen Tatsachen es voraussichtlich
in absehbarer Zeit keinen Ersatz geben wird, und weil das deutsche
Volk ohne seinen Nationalstaat wahrscheinlich die nächsten
paar Jahrzehnte nicht überleben würde.
Könnte es sein, daß genau diese Erkenntnis in der kommenden
Zeit den Anlaß geben wird für viele Angriffe gegen
das Grundgesetz von bisher unerwarteter Seite? Denn das Grundgesetz
behindert ja immerhin den Sozialabbau, das Zuwanderungsgesetz
und die weitere Demontage des deutschen Nationalstaates(1). Und
schließlich sollen ja demnächst die nationalen verfassungsmäßigen
Grundlagen, welchen Ursprungs auch immer, durch eine „EU-Verfassung“
ersetzt werden.
Dessen ungeachtet erklären Sie lustvoll, daß „das
was zurecht fällt, gestoßen und nicht gestützt
werden“ müsse. Sie berufen sich dabei auf die hinreichend
bekannten Unzulänglichkeiten des Grundgesetzes, doch Ihre
Äußerungen und Ihr Stil verraten m.E., daß Sie
in Wirklichkeit die Bundesrepublik Deutschland meinen. Dabei wissen
Sie so gut wie ich, daß etwa die derzeitige Regierungsform
auf ganz konventionellem Wege geändert werden könnte,
z.B. in Richtung Präsidialdemokratie, und zwar durchaus im
Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung der BRD. Dazu
bedarf es keinesfalls der für Deutschland äußerst
gefährlichen und für die nationale Bewegung selbstmörderischen
Mobilisierung von Ressentiments gegen den derzeitigen Staat als
solchen. Es ist „nur“ eine Frage der politischen Macht
im Staate. Diese gewinnt man aber in Zeiten zunehmender existentieller
Ängste nicht durch Forderungen nach der Zerschlagung des
Staates, sondern vielmehr durch die Verteidigung der existentiellen
Lebensgrundlagen des Volkes, zu denen eben auch die staatliche
Organisation und die damit verbundenen Selbstbestimmungsrechte
gehören.
Aber nein, dafür haben Sie natürlich kein Verständnis.
Sie wollen nach eigener Aussage lieber die „Abrißbirne“
einsetzen. Ausgerechnet in einer Zeit, in der der souveräne
Nationalstaat als solcher an einem seidenen Faden hängt und
die Deutschen - gemeinsam mit anderen Völkern - endlich damit
anfangen sollten, auf ihre derzeitigen, konstitutionell verbürgten,
demokratischen Rechte zu pochen, erklären Sie diese Rechte
zum irrealen, nicht ernstzunehmenden Blendwerk und legen scheinbar
größten Wert darauf, uns immer wieder einzuhämmern,
„wie (...) die BRD und das GG zustande gekommen sind“,
nämlich durch „Kapitulation, Verhaftung der Reichsregierung,
von den alliierten Siegern beauftragter Verfassungskonvent’
von Herrenchiemsee etc.“ Als ob uns dies auch nur einen
Millimeter weiterbringen würde und nicht schon die ständige
Holocaust-Propaganda für ausreichenden nationalen Frust und
entsprechende politische Handlungsunfähigkeit in diesem Land
sorgen würde.
Dieser selbstzerstörerische Fatalismus erinnert mich an Reinhold
Oberlercher, der anläßlich einer Podiumsdiskussion
in Passau, die ich moderierte, erklärte, es sei nur gut,
wenn der derzeitige deutsche Staat zugunsten von EU, OECD, WTO
etc. entmachtet werde, d.h. wenn die Deutschen ihre Selbstbestimmung
vollends verlieren, denn um so schneller komme ja auch der Untergang
der BRD.
Ich habe es schon mal Horst Mahler geschrieben: Würden die
Franzosen diese Maßstäbe anlegen, müßten
sie sich eigentlich selbst abschaffen. Denn nach der Niederlage
von Vercingetorix gegen Caesar verloren die Gallier nicht etwa
nur eine bestimmte staatliche Verfassung, sondern ihre keltische
Sprache, ihre Kultur, praktisch ihr gesamtes Volkstum. Und ihr
Land wurde in aller Form zur römischen Provinz erklärt.
Das war für die Betroffenen sicher bitter. Trotzdem erwuchs
daraus die „Grande Nation“. So funktioniert die Evolution,
die kulturelle wie die biologische. Sie leistet sich eben keine
Sentimentalität.
Die Deutschen haben aber die Römer, den dreißigjährigen
Krieg, Napoleon und die beiden Weltkriege überlebt. Nicht
etwa weil sie immer zurückschauten, sondern, ganz im Gegenteil,
weil sie vorwärts blickten und sich trotzdem treu blieben.
Genau das ist in meinen Augen eine der wichtigsten deutschen Tugenden
überhaupt(2) .
So konnte seit der Völkerwanderung die deutsche Identität
in ungebrochener Kontinuität weiterleben und weiterentwickelt
werden.
Heute können wir dies ebenfalls erreichen. Aber nicht indem
wir vergangenen Schlac-hten und verpaßten Chancen nachtrauern,
sondern indem wir uns der heutigen Schlacht stellen und diese
gewinnen. Es geht um den Kampf für nationale und soziale
Freiheit, gegen den Weltherrschaftsanspruch der internationalen
Finanzoligarchie und den feigen Opportunismus ihrer bourgeoisen
Steigbügelhalter und politischen und ideologischen Helfer
und Helfershelfer aller Schattierungen.
In diesem Kampf haben wir natürliche Verbündete, und
zwar mehr und stärkere potentielle Bündnispartner als
je zuvor. Ich nenne hier die drei wichtigsten Gruppen:
- Da sind zunächst die Bürger in diesem Land und darüber
hinaus in allen von der kapital-globalistischen Gleichschaltung
betroffenen Ländern. Je schlimmer die Welt-wirtschaftskrise
wird und je handlungsunfähiger die Regierungen wegen der
immer penetranteren Bevormundung durch EU, WTO, IWF, US-Regierung,
OECD etc. gleich-zeitig werden, um so nachdrücklicher werden
die Menschen fragen: Warum können unsere Regierungen nicht
in Wahrnehmung des von uns erteilten Mandats in unserem Interesse
handeln? Das wird die Massenbasis für eine neue soziale,
völkische, raumorientierte Bewegung – weltweit, aber
besonders in Deutschland.
- Viele Staaten, die aufgrund der oben genannten Bevormundung
sich über kurz oder lang jeglichen politischen Spielraums
beraubt sehen, bis hin zur Einschränkung oder völligen
Aufhebung der eigenen Souveränität, werden auf den westlich-jüdischen
Imperialismus und Globalismus mit Gegenkonzepten reagieren müssen.
Diese Entwicklung ist heute schon erkennbar, wobei deutlich wird,
daß europäische Mächte wie Frankreich und Rußland
eine Vorreiterrolle spielen, mit zahlreichen Drittewelt- und Schwellenländern,
nicht zuletzt den Riesenstaaten China und Indien, im Hintergrund.
- Mittelfristig werden diese Staaten ein Gegenparadigma zum globalen,
US-dominierten Kapitalismus benötigen. Für mich gibt
es keinen Zweifel, daß es ein völkisch-raumorientiertes,
multizentristisches Modell werden wird. Dieses Modell wird aufgrund
der geschichtlichen Logik ohnehin den Zeitgeist einer neuen geistesgeschichtlichen
Epoche prägen und damit das derzeitige globalistische, liberalistische
Paradigma ablösen. Damit werden zunehmend intelektuelle Kreise
zu Verbündeten im Kampf für völkisch-raumorientierte
Ideen werden. Deutschland könnte sich hier an die Spitze
der geistigen Entwicklung stellen, so wie schon früher große
geistige Bewegungen von diesem Land ausgegangen sind, von der
Reformation bis zum Sozialismus.
Warum schreibe ich das? Um Ihnen zu erklären, wo die Musik
künftig spielen wird, salopp gesagt. Keine der von mir genannten
„Verbündeten“, seien es die unter der Handlungsunfähigkeit
der Regierung leidenden Bürger, die an der Freundschaft Deutschlands
interessierten Staaten oder die neuen geistigen Strömungen,
hätten ein „Interesse“ daran oder würden
es überhaupt verstehen, wenn Deutschland seine staatliche
und gesellschaftliche Entwicklung seit 1945 mehr oder weniger
auslöschen und an eine heute kaum nachvollziehbare frühere
Tradition anknüpfen wollte, die in ihrer heutigen, anachronistischen
Adaption nur als Zerrbild ihres Vorbildes und als irrationale
Antithese zur Moderne aufgefaßt wird(3) . Und weil dem so
ist, wird es auch nicht passieren. Das schließt weder aus,
daß die Dämonisierung und Kriminalisierung der deutschen
Geschichte aufhören muß, noch daß klassische
deutsche Tugenden wieder diese Nation leiten müssen. Aber
die alten Fetische taugen nicht als Feldzeichen im neuen Kampf.
Wenn wir diesen gewinnen wollen, müssen wir uns vielmehr
mit innovativer Kraft neue schaffen. – Nein, natürlich
keine Fetische, aber Ideen und Konzepte, revolutionäre Antworten
auf die heutigen Existenzfragen, eine geistige Verteidigungsstrategie
gegen die Errichtung einer globalen Diktatur - und dazu die passenden
Begriffe und Stichworte, mit denen man siegen kann.
Einige davon haben wir Nationaldemokraten bereits. Aber leider
prägen sie noch nicht unser öffentliches Erscheinungsbild.
Weil wir uns verzetteln und nicht richtig wissen, ob wir siegen
oder unsere Befindlichkeiten pflegen wollen. Und natürlich
weil es für unsere Gegner, die selbst die größten
Volks- und Staatsfeinde sind, so bequem ist, uns als Bürgerschreck,
NS-Popanz und Gefahr für den Staat hinzustellen, statt sich
mit unseren Argumenten auseinanderzusetzen. – Es wird höchste
Zeit, daß sich dies ändert.
Resümee:
- Die Verteidigung bzw. Wiederherstellung der staatlichen Unabhängigkeit
Deutschlands muß höchste Priorität im nationalen
Kampf bekommen. Das bedeutet schärfste und radikalste Ablehnung
der kapitalistischen, internationalistischen Fremdbestimmung und
unerbittlichen Kampf den fremden Vögten von EU, WTO und sonstigen
Frontorga-nisationen des internationalen Kapitals.
- Nur so können die deutschen Staatsorgane ihre heute beinahe
vollständig verlorengegangene Handlungsfähigkeit in
Bereichen wie Wirtschafts-, Sozial-, Finanz-, Währungs- und
sogar Kultur- und Bildungspolitik zurückgewinnen, um die
gewaltigen Probleme im Lande zu lösen und die tödlichen
Gefahren für das deutsche Volk abzuwenden, z.B. den Familien-
und Bevölkerungsnotstand (und damit den drohenden Volkstod),
die Massenarbeitslosigkeit, die Überfremdung und Entsolidarisierung
der Gesellschaft, den katastrophalen Bildungsnotstand u.s.w.,
u.s.f.
- Diese Strategie ist nur im Kontext der Verteidigung von Volk
und Staat auf der derzeitigen Verfassungsmäßigen Grundlage
durchführbar. Dies schließt weder eine konstruktive
Kritik noch eine radikale Reform des Grundgesetzes aus. Aber eine
im Kern feindselige Haltung gegenüber dem Grundgesetz und
der BRD wäre gerade in der heutigen Situation mit dem Kampf
für nationale Freiheitsrechte und nationalstaatliche Souveränität
mit Sicherheit nicht vereinbar, und zwar weil sie massenpsychologisch
nicht vermittelbar und machtpolitisch unrealistisch wäre.
- Die deutschen Traditionen und geschichtlichen Erfahrungen bilden
zusammen mit der soziokulturellen und biologischen Volkssubstanz
die Grundlage der deutschen Identität. Aber der eigentliche
Kern einer heute dringend benötigten, modernen völkisch-nationalen
Weltanschauung als Basis für nationale Politik darf sich
nicht in der Hinwendung zu bestimmten nationalen Traditionen erschöpfen,
sondern sollte vielmehr in der allgemeinen menschlichen und humangeschichtlichen
Erkenntnis bestehen, daß soziokulturelle Identität
die Grundbedingung für die Freiheit in der Gemeinschaft und
damit für menschliche Zivilisation schlechthin ist.
- Diese Erkenntnis, die in der Tat im wahrsten Sinne des Wortes
weltanschaulichen Charakter hat(4) , muß den liberalistischen,
kapitalistischen Expansionismus und Globa-lismus als geistesgeschichtliches
Paradigma ersetzen, weil sonst, angesichts unserer derzeitigen,
exponentiell verlaufenden Selbstzerstörung, nicht nur die
Existenz des deutschen Volkes, sondern aller Völker und letztlich
der ganzen Menschheit bedroht wäre.
- Als Voraussetzung für einen gemeinsamen Kampf der Nationalisten
in allen Ländern und für ein dringend benötigtes
Gegenparadigma der bedrohten Völker und Staaten zum westlich-jüdisch-monetaristischen,
globalen Machtanspruch ist diese weltanschauliche Grundlage unerläßlich.
Im Vordergrund muß der gemeinsame Wille der Völker
zur Verteidigung ihrer nationalen Souveränität stehen.
Schon aus diesem Grunde wäre es absurd, wenn ausgerechnet
die deutschen Nationalisten, denen aus vielerlei Gründen
eine Führungsrolle im bevorstehenden gemeinsamen Kampf zufallen
dürfte, ihre Kräfte auf die Zerschlagung des eigenen
Staates konzentrieren würden.
Schlußbemerkung:
Beim Durchlesen obiger Zeilen ist mir der Gedanke gekommen, daß
Sie ja möglicherweise entwaffnend einfach darauf antworten
könnten. Nämlich indem Sie mich fragen, was ich denn
überhaupt will, denn es sei ja gar nicht Ihr Anliegen, Feindschaft
gegen die BRD zu schüren, sondern lediglich, ihr eine bessere
verfassungsmäßige Grundlage zu geben. - Gut, einverstanden!
Aber auch in dem Fall hätte ich diese Zeilen nicht umsonst
geschrieben, denke ich. Denn es gibt auf jeden Fall den einen
oder anderen Kameraden, der so ähnlich denkt, wie ich es
bei Ihnen unterstellt habe. Und der könnte sich, unbeschadet
Ihrer Intentionen, von Ihnen bestärkt fühlen, da bin
ich mir sicher. Generell halte ich eine Klärung dieser politisch-strategischen
Fragen für notwendig und bin Ihnen dankbar, daß Sie
mir die Gelegenheit gegeben haben, dazu einen Beitrag zu leisten.
Mit
kameradschaftlichen Grüßen
Per Lennart Aae
1) Siehe z.B. die Leitsätze zum Urteil des
Bundesverfassungsgerichts vom 12. Oktober 1993 – BverfG,
Zweiter Senat: 2 BvR 2134/92 u. 2 BvR 2159/92 (BverfGE 89, 155).
2) In diesem Zusammenhang kommt mir folgendes Verslein in den
Sinn: << Kamerad, machst Du Dir wegen gestern Sorgen, so
bedenke: Heute ist das Gestern von morgen!
3) Horst Mahler hat dies in unübertroffener, grotesker Form
parodiert. Eigentlich schulden wir ihm Dank dafür, wegen
der abschreckenden Wirkung. Vielleicht kann diese den einen oder
anderen zu einem politikfähigen völkisch-nationalen
Konzept bekehren, ganz gegen die Intention von Schily und Mahler.
4) Siehe meinen Beitrag „Politische und weltanschauliche
Grundlagen der deutschen Nationaldemokratie“ in „Alles
Große steht im Sturm“, DS-Verlag 1998.
5. Jürgen Schwab (26. Mai 2003)
Lieber
Kamerad Aae,
ich wäre ein Autist, würde ich Ihnen nun noch einmal
in aller epischen Breite zu erklären versuchen, daß
Ihre politischen Themen (schwindende völkische Substanz,
Überfremdung, Abgabe von souveränen Restbeständen
von BRD an EU etc.) auch nach meiner Auffassung einen wichtigen
Platz im Bereich des Kampfes um die Straße und der Parlamente
haben muß. Was ich Ihnen jedoch seit drei Jahren vorwerfe
ist, daß Sie Ihrem Publikum zu erklären versuchen,
daß Ihre programmatischen Themen ohne eine Umklammerung
mit „meinem“ Thema „Neues Ordnungsdenken“
auskommen würden.
Was die Massenagitation anbelangt, so kann ich selbstverständlich
nicht auf einem Plakat oder einem Aufkleber diese komplizierten
Zusammenhänge allgemeinverständlich ausbreiten. In einer
Zeitschrift wie dem Spiegel (oder Deutsche Stimme) ist das durchaus
möglich. Es ist sogar möglich, auf einem NPD-Flugblatt
allgemeinverständlich rüberzubringen, warum die Frage
der Überfremdung in der BRD vor allem auch mit der deutschen
Verfassungslage seit dem 23. Mai 1945 zusammenhängt und selbst
unter den derzeitigen staatspolitischen Voraussetzungen Reformen
gerade auch im Bereich der Ausländerpolitik (Ausländerstop,
Rückführung) selbst bei einem Austausch des politischen
Personals nicht gelingen könnten.
Das Dilemma, in dem die NPD seit 1996 steckt – also seit
sie explizit revolutionär ausgerichtet ist –, ist die
Grundtatsache, daß die Partei noch keine eindeutige Ent-scheidung
zwischen a) dem Erhalt bzw. der Reform der parlamentarischen Demokratie
und b) der Erlangung der Volksgemeinschaft getroffen hat.
Bei dem Punkt b) geht es um eine „sich selbst bewußtgewordene
Volksgemeinschaft“ (Horst Mahlers Interpretation von G.
W. F. Hegels Begriff des „sittlichen Ganzen“), die
sich zur Durchsetzung ihres Gemeinwohls ihren Nationalstaat geschaffen
haben muß. Der Nationalstaat muß also erst geistig
vorgedacht sein, um ihn überhaupt – später einmal
– umsetzen zu können. Ohne Nationalstaat wird auch
die Volksgemeinschaft nicht zu schaffen sein.
Aktivisten wie Sie, Herr Aae, die nur naturwissenschaftlich argumentieren,
leben in dem Irrglauben, daß die Volksgemeinschaft sozusagen
auf dem Baum wächst, wo sie von guten nationalen Deutschen
– sind diese erst einmal an die Macht gelangt –, nur
gepflückt werden müßte.
Meine für die NPD provozierende These lautet: Diese muß
eine klare Entscheidung für die Volksgemeinschaft und gegen
die parlamentarische Scheindemokratie treffen, was sie bis heute
nicht getan hat. Sie, lieber Herr Aae, erwecken den Anschein,
als ob die Volksgemeinschaft im Rahmen der sogenannten parlamentarischen
Demokratie um-setzbar sein könnte. Ich zitiere Ihr letztes
Schreiben:
„Weil sie [die Deutschen] mittlerweile spüren, daß
die Freiheitsrechte nur verteidigt oder wiedergewonnen werden
können durch eine Auseinandersetzung zwischen freien oder
nach Freiheit strebenden Volksgemeinschaften einerseits und der
Herrscherkaste des internationalen Kapitalismus und ihren politischen
Hilfstruppen andererseits.“
Abgesehen von Ihrem unsinnigen Freiheitsbegriff, so scheint Ihnen
vollkommen entgangen zu sein, daß das internationale Finanzkapital,
das derzeit die „kapitalistische Weltrevolution“ (Karl
Marx, modern formuliert „Globalisierung“) vorantreibt,
zur regionalen Durchsetzung das Modell der sogenannten parlamentarischen
Demokratie, das keine wirkliche Regierungsgewalt und Volkssouveränität
kennt, dringend benötigt. Denn wie wäre es denn sonst
zu erklären, daß den von den „Alliierten“
zusammen-geschlagenen und abhängig gemachten Verlierernationen
fast ohne Ausnahme dieses System – bei geringen Abwandlungen
– aufgezwungen wird: Deutschland, Italien, Japan (nach 1945),
Jugoslawien (nach 1999), Kroatien (finanzielle und militärlogistische
Abhängigkeit), Afghanistan und Irak (in neuester Zeit) und
Palästina (ganz aktuell: Umwandlung einer faktischen Präsidial-
in eine parlamentarische Demokratie). Sicherlich ist für
Syrien und den Iran das gleiche Strickmuster vorgesehen. Vielleicht
fallen ja den Lesern unseres Disputs noch weitere Beispiele ein.
Grundsätzlich gilt: Am Anfang steht die militärische
Niederlage, auf welche die Fremdinstallation eines Parlaments
folgt. Nach der „pluralistischen“ Lehre soll dann
die Mehrheit des Parlaments die Regierung stellen. Daß jedoch
die Regierungsgewalt etwas völlig anderes sein müßte
als eine bloße Versammlung gesellschaftlicher Interessen,
scheint auch Ihnen, Herr Aae, entgangen zu sein.
Während Sie, Herr Aae, immer auf die Außenpolitik abheben
und den Eindruck erwecken, die Volksgemeinschaft nach innen sei
sozusagen als Naturzustand einfach vorhanden, ist jedenfalls mir
der Zusammenhang von (fehlender) innerer und (fehlen-der) äußerer
Souveränität geläufig. Demgegenüber pochen
Sie, Herr Aae, darauf, die Fiktion einer BRD-„Souveränität“
gegen die Globalisierung zu verteidigen. Das nenne ich „reaktionär“,
weil ich als Revolutionär der Auffassung bin, daß das
was zu Recht fällt, gestoßen und nicht gestützt
werden soll!
Um was es hier geht, nämlich das Neue Ordnungsdenken, das
muß weitestgehend verbreitet werden, auch wenn es 80 Millionen
Deutsche heute noch nicht nach-vollziehen können, die wir
ja auch nicht erreichen können und auch nicht erreichen müssen.
Aber wir dürfen davon ausgehen, daß die eine Million
Spiegel-Leser (der gei-stige Mittelstand bis hin zur etablierten
Intelligenz) diesen von mir beschriebenen Zusammenhang sehr wohl
versteht. Wir dürfen die Deutschen nicht dümmer machen
als sie sind!
Mit
kameradschaftlichen Grüßen
Jürgen Schwab
4. Per Lennart Aae (25. Mai 2003)
Lieber
Kamerad Schwab,
vielen Dank für Ihre Antwort. Nachdem es Ihnen offenbar so
leicht über die Lippen geht, mir ein mangelhaftes Verständnis
zu attestieren, möchte ich Ihnen ohne große Vorrede,
und ohne Ihre Polemik zu erwidern, mitteilen, was Sie selbst m.E.
an der heutigen politischen Realität gründlich mißverstehen.
Sie glauben offenbar, daß politisch ansprechbare Bundesbürger
heute brennend daran interessiert seien, von dem durch das Odium
des Siegerdiktats belasteten Grundgesetz befreit zu werden. Das
mag für einige wenige, historisch Vorgebildete oder für
die Träger einer bestimmten Protesthaltung zutreffen, für
die überwältigende Mehrheit aber sicher nicht. Ganz
im Gegenteil, diese Mehrheit wäre zur Verteidigung der heute
(noch!) wahrnehmbaren deutschen Eigenstaatlichkeit zu mobilisieren,
wenn es die dafür erforderlichen politischen Konzepte geben
würde. Denn sie besteht keineswegs über-wiegend aus
vor sich hinvegetierenden Wohlstandssubjekten oder gar vaterlandslosen
Gesellen, sondern aus im Grunde patriotisch denkenden - oder zumindest
fühlenden - Deutschen, die - halb bewußt, halb unterbewußt
- nach einer Möglichkeit suchen, sich dem im atemberaubenden
Tempo voranschreitenden Abbau ihrer sozialen Geborgenheit, ihrer
Kultur, ihrer demokratischen Mitbestimmungsrechte, ihrer Sprache,
ihrer Wurzeln, ihrer Identität entgegenzustellen.
Es gelingt ihnen aber leider nicht, noch nicht. Weil einerseits
die herrschende politische Klasse es immer noch fertig bringt,
das politische Paradigma der identitätsfähigen Gesellschaft
zu tabuisieren, und andererseits zu viele nützliche Idioten
rumlaufen, die eine breite, notwendigerweise völkisch-national
motivierte Rebellion gegen die fremden Vögte dadurch verhindern
helfen, daß sie – von diesem oder jenem Standpunkt
aus - die Stigmatisierungsstrategie der Machthaber lustvoll unterstützen.
Deswegen können Volk und Staat in einem immer schwindelerregenderen
Tempo de-montiert werden, während die schweigende Mehrheit
wie gelähmt, begriffs- und sprachlos daneben steht und zuschaut.
Ich spreche von den vielen Deutschen, die irgendwo ein Problem
damit haben, daß die sozial und kulturell geprägte
Solidargemeinschaft durch ein entsolidarisiertes Oben/Unten ersetzt
wird, einerseits aus einer kapitalistischen Ellenbogengesellschaft
als „Führungselite“ und andererseits aus einer
durchrassten und durchmischten „Migrationsgesellschaft“
als willenloser Heloten-„Bevölkerung“. Und ich
spreche von jenen Deutschen - nicht zuletzt in den vielen Selbstverwaltungs-,
Interessen-vertretungs- und Mitbestimmungsorganen der Bundesrepublik
- die ohnmächtig fest-stellen müssen, daß sie
angesichts der Bevormundung durch internationale Finanz- und Politseilschaften
die Gesellschaft, in der sie leben, immer weniger überhaupt
beein-flussen, geschweige denn wirklich gestalten können.
– Bloß TUN, können die meisten leider nichts
dagegen, weil ihnen die Begriffe und die Worte fehlen. Vor allem
fehlt ihnen das von der Hochfinanz, den politischen Machthabern
und ihren pseudokulturellen geistigen Huren im Medien- und „Kultur“-Betrieb
geflissentlich tabuisierte, aber heute dringend benötigte
Leitbild der soziokulturell gewachsenen und durchwachsenen, identitätsfähigen
Gesellschaft, nämlich jener mit den Qualitäten Heimat,
Volk und Vaterland.
Danach lechzen in Wirklichkeit viele in diesem Lande, auch viele
sogenannte Intelektuelle, sogar „Linksintelektuelle“.
Weil sie mittlerweile spüren, daß die Freiheitsrechte
nur verteidigt oder wiedergewonnen werden können durch eine
Ausein-andersetzung zwischen freien oder nach Freiheit strebenden
Volksgemeinschaften einerseits und der Herrscherkaste des internationalen
Kapitalismus und ihren politischen Hilfstruppen andererseits.
Das ist der (internationale) Klassenkampf des 21. Jahrhun-derts.
Viele spüren es schon im Bauch, aber die wenigsten haben
es leider mit ihren Gehirnen verarbeitet.
Oskar Lafontain, der natürlich kein Nationaler ist, aber
eine gute Spürnase für Befindlichkeiten und sich anbahnende
Stimmungsumschwünge hat, tingelt schon durch die SPD Unterbezirke
und wirbt für „wirtschaftspolitische Selbstbestimmung“,
was nichts anderes heißt als Entmachtung der fremden Vögte
und Wiedererlangung der nationalen Freiheitsrechte.
Neulich hatte ich eine Korrespondenz mit einem führenden
Gewerkschaftsfunktionär (nach dessen Teilnahme an der sonntäglichen
ARD-Diskussionsrunde „Sabine Christiansen“). Ich schrieb
ihm u.a.: „Meine Fragen betreffen zum einen die Familien-
und Bevölkerungspolitik, die eigentlich ein gewerkschaftspolitisches
Kernthema sein müßte, da es um die Existenzsicherung
von Arbeitnehmerfamilien, die Ermöglichung der Option für
das Kind und die Sicherung des Generationenvertrages und des Sozial-staates
geht. Zum anderen betreffen sie die Auswirkungen der Globalisierung
auf die Solidargemeinschaft bzw. die Notwendigkeit wirtschaftspolitischer,
nationaler Selbst-bestimmung für eine arbeitnehmerfreundliche
Politik. Dies ist m.E. die entscheidende Frage jeder gewerkschaftlichen
Einflußmöglichkeit auf die Wirtschafts-, Finanz- und
Sozialpolitik, ja letztlich jeder DEMOKRATISCHEN Gestaltungsmöglichkeit
überhaupt. (...) Die Gewerkschaften stehen heute m.E. vor
der alles entscheidenden Wahl, diese grundlegende Problematik
aufzugreifen und einem demokratischen Diskurs zuzuführen
– oder unterzugehen.“
Der Gewerkschaftsführer antwortete darauf u.a.: „ (...)
Im Bereich Ihrer ökonomischen Fragestellungen müssen
wir feststellen, daß die Handlungsfähigkeit demokratischer
Organisationsstrukturen immer mehr eingeschränkt wird. Wir
haben zwar den euro-päischen Binnenmarkt, aber kein demokratisches
Europa, das ihn regulieren könnte. OECD und WTO sind direkt
abhängig von den Strategien der entscheidenden Unternehmen
in den hochentwickelten Ländern. Die Bereiche, in denen die
Länder noch handlungsfähig sind, stehen ebenfalls unter
erheblichem Druck, wie die gegenwärtige Debatte um die deutsche
Steuerpolitik und um die Agenda 2010 zeigt. – Die für
mich relevante Frage ist, ob es gelingt, gegenüber dem Mainstream
neoklassischer Wirtschaftsinteressen und ihrer Verfolgung die
Frage nach der Struktur der Gesellschaft, in der wir Leben wollen,
überhaupt noch zur Sprache zu bringen. Hier zeigt sich auch
die Notwendigkeit einer Verbindung unterschiedlicher Interessen,
wie sie sich aus dem Bereich der Kleinbetriebe und dem Mittelstand
durchaus ableiten ließe. (...)“
Diese Äußerungen eines führenden IG Metall-Funktionärs
drücken eine Stimmung aus, die man in allen von Globalisierung
und kapitalistischer Fremdbestimmung betroffenen Bereichen der
deutschen Gesellschaft vorfindet, seien es die Kommunen, Sozial-verbände,
öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Banken, die
Wirtschaft-bereiche Handwerk, industrieller Mittelstand, Handel
oder Landwirtschaft oder eben die Gewerkschaften und die sonstigen
Arbeitnehmer- und Kleine-Leute-Vetreter.
Langsam, bisher eher unterschwellig und zaghaft als offen und
radikal entstehen die geistigen Voraussetzungen für eine
Massenrebellion gegen die Diktatur der Welt-hochfinanz und ihrer
politischen Statthalter. Das einzige, was diesen Aufruhr eben
doch noch verhindert, ist die schon genannte Tatsache der Tabuisierung
von nationalen und nationalstaatlichen Anliegen. Aber je schlimmer
die Krise wird – und sie wird es, daran zweifelt mittlerweile
niemand mehr -, um so nachdrücklicher wird man fragen:
Warum in Gottes Namen kann unsere Regierung nicht handeln? Was
hindert sie daran, die Familien, die Gemeinden, Märkte und
Städte, das Handwerk, die Familienbetriebe im Einzelhandel
und in der Gastronomie, den ländlichen Raum und die bäuerliche
Landwirt-schaft, die deutsche Unterhaltungselektronikindustrie,
die Textilindustrie, die Schuhin-dustrie, die Computer- und IT-Branche,
die Luft- und Raumfahrtindustrie u.s.w., u.s.f. zu schützen,
zu fördern und zu beleben, durch neue nationale Rahmenrichtlinien
neu auszurichten, ihnen neues Leben einzuhauchen?
Diese Fragen werden bald in einer vernichtenden Anklage gegen
die politischen Macht-haber gipfeln:
Wir gaben Euch im Glauben an eine freiheitlich demokratische Grundordnung
und einen demokratischen Aufbau des Staates das Mandat, uns zu
regieren. Ihr habt es aber an fremde Vögte abgetreten, verschenkt.
Nun fordern wir es zurück, denn Ihr habt den Staat zur Hure
dieser Fremden gemacht und Land und Volk ihrer Willkür ausgeliefert.
So wird die nationale Rebellion aussehen, lieber Kamerad Schwab.
Je eher Sie das einsehen, um so besser für Deutschland –
und für Sie.
Mit
kameradschaftlichen Grüßen
Per
Lennart Aae
3. Jürgen Schwab (19. Mai 2003)
Lieber
Kamerad Aae,
Ihren Nürnberger Vortrag hatte ich zu 99 Prozent des Umfangs
gehört. Die Restzeit war ich auf dem Klo. Da habe ich sicherlich
nicht viel versäumt. Natürlich bin ich von Anfang an
davon ausgegangen, daß wir uns mißverstanden haben
und Sie wieder einmal – nach meiner Einschätzung –
zurückrudern. Zu Ihrer Erwiderung folgendes:
Zum Selbstverständnis: Ich bin nicht – wie Sie meinen
– „Verfassungsrechtler“ – sondern politischer
Theoretiker. Die Juristerei nehme ich nur am Rande mit. Der Staat
ist auch zu kompliziert, um ihn nur den Juristen zu überlassen.
Horst Mahler beispielsweise versteht ja den Staat nicht deshalb,
weil er Rechtsanwalt ist und sich als Wirtschaftsjurist mit dem
HGB befaßt, sondern weil er Philosoph ist und den Staat
aus dem Hegelschen System heraus begreift. Diese Position kann
man kritisieren, aber es ist wenigstens eine geistige Position,
die ernstzunehmen ist.
Für einen deutschen Idealisten ist es doch logisch, daß
die Systemüberwindungs-debatte spätestens jetzt einsetzt.
Was materiell geändert werden wird, wird zuvor in der geistigen
Sphäre vorausgedacht. Aus diesem Blickwinkel ist das Spiegel-Titelthema
erklärbar – und eben nicht aus Ihrer Verschwörungstheorie
heraus, nämlich daß der „SPIEGEL-Text in auffällig
unauffälliger Weise ungenau“ geschrieben sei. Warten
wir doch die weitere Spiegel-Serie ab.
Daß Sie nun endlich zur Kenntnis genommen haben, daß
Hans Herbert von Arnim – nicht nur – in seinem neuen
Buch Verfassungsreformen anmahnt, damit überhaupt die Zukunftsaufgaben
für unser Volk gelöst werden können, ist ja schon
einmal ein großer Fortschritt für Sie. Ihr Verweis
darauf, daß von Arnim das BRD-System retten möchte,
ist eine unbewiesene Behauptung. Was dürfen wir denn von
einem bundesrepublika-nischen Lehrstuhlinhaber anderes erwarten
als maximal Reformvorschläge. Stellen Sie sich einmal vor,
G. W. F. Hegel hätte an der königlich-preußischen
Universität in Berlin zum Sturz der Monarchie aufgerufen,
was da passiert wäre. Nur bei Hegel bin ich mir ziemlich
sicher, daß er vom Erhalt der preußischen Monarchie
wirklich überzeugt gewesen war. Bei von Arnim spricht einiges
dafür, daß er vom Erhalt der BRD nicht überzeugt
ist. Aber in die Köpfe reingucken kann ich natürlich
nicht. Das ist alles Spekulation.
Ihre Themen, die Sie immer in Ihren Vorträgen ausführen,
wie die bösen BRD-Politiker verkaufen an die böse EU
die Souveränitätsrechte aus dem guten Grundgesetz, halte
ich unter anderen Vorzeichen für berechtigt. Allerdings im
Rahmen des Kampfes um die Straße und des Kampfers um die
Parlamente. Dort können Leute wie Sie den Bürgern erklären,
daß die NPD alles reformieren wird, nur ohne neuen Staat.
Das ist ja auch genau das, was ich den etablierten Politikern
vorwerfe. Nur die sind ja dazu da, ihre Wähler zu täuschen.
Daß die BRD von Anfang an, seit dem Jahre 1949, nicht souverän
war, zeigt, daß Sie, lieber Kamerad Aae, vom Staatsbegriff,
der ja auf den der Souveränität zurückgeht, keine
Ahnung haben. Natürlich haben Sie recht damit, daß
die BRD unlängst noch die international ohnehin abhängige
D-Mark hatte, aber daß diese an die EU abgegeben werden
konnte, muß ja auch etwas mit dem GG zu tun haben. Hier
müssen die Institutionen die Ursache sein und nicht nur die
bösen BRD-Politiker, die durch nationale Gutmenschen zu ersetzen
sind (ich meine das wirklich so). Schauen Sie mal ins GG rein:
Der Artikel 23 macht es möglich. Da hilft auch Ihr ständiger
Hinweis auf Artikel 20 (4): Widerstandsrecht nicht weiter. So
ist halt mal das GG: widersprüchlich in sich selbst. Man
darf sich an der einen Stelle gegen etwas wehren, was an anderer
Stelle erlaubt, sogar geboten sein soll.
Ihr naiver Hinweis darauf, im GG stehe nirgends, daß es
sich bei dieser „Verfassung“ um eine parlamentarische
Demokratie handelt, ist wohl richtig, beweist aber nur, daß
Sie von der sogenannten „parlamentarischen Demokratie“
keinen Begriff haben. Bei dieser handelt es sich nämlich
im engeren Sinne um ein politisches System mit parlamentarischer
Regierungsbildung (Parlamentarismus). Artikel 63 (1) sagt: „Der
Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom
Bundestages ohne Aussprache gewählt.“
Das ist die sogenannte parlamentarische Demokratie in ihrem Kernbestand!
Verschärft wird dieser unsägliche Zustand noch durch
den blockierenden Bundesrat, der – wie es der Spiegel richtig
erkannt hat – auf die alliierten Sieger zurückgeht.
Mein Fazit: Die Revolution, in deren Folge GG und FDGO ersetzt
werden, wird so oder so kommen. Die Frage ist nur, ob die Revolution
von Spiegel-Redakteuren, bürgerlichen Professoren oder von
der NPD gemacht wird – oder von einer ganz neuen Formation,
die wir heute noch nicht kennen. Was die rechte Reaktion anbelangt,
so wird diese – wie analog zur bewußtlosen Mutter
im Film Good Bye Lenin (in bezug auf die verblichene DDR) –
in einem neuen Umfeld aufwachen, in dem es dann die BRD nicht
mehr gibt. Vielleicht als Simulation mit Adenauer-Bildern im Wohnzimmer
...
Schauen Sie sich mal bitte diesbezüglich die Präsentation
der amerikanischen Umerziehung an, die auf der Weltnetzseite www.eibicht.de
als „Konservativismus“ und „Patriotismus“
irreführend verkauft wird!
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Jürgen Schwab
2.
Per Lennart Aae (17. Mai 2003)
Jürgen Schwab, nationaler Aktivist und Intelektueller mit
Hauptaugenmerk auf Verfassungsrecht, befindet sich offenbar in
Hochstimmung. Anläßlich einer sehr kritischen SPIEGEL-Artikelserie
über das Grundgesetz hat er eine Art Memo verfaßt,
in dem er zum durchaus verständlichen – wenn auch zu
kurz gedachten - Triumph-geschrei anhebt, aber auch sein sattsam
bekanntes schweres Geschütz aus Mißverständnissen
und falschen Unterstellung wieder in Stellung bringt. Es liegt
mir fern, ihm meinerseits wegen letzterem irgendwelche bösen
Absichten zu unterstellen. Der Mann ist halt ehrgeizig, was keine
Schande ist, ganz im Gegenteil. Aber nervig ist es manchmal schon.
Nicht desto trotz bin ich ihm für die Gelegenheit, diese
Erwiderung zu schreiben, zu Dank verpflichtet.
Seine Stellungnahme ist an Udo Voigt und Holger Apfel adressiert
– und an mich, „zur Kenntnisnahme“. Doch bin
ich unbescheiden genug, davon auszugehen, daß ich der eigentliche
Adressat bin, zumindest so weit es um die inhaltliche Auseinandersetzung
geht. Denn Schwab bemüht sich im wesentlichen, mir den SPIEGEL
vorzuhalten, und sein Ehrgeiz gilt offenbar in erster Linie der
Widerlegung meiner – angeblichen! – Auffassungen.
Letztere kenne ich allerdings in der Darstellung von Jürgen
Schwab kaum wieder. So legt er mir z.B. die Behauptung in den
Mund, Hans Herbert von Arnim habe in seinem Buch „Das System“
geschrieben, „daß Verfassungsänderungen (in bezug
auf das GG) nicht erforderlich seien“. Es versteht sich
von selbst, daß ich angesichts der aus Büchern und
Fernsehdiskussionen bekannten Positionen von Arnims so etwas nicht
gesagt habe. Schwab muß beim betreffenden Vortrag in Nürnberg
entweder nicht richtig zugehört haben oder, da er nur während
eines Teils meiner Ausführungen anwesend war, sich den Inhalt
von einem anderen Begriffsstutzigen berichten lassen haben. Das
Mißverständnis hätte jedenfalls leicht beseitigt
werden können, wenn Schwab oder sein Informant in der Versammlung
in Nürnberg auf meine Anregung zu einer anschließenden
Aussprache eingegangen wäre. Das wäre ja auch naheliegend
gewesen, da die von Schwab unterstellte unwahre Behauptung ein
gefundenes Fressen für jeden gewesen wäre, der mich
gern in der Luft zerreißen möchte.
Daß Hans Herbert von Arnim in seinen Büchern tiefgreifende
Reformen des Grund-gesetzes und der Verfassungswirklichkeit fordert,
ist ja, wie gesagt, allgemein bekannt. Ich hätte überhaupt
keinen Grund, dies zu leugnen, ganz im Gegenteil, in Diskussionen
habe ich mich oft darauf berufen. Aber von Arnim will diesen Staat
nicht beseitigen, sondern eben reformieren - und dadurch stärken,
nicht schwächen. Er stellt nachdrücklich fest, daß
verfassungsrechtliche und institutionelle Veränderungen notwendig
sind, „wenn wir in Freiheit überleben wollen“.
Das heißt – nach meinem Verständnis – als
selbstbestimmte Nation in einem demokratisch verfaßten Staat
überleben. Dazu ist eine „Wiederbelebung der Demokratie!“
erforderlich. Das heißt – wieder nach meinem Verständnis
– insbesondere eine längst überfällige Beteiligung
des Volkes an Entscheidungen, die seine Lebensgrundlagen und seine
Zukunft betreffen. Hans Herbert von Arnim weist darauf hin, daß
diese Beteiligung in der BRD meistens nicht gegeben ist, wie z.B.
beim Beitritt zum Maastrichter Vertrag in ebenso beschämender
wie exemplarischer Weise deutlich wurde. Um so mehr bejaht von
Arnim die tragenden Prinzipien des Grundgesetzes, die unter dem
Namen Freiheitliche Demokratische Grundordnung in den Artikeln
1 und 20 und den davon unmittelbar abgeleiteten Artikeln niedergelegt
sind. Er beklagt aber, daß die ebenfalls durch das Grundgesetz
festgelegte, konkrete staatsrechtliche Architektur der BRD so
viele Ungereimtheiten, Selbstblockaden und Mißbrauchsmöglichkeiten
aufweist, daß im real existierenden politischen System die
Grundordnung praktisch ausgeschaltet ist. Das betrifft die nicht
funktionierende Gewaltenteilung, besonders nachdem durch die EU-Rechtsetzung
(Art. 23 GG) die Trennung zwischen Exekutive und Legislative vollends
ausgehebelt ist, die Rolle der Parteien, die im GG auf eine „Mitwirkung“
beschränkt ist, in der Praxis aber auf eine Alleinherrschaft
der Parteinomenklatura hinausläuft, das freie Mandat, das
systemimmanent zum imperativen Mandat verkommen ist, den Föderalismus,
der inhaltlich ausgehöhlt ist und in der praktischen Politik
nur noch als Bremsklotz fungiert, den Mangel an direkter Demokratie,
der Mauscheleien und Block-adepolitik Tür und Tor öffnet
u.s.w., u.s.f.
In seinen Büchern stellt von Arnim freimütig fest, daß
diese Mängel mit der demokratisch nicht legitimierten Entstehungsgeschichte
des Grundgesetzes unter den Randbedingungen der Besatzung zu tun
haben und nicht nur auf handwerkliche Fehler zurückzuführen
sind, sondern zum nicht unerheblichen Teil auch gewollt waren.
Selbstverständlich ist dies ein Makel, der dem Grundgesetz
und damit der ganzen Staatsgründung BRD nun einmal anhaftet.
Aber von Arnim und alle anderen einsichtigen Menschen in diesem
Land wissen, daß es bei den schwerwiegenden politischen
Entscheidungen, die heute und in nächster Zukunft anstehen,
nicht darum gehen kann, diesen Makel etwa für eine fundamentale
Ablehnung der Bundesrepublik Deutschland, also der nach menschlichem
Ermessen auf absehbare Zeit einzigen realistischen Plattform für
eine staatliche Selbstbestimmung der Deutschen, zu instrumentalisieren.
Es muß vielmehr darum gehen, den Frontalangriff der kapitalistischen
Internationale gegen die nationalstaatliche Selbstbestimmung an
sich zurückzuschlagen. Die staatlichen Kompetenzen in Deutschland
– und damit im Prinzip der Staat selbst – sind schon
so weit abgebaut, daß nicht einmal mehr die einfachsten
ordnungspolitischen Gestaltungsmaßnahmen, seien es wirtschaftliche
Fördermaßnahmen, Raumordnungs-maßnahmen oder
was auch immer, durchgeführt werden können, ohne die
Genehmigung aus „Brüssel“ einzuholen. Der sogenannte
„Europäische Konvent“ maßt sich sogar an,
in seiner europäischen „Verfassung“ die ureigensten
Angelegenheiten eines freien Volkes durch überstaatliches
„Recht“ zu regeln, wie etwa die Sozialpolitik, die
sozialen und kulturellen Infrastrukturmaßnahmen auf kommunaler
Ebene oder die Entwicklung der eigenen Bevölkerung („EU-Einwanderungsrecht“).
Das alles ändert aber nichts daran, daß eine sachliche
Diskussion über die Mängel des Grundgesetzes legitim,
ja sogar unabdingbar ist. Und zwar nicht etwa aus ideologischen
Gründen oder zur Ventilierung von irgendwelchen Ressentiments,
sondern mit dem praktischen Ziel, das politische System der BRD
zur Wahrnehmung der ureigensten Aufgabe jeder Staatlichkeit zu
befähigen: der Aufgabe als Schutz und Schild der Frei-heitsrechte
und der völkisch-kulturellen gesellschaftlichen Grundlagen
gegen Angriffe von innen und außen, heute in erster Linie
gegen den Generalangriff von Raubkapital und asozialem Kosmopolitismus.
Das muß auch wieder die Kernaufgabe des Staates der Deutschen
werden, unabhängig davon, ob wir diesen Reich oder Bundesrepublik
nen-nen.
Wie wichtig dies ist, zeigt gerade der letzte Absatz des von Jürgen
Schwab so euphorisch gepriesenen SPIEGEL-Artikels:
„ - - - Europa trifft seine Entscheidungen und Vorgaben
nach einem Verhandlungs-system – auch hier zählen Mehrheiten
in den zentralen Fragen nichts, sondern nur Kompromisse. Gleichwohl
ist der Mann [Gerhard Schröder] auf das Grundgesetz vereidigt,
das – altmodisch? – statuiert: Deutschland ist eine
parlamentarische Demo-kratie, in der das Volk in Wahlen und Abstimmungen’
entscheidet. - - Kann sich die Bundesrepublik das noch leisten?“
Solche Sätze sind sicher nicht niedergeschrieben, um die
Wiederauferstehung des Reiches einzuläuten, sondern vielmehr
um verklausuliert, aber dennoch mit an Deutlichkeit nichts zu
wünschen übrig lassender journalistischer Raffinesse
den von der politischen Klasse ohnehin als klammheimliches Ziel
fest ins Auge gefaßten Untergang des Nationalstaates und
seiner demokratischen Strukturen durchscheinen zu lassen.
Die heimliche Losung der Globalisten und der journalistischen,
publizistischen und „politikwissenschaftlichen“ Interpreten
und Nachbeter in deren Troß lautet: Weg mit den politischen,
sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen, die es
den Menschen erlauben, in ihren nationalen und regionalen Nischen
ihr eigenes Süppchen zu kochen! Ob es dabei um die (ehemalige?)
heilige Kuh, namens Grundgesetz, um die öffentlich-rechtlichen
Sparkassen oder um die nationale Identität geht, ist einerlei.
Alles altmodischer Murks, der die EU, die Globalisierung, den
Sozialabbau und die sonstigen Pläne der kosmopolitischen
Strategen nur behindert. Letztere sind sich trotz aller pathetischen
Beschwörungen der Demokratie einig: Weg damit!
Dabei ist der oben zitierte SPIEGEL-Text in auffällig unauffälliger
Weise ungenau, was aber die Stoßrichtung nur noch deutlicher
macht. Denn im Artikel 20 GG steht nicht „Deutschland ist
eine parlamentarische Demokratie“, sondern „Die Bundesrepublik
Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. (...)
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Was so viel heißt
wie: Die Bundesrepublik Deutschland ist ein im Namen und Auftrag
des Volkes regierter (d.h. demokratischer), der Volksgemeinschaft
verpflichteter (d.h. sozialer) Bundesstaat. – Das wird von
den Machthabern der BRD zwar weder anerkannt noch praktiziert,
wäre aber bei richtigem Verständnis und richtiger Anwendung
die tragende Säule der freiheitlich demokratischen Grundordnung.
Das bedeutet aber für die Globalisten eine latente Gefahr,
die sie nun offenbar beseitigen wollen, bevor jemand auf die Idee
kommt, sich darauf zu berufen.
Hoffentlich wird das nationale Deutschland rechtzeitig aufwachen,
um diese strategische Entsorgung zu verhindern! Hoffentlich werden
insbesondere die nationalen Intelektuellen bald wach werden und
beizeiten dazu übergehen, ihre Intelligenz für realistische
Analysen und erfolgversprechende strategische Konzepte einzusetzen,
statt sie für Nostalgie- und Ressentementpflege zu vergeuden!
Per
Lennart Aae
1. Jürgen Schwab (13.05.2003)
An die Herren
Udo Voigt und Holger Apfel
(Herrn Per Lennart Aae zur Kenntnisnahme)
Liebe
Kameraden,
ich möchte heute auf die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift
Der Spiegel Nr. 20, 12.5.03 hinweisen. Bereits das Deckblatt macht
deutlich, daß bezüglich der Berichterstattung der etablierten
Medien jetzt auch das Tabu „Grundgesetz“ entsorgt
wird, nachdem bereits im Vorfeld des zurückliegenden Irak-Kriegs
der „Antiamerikanismus“ als Tabu abgewickelt wurde.
Die Botschaft des Spiegels lautet bereits im Titel: „Wie
das Grundgesetz Reformen blockiert“.
Das heißt für die NPD nach meiner Analyse: Die „Reaktion“
im nationalen Lager, die bis in die NPD (als Minderheit) hineinreicht,
ist spätestens jetzt widerlegt: Das Grundgesetz ist auch
offiziell keine „Heilige Kuh“ mehr. Die Behauptung
von Per Lennart Aae, das GG als „Verfassung“ und die
FDGO als „nationale Grundordnung“ seien als System
in Ordnung, aber „hinter“ (Verschwörungstheoretiker
Aae!) diesem System befinde sich eine politische Klasse, die alleine
das Übel sei, ist absurd. Die Verfassungswirklichkeit beruht
in jedem Falle auf der „Verfassung“ selbst, die kodifiziert
das GG und geistesgeschichtlich die „Niederlage“ (Hans-Dietrich
Sander) ist. Die Wirklichkeit ist Ausfluß maßgeblich
des GG.
Per Lennart Aae ist jederzeit wieder als Vortragsredner unterwegs
und behauptet, so bei der Nürnberger NPD, in seinem neuen
Buch „Das System“ schreibe Hans Herbert von Arnim,
daß Verfassungsänderungen (in bezug auf das GG) nicht
erforderlich seien. Da Aae das Buch besitzt und nach eigenen Angaben
gelesen hat, behaupte ich, er will sein nichtsahnendes Publikum
bewußt irreführen. In von Arnims Buch steht nämlich
das genaue Gegenteil! So werden von dem Staatsrechtler in dem
Buch in den Kapiteln 13 und 14 Systemänderungen beziehungsweise
Systemreformen im Sinne institutioneller Änderungen in bezug
auf das GG angemahnt.
Nur am Rande sei bemerkt: Es gibt viele Gründe, warum ein
Vortragsredner sein NPD-Publikum dumm halten will. Aae sagte in
Nürnberg auch – es gibt dafür mehrere Zeugen –,
es sei nicht wichtig die Deutschen darauf hinzuweisen, wie denn
die BRD und das GG zustande gekommen sind: Kapitulation, Verhaftung
der Reichsregierung, von den alliierten Siegern beauftragter „Verfassungskonvent“
von Herrenchiemsee etc. Nun ist also zumindest die Spiegel-Redaktion
der Auffassung, ihren rund eine Million Lesern dieses Thema in
einfacher und anschaulicher Sprache zu erklären.
Meine These: Wir müssen wegkommen davon, auch in der Partei
von einer Dichotomie von scheinbar überschlauen Funktionären
und dummem „Fußvolk“ (JN-Jargon) zu sprechen.
Die NPD braucht Politiker, welche die komplexe Theorie begreifen
und – im Gegensatz zum Deutschen Kolleg (DK) – in
der Lage sind, den Flugblattverteilern, Demonstranten und Unterschriftensammlern
das Thema „Volk und Staat“ zu erklären. Dann
werden auch mittelfristig Köpfe zu uns stoßen, von
denen unsere bereits vorhandenen Köpfe profitieren können.
Als Sofortmaßnahmen sollte die NPD-Führung nach meiner
Einschätzung im Bereich der Pressearbeit und der DS auf das
Titelthema des Spiegels reagieren (die DS-Redaktion hat gerade
eben bei mir einen Kommentar zum Thema bestellt). Und zwar in
Bezugnahme auf das Profil-Heft Nr. 11: über die Neue Ordnung
der NPD, das ja Gegenstand der Verbotsanträge und von VS-Berichten
war und wohl immer noch ist. Denn die Grundbotschaft vom Profil-Heft
Nr. 11 und von der neuen Ausgabe des Spiegels ist doch die gleiche!
Während die rechte Reaktion in Sachen revolutionärer
Argumente von der etablierten Presse und Wissenschaft (Von Arnim,
Scheuch etc.) längst abgehängt ist, ist nun auch der
eher revolutionäre Flügel der NPD, der als verwässerten
Kompromiß das Profil-Heft Nr. 11 auf den Weg gebracht hat,
zumindest vom Spiegel abgehängt worden. Denn aus dem Artikel
geht hervor, daß das GG schon so oft reformiert und ergänzt
wurde, daß in diesem verpfuschten Werk nichts mehr wirklich
zu reformieren ist. Es nutzt also nur noch die Abrißbirne
(meine Wertung)! Unser Reformkatalog in Profil-Heft Nr. 11 ist
überholt! Der Spiegel redet einer neuen Verfassung das Wort.
Darauf hätte nun auch die NPD zu reagieren, indem in einem
neuen Profil-Heft eine wirklich neue Ordnung zur Diskussion gestellt
wird.
Zum Schluß: Per Lennart Aae sollte auch weiterhin in der
NPD Vorträge halten dürfen, wir sollten aber den unpolitischen
Unfug der Reaktion in der Partei kritisch begleiten.
Mit
kameradschaftlichen Grüßen
Jürgen
Schwab