FUN-Gespräch mit Jürgen Schwab
Zu einem breiten Themenspektrum hat der nationale Publizist Jürgen
Schwab der virtuellen Partei FUN (Freiheitlich-Unabhängig-National)
ein Interview gegeben, das wir nachfolgend veröffentlichen.
FUN: Herr Schwab, wie würden Sie sich politisch einordnen
und Ihre Einstellung umschreiben?
Schwab: Als Nationaldemokrat, Nationalrevolutionär, sozialrevolutionärer
Nationalist. Das heißt, für mich ist soziale Gerechtigkeit
nur im Rahmen der Volksgemeinschaft denkbar. Um diese zu schützen,
ist die Herstellung des deutschen Nationalstaats in einem Europa
der Vaterländer erforderlich. Das einzig wirkliche Gegenmodell
zur Globalisierung ist der Nationalstaat, der auch die kleineren
Gemeinschaften, wie Ehe, Familie, Dorfgemeinschaft, Stammesregion
und die dazugehörige "Umwelt", schützen kann.
Nur in diesem Kontext sind die politischen Ideen "Gerechtigkeit"
(links), im Sinne einer Chancengleichheit für alle Deutschen
in Deutschland, und "Freiheit" (rechts), als staatsbürgerliche
Freiheit wie auch im Sinne von Selbstbestimmung eines Volkes,
möglich.
FUN: Wie unterscheidet sich dabei Ihr Nationalismusbegriff vom
(historischen) Nationalsozialismus?
Schwab: Unabhängig historischer und politischer Schubladen
("Nazi-Vergangenheit" und "Rechtsextremismus")
ist der deutsche Nationalismus dem Wortsinne nach die politische
Bewegung, welcher die Deutschen angehören, die sich in Deutschland
dazu bekennen, daß das deutsche Volk innen- wie außenpolitische
Interessen hat. Joschka Fischer, der meint, Deutschland habe keine
außenpolitischen Interessen, gehört als US-Vasall natürlich
ebenso wenig zum Nationalismus wie der US-Vasall Peter Struck,
der meint, daß wir alle Amerikaner seien. Der Nationalismus
ist also der politisch bewußte Teil eines Volkes.
Wer sich heute zum Nationalismus bekennt, nimmt in der BRD massive
soziale Nachteile, wie allgemeine Zensur, Haft- und Geldstrafen
aufgrund von "Kommunikationsdelikten", Verlust von Arbeitsplatz,
Wohnung und privatem Umfeld, in Kauf. Es gehört kein Mut
dazu "Deutschland halt`s Maul!" zu rufen, aber viel
sehr Zivilcourage, um "Deutsche Interessen zuerst" zu
skandieren.
Vom historischen NS unterscheidet sich mein Neuer Nationalismus
vor allem dadurch, daß ich mir bewußt bin, daß
nach über 80 Jahren Bürgerkrieg und Parteienkampf in
Deutschland die politische Alternative nur in einer Überwindung
einer jeglichen Parteiendiktatur - im Singular wie im Plural -
bestehen kann. Deshalb ist eben der NS als historisches Phänomen
zu sehen wie die anderen Epochen der deutschen Geschichte. Was
nach dem Scheitern von Globalisierung, US-Weltherrschaft, EU-Diktatur
und BRD auf der Tagesordnung steht, ist die Rekonstruktion des
- um es mit G. W. F. Hegel auszudrücken - Allgemeinen Interesses
in Deutschland. Die Denker anderer Völker werden das für
ihre Belange ähnlich sehen.
FUN: Welche Bedeutung messen Sie der Konservativen Revolution,
ihren Gedanken und Protagonisten, wie Carl Schmitt, Arthur Moeller
van den Bruck, Hans Freyer, bei? Wie wichtig sind diese heute
noch als Fundament einer nationalen Gesinnung?
Schwab: Man kann die Verhältnisse der zwanziger und dreißiger
Jahre natürlich nicht mit den heutigen Herausforderungen
gleichsetzen, aber vieles ist nach wie vor aktuell, nehmen Sie
nur Carl Schmitts Analyse der sogenannten parlamentarischen Demokratie,
die keine Demokratie sondern Liberalismus und Parlamentarismus
ist. Oder Schmitts Analyse und Kritik der Weltherrschaftsbestrebungen
der USA. Diesem US-Imperialismus hat er seine "Großraumordnung
statt Universalismus" sowie sein "Interventionsverbot
für raumfremde Mächte" entgegengesetzt. Das würde
bedeuten, die USA und die Türkei als raumfremde Mächte
in bezug auf Europa zu definieren, und diese entsprechend auszugrenzen.
Doch leider wollen die heutigen europäischen Regierungen
nicht von Carl Schmitt lernen, sondern US-Vasallen bleiben. Aber
vielleicht brauchen wir ja einen verlorenen Krieg mit sinnlosen
Opfern, damit sich auf unserem Kontinent was tut. Es ist schon
verrückt, um Schlesien darf man als Deutscher nicht kämpfen,
aber Afghanistan im amerikanischen Interesse bekriegen schon.
Ja, wenn man heute die BRD als 51. Staat der USA sieht, ergibt
das schon seinen Sinn ...
Oder nehmen Sie den Nationalrevolutionär der Zwischenkriegszeit,
Ernst Niekisch, dessen Gegenüberstellung von "westlicher
Zivilisation" und "Kultur im Osten" heute aktueller
denn je ist. Nur daß Deutschland, pardon: die BRD, heute
nicht mehr auf der Seite der Helden, sondern auf der der Händler
steht.
FUN: Können Sie insgesamt ein Resümee zur Entwicklung
unserer Bewegung in den letzten Jahrzehnten ziehen und versuchen,
einen objektiven Ausblick in die Zukunft zu geben?
Schwab: Die alte (nationale) Rechte war und ist zu vergangenheitsfixiert.
Schauen sie sich hierzu nur das Buchangebot in den Prospekten
der einschlägigen Verlage an. Das liegt nicht etwa an der
Einfältigkeit der Verleger, die nur das anbieten, was von
ihren Kunden nachgefragt wird, sondern an der intellektuellen
Beschränktheit vieler Rechter. Die Neue Rechte hat das erkannt
und gibt sich thematisch anspruchsvoller, ist dem Zeitgeist und
der Kultur auf der Spur.
Doch mit Geschichte und Kultur alleine ist noch keine Politik
zu machen. Insgesamt ist die alte wie die neue Rechte zu unpolitisch,
ob aus geistiger Beschränktheit oder aus feigem Anpassertum.
Waffen-SS-Bildbände durchblättern und Gothic-Konzerte
besprechen, tut niemandem weh, wenn auch der metapolitische Zusammenhang
berücksichtigt werden muß.
Eine Politisierung durch einen Neuen Nationalismus ist notwendig,
der mit politischer Theorie beginnt. Das fängt mit dem politischen
Begriff an. Lehne ich das BRD-System ab, weil es eine Demokratie
ist oder weil es keine Demokratie ist? Da müssen wir wieder
bei Carl Schmitt anknüpfen.
FUN: Wie beurteilen Sie den Versuch einiger Ideologen der "Neuen
Rechten", wie von Alain de Benoist, Franz Schönhuber,
den volksbezogenen Nationalismus durch einen Verfassungspatriotismus
zu ersetzen? Wird dadurch nicht der multikulturellen Gesellschaft
und entstehenden Parallelgesellschaften Vorschub geleistet?
Schwab: Das sehe ich genauso wie Sie. Sowohl die Neue Rechte in
Deutschland wie auch die Nouvelle Droite in Frankreich wollen
unbedingt am offiziellen gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen.
Dazu müssen sie gewisse Tabus beachten. Deshalb scheut man
sich vor radikalen politischen Forderungen, mit dem unsinnigen
Verweis darauf, daß diese "unrealistisch" seien.
Doch auch die Halbheiten der Konservativen und Nationalliberalen,
die sich in der BRD oftmals als Neue Rechte definieren, sind "unrealistisch".
Man braucht doch bloß nach Österreich zu schauen, wo
das große angehimmelte Vorbild, Haiders FPÖ, mit in
der Regierung sitzt. Die Ausländerzahlen steigen dort weiter,
nicht einmal ein Zuwanderungsstopp ist durchsetzbar. Auch die
EU-Beiträge sowie die Reparationen an "Zwangsarbeiter"-Verbände
steigen. Das einzige was in der Alpenrepublik gesenkt wird, ist
das Niveau des Sozialstaats - ziemlich dürftig die ganze
Angelegenheit.
Die Neue Rechte akzeptiert die multikulturelle Gesellschaft, nennt
diese jedoch, um ihr Publikum zu täuschen, "Ethnopluralismus"
- Parallelgesellschaften sind aber in beiden dauerhaft vorgesehen.
Der Volkstod ist nur eine Frage der Zeit, so oder so.
Die Lösung, falls es überhaupt eine gibt, kann nur in
einer p o l i t i s c h e n Fundamentalopposition bestehen, die
irgendwann die Regierung übernimmt und dann den Großteil
der hier lebenden Fremden nach Hause schickt. Tritt dies nicht
ein, so ist der Volkstod vorprogrammiert - ob mit Rot-Grün,
Schwarz-Gelb, Große Koalition, Rot-Dunkelrot, Bürgerblock
mit Ries-Passer oder Schill.
Natürlich bin ich als Nationalist auch Verfassungspatriot
- aber deshalb noch lange kein Grundgesetzpatriot.
FUN: Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang die Arbeit der Jungen
Freiheit?
Schwab: Für diese gilt alles an Kritik, was ich gerade eben
über die Neue Rechte gesagt habe. Ihr eigenes Problem ist,
daß ihr keine konservative bzw. nationalliberale Partei
mit entsprechendem Lager zur Seite steht. Ihr Pendant in Österreich,
die Zur Zeit, hat es da mit der FPÖ und dem Dritten Lager
besser.
Deshalb sucht sich Chefredakteur Dieter Stein seine Ersatzbefriedigung
bei CDU/CSU, ab und zu auch einmal bei rechtskonservativen und
nationalliberalen Kleinparteien, wie Bund Freier Bürger,
Republikaner und neuerdings Schill-Partei. Weil diese jedoch zumeist
erfolglos bleiben, wechselt die JF nicht selten ihre parteipolitische
Präferenzen. Daneben bleibt natürlich ihre Hauptpräferenz
bei der CDU/CSU. Doch diese sind eben nicht konservativ wie in
der Weimarer Republik die DNVP oder nationalliberal wie die DVP.
Vom geistigen Niveau her ist allerdings - bei aller Kritik - die
JF als Zeitung bisher im nationalen und konservativen Spektrum
unerreicht. Das kann aber auch daran liegen, daß sie kaum
Konkurrenz hat. Beachtlich ist vor allem ihr Kulturteil.
FUN: Wie ist Ihre Meinung zu Personen wie Schill und worin sehen
Sie die Auswirkungen auf die "echten" Nationalen?
Schwab: Von Schill erwarte ich mir so wenig wie von Haider. Interessant
ist nicht die Partei und ihr Programm selbst, sondern daß
fast 20 Prozent der Wähler in Hamburg das Parteiensystem
der Altparteien abstrafen wollten. Und das ist gut so. Schill
will sich bundesweit ausdehnen. Er wird sich dabei dem Befehl
des "Verfassungsschutzes", "Rechtsextremisten"
nicht aufzunehmen, ebenso beugen, wie dies Franz Schönhuber
in seiner kurzen Erfolgsphase mit den Republikanern gegenüber
NPD und anderen traditionellen nationalen und rechten Parteien
getan hat.
Positiv ist, daß einer wie Schill, dem man bereits das Etikett
"Rechtspopulist" und sogar "Rechtsextremist"
angeheftet hat, es offenbar bis in die Regierung eines Stadtstaates
schaffen kann. Nur wenn Schill "Rechtsextremist" sein
soll, dann gibt es für Nationalisten kaum noch Steigerungsmöglichkeiten.
Die Diffamierung nützt sich somit ab - und das ist gut so.
FUN: Wie stehen Sie zu dem Gedanken einer "Vereinigten Rechten"
in Deutschland? Gibt es aus ihrer Sicht im Ausland Parteien und
Bewegungen, die Sie für vorbildhaft halten? FN, MNR, Vlaams
Blok, PRM, BNP, ... ?
Schwab: Von der "Vereinigten Rechten" halte ich überhaupt
nichts. Zumeist halten sich diejenigen für eine solche, die
beispielsweise sagen, die NPD habe nur 7.000 Mitglieder, die dann
aber bei ihren wichtigen Treffen nur maximal 70 Leute im Hinterzimmer
versammeln können. Es kann sich dauerhaft nur eine Partei
oder Gruppe durchsetzen, der sich dann viele andere anschließen.
Das war bei dem FN Le Pens vor seiner Stagnation so wie auch beim
Vlaams Blok, den ich zumindest als Wahlpartei für vorbildlich
halte.
FUN: Plädieren Sie für eine Achse Berlin-Moskau? Was
halten Sie in diesem Zusammenhang vom russischen Nationalisten
Alexander Dugin? Wie schätzen Sie Putin ein?
Schwab: In meinem Buch "Deutsche Bausteine - Grundlagen nationaler
Politik" (Deutsche Stimme Verlag. Stuttgart 1999. 360 Seiten.
ISBN 3-98-05844-4-5. DM 34,80.) plädiere ich für eine
Achse Paris-Berlin-Moskau, auch wenn ich mich gegenüber der
französischen Politik in den zurückliegenden Jahrhunderten
skeptisch äußere. Paris müßte aber dennoch
in ein zu schaffendes europäisches Sicherheitssystem einbezogen
werden, um gleich präventiv einen anglo-amerikanischen Brückenkopf
im Westen des Kontinents ausschließen zu können. Man
muß von deutscher Seite entweder Frankreich besiegen und
besetzen oder sich mit ihm verbünden. Nach dem hohen Blutzoll
auf beiden Seiten in den zwei Weltkriegen wäre die Bündnislösung
vorzuziehen.
Rußland hat wie die arabische und islamische Welt und auch
China den gleichen Hauptfeind wie Deutschland. Rußland hat
seit 1989 mit dem Westen eine Rechnung offen, es kennt seinen
Hauptfeind, die USA. Deutschland noch nicht. Das wird sich ändern.
Deutschland ist es immer gut gegangen, wenn es mit Rußland
in Frieden lebte. Die Ostgebiete bekommen wir nur im Einverständnis
mit Moskau zurück. Dennoch wäre eine deutsch-russische
Grenze schädlich, weil dann nämlich "1941"
wieder im Bereich des Möglichen liegt. "Zwischeneuropa",
wie es die Geopolitiker nennen, also der Raum zwischen Deutschland
und Rußland, hat also seine Bedeutung für ein europäisches
Sicherheitssystem. Die Polen beispielsweise werden von Deutschland
als völkerrechtliche Person anerkannt, haben ihr Recht auf
einen Nationalstaat - in seinen völkerrechtlichen Grenzen.
Putin ist ein Geheimdienstmann, der gewohnt ist, Befehlen zu gehorchen.
Ob er sich von den USA emanzipieren kann, ist fraglich, aber nicht
unmöglich. Beachtenswert ist seine Mahnung zu mehr deutschem
Selbstbewußtsein vor den Bundestagsabgeordneten im Berliner
Reichstag, der natürlich ungehört verhallen wird, weil
der US-Vasall Knechtschaft und nicht Herrschaft liebt. Zu einzelnen
Persönlichkeiten des nationalen Spektrums Rußland müßten
Sie wirkliche Rußland-Experten wie Wolfgang Strauß
befragen.
FUN: Welche Themen sollten die Nationalen zukünftig - wie
und in welcher Weise - forciert behandeln?
Schwab: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker - und zwar
weltweit - muß der Globalisierung entgegengehalten werden.
Ein Volk - ein Staat, ist die Grundforderung des Nationalisten.
Nur im deutschen Nationalstaat, in dem sich das deutsche Volk
seiner selbst bewußt geworden ist, können wir die einzig
wirkliche Alternative zur Globalisierung sehen. Alles andere,
wie die Tobin-Steuer-Diskussion von Attac, ist Täuschung
des Publikums, weil nicht gesagt wird, wer denn auf internationaler
Ebene Interesse an einer Regulierung der Finanzmärkte haben
sollte. Es sind die Völker, deren Interesse das ist. Dazu
brauchen sie aber einen souveränen Staat mit eigener Währungshoheit
und Grenz- und Zollsystem, um sich gegen den räuberischen
Freihandel der Anglo-Amerikaner zu schützen. Dazu muß
natürlich auch ein souveräner Staat kriegsfähig
sein, damit die Völker nicht auf privat organisierten Terror
wie am 11. September zurückgreifen müssen.
Wer also vom Staatsterrorismus nicht reden will, soll bitteschön
vom privat organisierten Terror schweigen. Weil da sonst nur Heuchelei
herauskommt.
FUN: Wie beurteilen Sie diesbezüglich die Protestaktionen
der NPD gegen den Krieg gegen Afghanistan?
Schwab: Was wir heute erleben ist eine Umkehrung aller bisherigen
politischen Standorte: "Rechte" bekämpfen den Kapitalismus,
während "Linke" zu Steigbügelhaltern des US-Imperialismus
mutieren. Linke Anti-Amerikanisten und Anti-Imperialisten, wie
Dr. Reinhold Oberlercher, Horst Mahler und Frank Kerkhoff, füllen
heute die Reihen der vermeintlich "rechtsextremen" NPD,
während linke Konvertiten, wie Joschka Fischer, der 1967
noch während einer PLO-Konferenz in Algier meinte, bei Israel
handele es sich um einen verbrecherischen und rassistischen zionistischen
Staat, heute als Bettvorleger in Washington und Tel Aviv fungieren.
Deshalb kommt es heute nicht mehr auf die Rechts-Links-Gesäßgeographie
des 19. Jahrhunderts an, sondern die Parole des "Deutschen
Kollegs" bringt die geistige Hauptkampflinie auf den Punkt:
"Den Völkern die Freiheit, den Globalisten ihr globales
Vietnam" - bzw. Afghanistan.
Wer die Freiheit seines Volkes wirklich will, muß den internationalen
Völkermörder beim Namen nennen und ihn angreifen. Da
das deutsche Volk in zwei Weltkriegen gegen ihn einen sehr hohen
Blutzoll entrichten mußte, sind jetzt einmal die andern
dran, wenn es sein muß, die militärische Auseinadersetzung
mit ihm zu suchen.
Wir in Deutschland müssen hingegen den Feind geistig bekämpfen.
Erst wenn die Völker Europas erkannt haben werden, daß
die "westliche Zivilisation" nicht die "Barbarei"
im Osten bekämpfen muß, sondern sie selbst die Barbarei
ist, erst dann rückt das Reich der Freiheit näher.
Apropos "Reich". Das Deutsche Reich, das seit dem 23.
Mai 1945, der Verhaftung der Reichsregierung Dönitz, völkerrechtlich
weiterexistiert, aber handlungsunfähig ist, befindet sich
gegen die Anglo-Amerikaner seit 1914 im Krieg. Die UNO-Feindstaatenklauseln
und der nicht vorhandene Friedensvertrag bestätigen das nur.
Das heißt: Jeder Deutsche, der sich als "schlafender"
Reichsbürger betrachtet, hat daraus seine geistigen und politischen
Konsequenzen zu ziehen und dem Feind geistig die Stirn zu bieten.
FUN: Glauben Sie, daß die heutigen Medien gezielt die Mündigkeit
der Bürger in Frage stellen? Wenn ja, warum sind die Bürger
so blind?
Schwab: Weil es in einem goldenen Käfig schöner ist
als in einem nicht vergoldeten. Letztendlich ist in der BRD nicht
- wie im Grundgesetz vorgesehen - das deutsche Volk der Souverän,
sondern außenpolitisch sind nach wie vor die westalliierten
Sieger und innenpolitisch sind die dicken Geldkoffer souverän
- Waffenhändler Schreiber läßt grüßen.
Der BRD-Spießer sitzt im Publikum, vor ihm offenbart sich
auf der Bühne ein großer Vorhang, das Parlament und
seine Öffentlichkeit, dahinter herrscht das internationale
Kapital. Alles scheint käuflich zu sein: Ehepartner, Fußballspieler,
Aktien, Gefälligkeiten, Politiker, "Rechtsextremisten"
als Aussteiger für 100.000 Mark und so weiter und so fort.
Perverser geht es nicht mehr.
Jetzt wollen sie die Völker Afghanistans mit Lebensmittelpaketen
und Bestechungsgelder kaufen, wie sie zuvor die neue jugoslawische
Regierung gekauft haben, um Milosevic in einen Schauprozeß
zu zwingen. Aber mit einer Hochkultur, wie dem Islam, der die
Geldleihe mit Zins und Zinseszins verbietet, wird dies schwer
möglich sein.
Was die Meinungsfreiheit anbetrifft, so endet sie dort, wo das
Selbstverständnis dieses Systems in Frage gestellt wird.
Diese Erfahrung mußte unlängst Ulrich Wickert von den
Tagesthemen machen, als er meinte, Bush denke so totalitär
wie Bin Laden, auch wenn Bush kein Terrorist und Verbrecher sei.
Bei der letzten Einschätzung bin ich mir gar nicht mehr so
sicher, nachdem die NATO bei ihrer Bombardierung Afghanistans
"zielgenau" Wohngebiete, Wasserleitungen und UN-Mitarbeiter
trifft.
FUN: Mögen Sie in diesem Zusammenhang eine Einschätzung
zur Qualität der nationalen Presse und zur Mündigkeit
von deutschen Nationalisten geben?
Schwab: Die nationale Presse hat sich insgesamt qualitativ verbessert.
Nehmen Sie nur die Deutsche Stimme, die man vor rund fünf
Jahren in einem journalistischen Seminar als Beispiel dafür
hätte anführen können, wie eine Zeitung n i c h
t gemacht werden soll. Heute ist das ein gutes Blatt, aber müßte
noch mehr professionalisiert und politisiert werden. Das politische
Denken müßte im nationalen Lager insgesamt noch mehr
vorangetrieben werden. Dazu brauchen wir eine politische Theoriearbeit,
die Erarbeitung politischer Begriffe und die Einbeziehung von
Ideengeschichte, um beim Kampf um die Köpfe erfolgreicher
sein zu können. Oft mangelt es ja schon daran, daß
der kausale Zusammenhang zwischen politischer Theorie und politischer
Praxis unbekannt ist.
Wenn im Flugblatt, in der Presseerklärung, im Zeitungsartikel,
in der Wahlkampfrede Unfug verbreitet wird, könnte dies mit
einer fehlenden politischen Theorie zusammenhängen. Eine
Politisierung in Richtung eines Neuen Nationalismus, wie ich ihn
nenne, wäre dringend geboten. Aber da gibt es auch durchaus
Fortschritte.
FUN: Was halten Sie von Horst Mahler, Dr. Oberlercher und den
älteren sowie vor allem den jüngsten Veröffentlichungen
des Deutschen Kollegs?
Schwab: Ich halte von den angesprochenen Personen und dem Deutschen
Kolleg viel, auch wenn ich nicht immer mit allem übereinstimme.
Zur bereits angesprochenen notwendigen Politisierung und Intellektualisierung
trägt das DK einiges bei. Gerade die, die von links kommen,
bringen ja aus ihrer 68er-Zeit oftmals ein höheres Abstraktionsniveau
mit, als wir es auf der Rechten - im Durchschnitt - antreffen.
Die Veröffentlichungen des DK triefen vor Radikalität,
was ich ausdrücklich begrüße, da es die Zeitumstände
erforderlich machen, sich radikal zuspitzende Probleme radikal
zu analysieren und radikale Lösungsansätze vorzustellen,
auch wenn diese heute noch nicht durchsetzbar sind.
Aber wir reden ja dabei von der Zeit nach dem Scheitern von Globalisierung
und pax americana. Ich glaube nicht, daß die Frage, ob das
NPD-Verbot kommt oder nicht, mit der Radikalität irgendwelcher
Veröffentlichung zusammenhängt, weil durch diese nicht
die sogenannte FDGO "aktiv kämpferisch" bedroht
wird.
FUN: Wie beurteilen Sie denn Mahlers derzeitiges Verhalten im
Hinblick auf seine Funktion als NPD-Anwalt im Verbotsverfahren?
Schwab: Ich stimme Mahlers Einschätzung zu, daß die
NPD als Partei nicht im Widerspruch zur FDGO steht; würde
sie es jedoch sein, so müßte man als Nationalist und
Reichsbürger ein Verbot bewußt in Kauf nehmen, da für
uns die NPD keine Gartenlaube darstellen kann, in der wir Bier
trinken und Würstchen grillen, und wenn das Unwetter anfängt,
uns in die Hose machen. Eine Partei kann für einen Nationalisten,
der den BRD-Parteienstaat überwinden will, nur Mittel aber
nicht Zweck der politischen Arbeit sein.
FUN: Wie würden Sie den Verfahrensausgang objektiv einschätzen
und welche Schlußfolgerungen wären daraus für
die NPD intern zu ziehen?
Schwab: Zuerst zu den Schlußfolgerungen: Für einen
Nationalisten und Reichsbürger geht das Leben, ob mit oder
ohne Parteiverbot, weiter. Warum soll sich für mich als Publizist
irgendetwas ändern? Auch Demonstrationen und verschiedene
weitere Protestformen würden nicht mit der NPD verschwinden.
Entweder das Verbotsverfahren mündet in einen politischen
Prozeß, wofür einiges spricht, dann wird die NPD eben
verboten, oder es wird ein rechtstaatliches Verfahren vor dem
Bundesverfassungsgericht, dann wird die Partei nicht verboten.
Auch letztere Möglichkeit würde ich nicht ausschließen,
da das BVG oft schon Versammlungsverbote und dergleichen mehr
aufgehoben hat. Es ist die Frage, ob sich die Parteischranzen
oder der juristische Apparat durchsetzen wird.
FUN: Herr Schwab, ich bedanke mich im Namen der FUN für das
Gespräch und wünsche Ihnen für Ihre publizistische
und politische Arbeit weiterhin viel Erfolg.