„Die
Reichsgründung von 1871 – Erbe und Auftrag“
Vortrag von Jürgen Schwab
Liebe
Landsleute,
das mir aufgetragene Thema lautet: „Die Reichsgründung
von 1871 – Erbe und Auftrag“.
Dieses Thema bezieht sich auf den heutigen Tag, den 18. Januar
2003, an dem wir den 132. Jahrestag der Reichsgründung von
1871 begehen.
Damals wurde im „Spiegelsaal“ zu Versailles das Zweite
Deutsche Kaiserreich von den deutschen Fürsten gegründet
und der König von Preußen zum deutschen Kaiser, Wilhelm
I, ausgerufen, nachdem die vereinigten Heere auf dem „Feld
der Ehre“ den europäischen Hauptrivalen Frankreich
gemeinsam besiegt hatten.
Reichsgründung
von „oben“
1871
handelte es sich also um eine Reichsgründung, die von „oben“
einsetzte, während Jahre zuvor, 1848/49 die staatliche Einheit
der Deutschen von „unten“ kläglich gescheitert
war. Die Versammlung und die Verfassung der Frankfurter Paulskirche
waren der erste gescheiterte Versuch eines parlamentarischen Systems
in Deutschland. Der zweite gescheiterte Versuche fand von 1919
bis 1933 in der sogenannten „Weimarer Republik“ statt,
den dritten erfolglosen Versuch des liberalen Parlamentarismus
erleben wir zur Zeit in der BRD, die als Besatzerstaat das „Anti-Reich“
auf deutschem Boden darstellt, auch wenn das Bundesverfassungsgericht
in verschiedenen Urteilen in den 70er Jahren meinte, daß
die BRD als „Rechtsnachfolgerin“ des Deutschen Reiches
in der Staatenwelt aufzutreten hätte. Das ist völkerrechtlich
betrachtet natürlich Unsinn, aber irgend ein pseudostaatliches
Gebilde mußte ja nach 1945 für diverse „Wiedergutmachungsforderungen“
und „Gebietsabtretungen“ der Ansprechpartner darstellen.
Dennoch bleibt es dabei: Die BRD ist wie die Republik Österreich
und die DDR ein „Reichszerteilungsstaat“, der niemals
völkerrechtlich legitimiert ist, für das Deutsche Reich
zu sprechen, das seit dem 23. Mai 1945 handlungsunfähig ist,
nämlich seit dem Tag, an dem die Reichsregierung Dönitz
von den Alliierten verhaftet wurde.
Die
BRD als Anti-Reich
Daß die BRD im absoluten Widerspruch zum Deutschen Reich
stehen muß, wird schon deutlich an der Tatsache, daß
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt während der alliierten
Konferenz von Teheran vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943
als – heute nur wenig bekanntes – psychologisches
Kriegsziel ausgab, daß nach dem Sieg über Deutschland
das „Konzept des Reiches“ nicht im Bewußtsein
der Deutschen bleiben dürfe und dieses Wort „Reich“
aus der Sprache der Besiegten gestrichen werden solle. In einem
Momorandum für den US-Außenminister vom 6. April 1945
bekräftigte Roosevelt noch einmal sein Vorhaben, das Wort
„Reich“ aus dem deutschen Sprachschatz zu eliminieren.
Wenn also der große Deutschen-Hasser Roosevelt alles dafür
getan hat, und wie man sieht auch erfolgreich, daß das Wort
„Deutsches Reich“ aus dem deutschen Wortschatz verschwindet,
dann sind wir nationale Deutsche dazu aufgefordert, für den
Begriff und die Idee des „Deutschen Reiches“ zu kämpfen.
Dazu müssen wir uns aber wieder mit diesem zentral wichtigen
Begriff und der mit ihm verbundenen Idee und Geschichte vertraut
machen. Dabei ist vieles in Vergessenheit geraten. Zur Reichsgründung
von 1871 gilt es grundsätzlich anzumerken, daß das
„Bismarck-Reich“, wie es immer wieder genannt wird,
auch unter national gesinnten Deutschen längst in den Hintergrund
der historischen Betrachtung getreten ist, überdeckt durch
den Rummel der „Vergangenheitsbewältigung“ um
das Dritte Reich, das uns ja alle viel mehr beschäftigt als
das Zweite Deutsche Kaiserreich. Schließlich erscheint das
Dritte Reich heute um so aktueller, je weiter wir uns Tag für
Tag chronologisch von diesem entfernen. Man hat manchmal den Eindruck
als ob uns Adolf Hitler wesentlich gegenwärtiger ist als
beispielsweise Konrad Adenauer, Willi Brandt oder Rudi Dutschke.
Die Gründe dafür, weshalb das Dritte Reich permanent
medial verwertet wird, dürften in diesem Kreis bekannt sein:
Man will die Deutschen mit den sogenannten „einzigartigen
Verbrechen“ zwischen 1933 und 1945 auch nach wie vor erpressen
können – erpressen können zu sogenannten „Wiedergutmachungs“-Zah-lungen
und zu Vasallendiensten für den Ausbau der US-Weltherrschaft.
Auch diese Zusammenhänge dürften in diesem Kreis gut
bekannt sein, weshalb es sich nicht lohnt, darauf allzu ausführlich
einzugehen.
Die
Reichsidee als geistige Kraftquelle
Auf was es sich allerdings lohnt einzugehen, ist die „Reichsidee“
als immer wieder neue geistige Kraftquelle für das um seine
Freiheit ringende deutsche Volk. Diese Reichsidee ist zeitlos
gültig, hat allerdings mit einem Ersten, Zweiten, Dritten
und möglicherweise bald auch „Vierten Reich“
nicht viel zu tun, da es für uns Deutsche, die wir im „Reich“
leben wollen, eben nur ein „Reich“ geben kann. Bei
diesem „Reich“ geht es um die Idee und nicht um das
Drumherum, um die Fassade, die jeweils zeitgebunden ist. Es geht
darum, sich nicht im Dickicht der vielen historischen Details
zu verlieren, sondern den großen Zusammenhang zu erkennen,
um den es bei der Reichsidee geht, und diese dann auf Gegenwart
und Zukunft zu übertragen.
Denn wenn wir nur die Einzelereignisse und Einzelpersonen betrachten,
dann stoßen wir auf so unterschiedliche Personen wie zum
Beispiel Karl den Großen für das Franken-Reich, Otto
den Großen, Friedrich II. und Karl V. für das Heilige
Römische Reich Deutscher Nation, und Otto von Bismarck und
Wilhelm I. für das Zweite Deutsche Kaiserreich sowie Adolf
Hitler für das Dritte Reich – um nur wenige Herrscher
aus der umfangreichen Reichsgeschichte aller sogenannten drei
Reiche der Deutschen zu nennen. Was haben diese soeben genannten
Personen miteinander gemeinsam, als daß sie Germanen beziehungsweise
Deutsche waren?
Aber auch wenn wir die Staats- und Regierungsformen betrachten,
stellt sich die Frage, was das typische am „Reich“
sein soll? Denn in der über 1.000 Jahre langen Reichsgeschichte
hatten wir die längste Zeit die Monarchie, vor allem eine
Wahlmonarchie, bei der die Kurfürsten den deutschen König
wählten, aber auch in der jüngeren Zeit hatten wir republikanische
Phasen – wie die Weimarer Republik und das Dritte Reich.
Somit können wir auch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das
„Reich“ eine Monarchie oder eine Republik sein soll,
ob wir ein Parlament und politische Parteien brauchen, einen Volksentscheid,
und so weiter und so fort. Über all dies und noch viel mehr
läßt sich trefflich streiten.
Heidentum
und Christentum als historische Entwicklungsstufen
Auch mit der Religion verhält es sich nicht viel anders.
Denn auch bei dieser Frage gibt es verschiedene Traditionsstränge.
Fest steht: Mit der Reichsgeschichte verbunden ist die Geschichte
der zunächst heidnischen germanischen Stämme ebenso
wie das abendländische Christentum. Zu dieser reichen Kultur
des „Reiches“ gehören demnach die „betenden
Hände“ Albrecht Dürers, die christlich inspiriert
sind, ebenso wie das germanische Nibelungenlied.
Welche Religion eines Tages wieder im Reich vorherrschen wird,
diese Frage halte ich für offen. Es kann ein reformiertes
Christentum oder auch ein zeitgemäßes germanisches
Heidentum sein, möglicherweise – und das halte ich
für wahrscheinlicher – wird weder das Christentum noch
das Heidentum die Staatsreligion sein, sondern beide werden sich
als Teile eines erneuerten Ganzen, einer neuen Reichstheologie
begreifen müssen, derzufolge der Staat der Deutschen über
der Kirche beziehungsweise über den Kirchen stehen wird.
Wir müssen heute vielmehr im Sinne von Georg Wilhelm Friedrich
Hegels „Philosophie der Geschichte“ sowohl das germanische
Heidentum als auch das Christentum als lediglich historisch-geistige
Entwicklungsstufen begreifen, die das deutsche Volk und die europäischen
Völker insgesamt hindurchzugehen haben, um diesen Religionstypen
in ihrer ursprünglichen Form allmählich zu entschlüpfen,
damit aus dem zuvor bestandenen, Heidentum und Christentum, eine
neue Synthese entstehen kann.
Nach dieser Einschätzung wird es hinter das Jahr 496 nach
Christi kein zurück geben, als der Franken-König Chlodwig
I. den katholischen christlichen Glauben annahm und somit den
Abfall der Germanen vom Heidentum einleitete. Dieser Katholizismus
überwand daraufhin das arianische Christentum, dem einige
Stämme, vor allem der Ost-Germanen anhingen.
Aber es wird auch hinter das Jahr 1517 kein Zurück geben,
als Martin Luther seine „95 Thesen über den Ablaß“
an das Tor der Wittenberger Schloßkirche schlug. Denn von
nun an gibt es zumindest zwei christliche Konfessionen in Deutschland
und dazu noch manche Anhänger des Heidentums, von denen alle
nicht behaupten können, die Mehrheit der Deutschen hinter
sich zu haben, von den vielen Konfessionslosen, die keiner Kirche
angehören, wie ich selbst, einmal abgesehen.
Auch was die Geographie anbelangt, ist noch nicht einmal klar,
wo das Reich unbedingt liegen soll? Sind es die Grenzen von 1937,
wie man es oft in „rechten Kreisen“ hört, oder
die Grenzen von 1914, einschließlich der deutschen Teile
der K. u. K.-Monarchie. Oder ist es das alte Frankenreich Karls
des Großen? Das wäre gebietsmäßig in etwa
deckungsgleich mit der ursprünglichen „Europäischen
Gemeinschaft“, der „EG“. Dieses neue „Franken-Reich“
würde umfassen die alte BRD, die Benelux-Staaten, Frankreich
und Italien.
Alles andere an deutschem Siedlungsgebiet wurde erst nach der
Zeit der Kreuzzüge systematisch durch den deutschen Orden
germanisiert, eigentlich christianisiert, da es darum ging, aus
Westslawen Christen zu machen, die damals bis Ost-Niedersachsen
und Ost-Franken siedelten. In Franken finden sich deshalb heute
noch Flurnamen wie die der Flüsse Regnitz, Rednitz und Pegnitz,
oder die Gemeinde Scheßlitz. Einen Teil dieses neudeutschen
Siedlungsgebietes, nämlich das was wir „Ostdeutschland“
zu bezeichnen pflegen, wurde uns völkerrechtswidrig durch
Vertreibung und Völkermord – vorläufig –
vor allem von den Polen abgenommen.
Kaiser-
und Königreich zugleich
Über die Frage nach dem Reichsgebiet, wo dies nun liegen
und begrenzt sein mag, stoßen wir automatisch zu der Frage,
soll das „Reich“ ein Nationalstaat oder ein supranationales
Gebilde sein? Und wenn übernational und überstaatlich,
wie groß könnte ein solches Reich sein: soll es Mitteleuropa
oder gar Gesamt-Europa umfassen oder wäre es gar ein Welt-Reich?
So konnte Karl V. mit Fug und Recht von sich behaupten: „In
meinem Reich geht die Sonne nicht unter.“
Würden wir den ideellen Schwerpunkt auf dem Überstaatlichen
legen, so müßten wir eher an die Tradition des „Heiligen
Römischen Reiches Deutscher Nation“ anknüpfen,
würden wir dem Nationalstaat den Vorzug geben, dann wäre
unser Vorbild wohl eher das Bismarck-Reich oder das Dritte Reich.
In jedem Falle aber würden wir Österreich zum „Deutschen
Reich“ hinzuzählen. Genau das aber mußte notgedrungen
bei der Reichsgründung von 1871 außen vor bleiben,
da wenige Jahre zuvor, 1867 in der Schlacht bei Königgrätz
die Frage nach der deutschen Vormacht zugunsten von Preußen
und zuungunsten von Österreich entschieden wurde. Der „Traum
von Großdeutschland“ wurde dann aber im Jahr 1938
verwirklicht, nämlich durch das Dritte Reich, an dessen Spitze
der gebürtige Österreicher Adolf Hitler stand, wobei
dieser „Traum“ jedoch nur sieben Jahre bis 1945 anhielt.
Danach zerfiel das „Reich“ in insgesamt drei „Reichszerteilungsstaaten“,
wovon einer bereits verblichen ist, die DDR, und zwei auf ihren
Abgang noch warten, die BRD und die Republik Österreich.
Wenn wir das alles zusammenfassen, dann ergibt sich eine schier
verwirrende Fülle an Einzelheiten, welche die Frage aufwerfen,
was denn nun das Wesen des „Reiches“ für uns
Deutsche heute ist? Ist dieses „Reich“ katholisch,
protestantisch oder heidnisch? Ist dieses Reich ein Nationalstaat
oder ein europäisches überstaatliches Ordnungsgebilde?
Ist das „Reich“ föderal, also bundesstaatlich
gegliedert oder ein Zentralstaat? Ist das „Reich“
eine Monarchie oder eine Republik?
Ich würde vorschlagen: Das „Reich“ ist alles
zusammen, was ich zuvor genannt habe. Es ist vor allem ein Nationalstaat
und ein überstaatlicher Großraum zugleich. So lehrt
uns das „Lexikon des Konservatismus“, daß der
„Reichs“-Begriff „gleichlautend sowohl für
das Regnum wie für das Imperium“ Gültigkeit besitzt.
So war ja der oberste weltliche Herrscher des „Heiligen
Römischen Reiches Deutscher Nation“ deutscher König
und römischer Kaiser zugleich; und daneben hatte er noch
andere Titel, wie die Hohenstaufen Herzöge von Schwaben waren
und so weiter und so fort.
Nationalstaat
und europäisches Ordnungsmodell
Der „deutsche König“ war im Prinzip der Vorläufer
des Staatsoberhauptes des deutschen Nationalstaates, als „römischer
Kaiser“ jedoch hatte er einen übernationalen und überstaatlichen
Herrschaftsanspruch, der dem Ideal nach die gesamte Christenheit,
also damals das gesamte europäische Abendland umfaßte,
da im Mittelalter „Christentum“ und „Europa“
deckungsgleiche Begriffe waren, während sich heute –
nach der Kolonialepoche – Christen in allen Erdteilen finden.
Mit dem Titel des „römischen Kaisers“ war die
Idee der „translatio imperii“ verbunden, derzufolge
es nur ein „Reich“ geben kann und dieses Reich von
den Römern an die alten Franken des fränkischen Gesamtreiches
und von diesen auf die Deutschen des Ost-Frankenreiches übertragen
worden sei. Die Deutschen haben dieses Reich inne seit der Kaiser-Krönung
Ottos des Großen im Jahre 962. Einen gesamtdeutschen König
haben wir bereits seit dem Jahr 911, als Konrad I. von den deutschen
Herzögen zum deutschen König gewählt wurde. Somit
reicht sowohl die spezifisch deutsche Reichstradition als auch
die Tradition des deutschen Nationalstaats jeweils bis ins 10.
Jahrhundert zurück.
Halten wir an dieser Stelle fest: Das „Reich“ –
gerade auch das der Zukunft – hat immer beides zu sein:
Nationalstaat der Deutschen und Großraumordnung für
Mitteleuropa und gar Gesamt-Europa zugleich. Was den Begriff des
„Großraums“ anbelangt, so sollten wir uns an
dem bekannten Völkerrechtler Carl Schmitt orientieren, der
in seiner 1939 erstmals erschienenen Schrift „Völkerrechtliche
Großraumordnung – mit Interventionsverbot für
raumfremde Mächte – ein Beitrag zum Reichsbegriff im
Völkerrecht“ die Dichotomie zwischen einer Welt souveräner
Staaten und Großräumen und einer universalistisch geprägten
Welt behandelte. Seine Schrift war eine Antwort auf den amerikanischen
Universalismus seiner Zeit, der sich einer Manipulation der Monroe-Doktrin
von 1823 bediente, die ursprünglich der Einflußnahme
europäischer Kolonialmächte auf dem nord- und mittelamerikanischen
Kontinent entgegengerichtet war, doch die schon bald – in
völliger Umkehrung ihres ursprünglichen Geistes –
auf die amerikanische Gegenküste, also auf Europa, Anwendung
fand. Spätestens seit 1917, dem Eintritt der USA in den Ersten
Weltkrieg, ist nun Europa zunehmend ein politisches und geostrategisches
Anhängsel Nordamerikas geworden. Dies wird heute insbesondere
in dem Begriff „Westliche Wertegemeinschaft“ deutlich,
die ja von den USA angeführt wird und von den maßgeblichen
europäischen Staaten, besser zu bezeichnen als US-Vasallen,
mitgetragen wird.
Großraumordnung
statt Universalismus
Die bereits von mir erwähnte Schrift Carl Schmitts „Völkerrechtliche
Großraumordnung – mit Interventionsverbot für
raumfremde Mächte – ein Beitrag zum Reichsbegriff im
Völkerrecht“ aus dem Jahre 1939 war die passende deutsche
und europäische Antwort auf den amerikanischen Universalismus
der damaligen Zeit. Carl Schmitt plädierte dafür, die
durch den Staatsbegriff geprägte Völkerrechtsordnung
durch den Begriff des Großraums zu erweitern, weil er zurecht
bemerkte, daß die Vorstellung einer Gleichgewichtung von
Staaten eine Illusion bleiben müsse.
Vor rund 60 Jahren hatten wir Deutsche die Chance, diesen völkerrechtlichen
europäischen Großraum zu schaffen. Zwei Jahre nach
der ersten Auflage von Schmitts Schrift hatten unsere Truppen
Frankreich, die Benelux-Staaten, Dänemark und Norwegen, den
Balkan und Griechenland besetzt und standen tief im nordafrikanischen
und russischen Raum. Leider hat jedoch die NS-Ideologie vor allem
die slawischen Völker nicht als Völkerrechtspersonen
anerkennen wollen, weshalb die totale Niederlage 1945 auch hierauf
zurückzuführen war.
Was hätte man aber damals tun sollen? Die deutsche Politik
hätte die befreiungsnationalistische Karte gegen die verlogene
„Menschenrechts“-Propaganda des Westens spielen sollen.
Man hätte die „Nationalsozialistische Weltrevolution“
bis nach Arabien, Afrika und Indien – zumindest propagandistisch
– tragen können, anstatt darüber nachzudenken,
wie sich die Deutschen mit ihren germanischen Brüdern auf
den britischen Inseln die Welt aufteilen könnten. Das war
die Politik von vorgestern, die des Alldeutschen Verbandes. Die
These Adolf Hitlers, der Nationalsozialismus sei kein Exportartikel,
ist ja bereits wenige Jahre nach 1945, nämlich 1954, widerlegt
worden: In Ägypten unter Gamal Abd el-Nasser.
Sturz
der amerikanischen Weltherrschaft
Aber das ist nun alles Vergangenheit. Einen neuen Anlauf, den
völkerrechtlichen Großraum Europas neu zu gestalten,
werden wir wohl erst wieder nach dem Absturz der globalen Amerikanisierung
wagen können. Die dann zu erschaffende neue Großraum-ordnung
wird sich an der strategischen Achse Paris-Berlin-Moskau auszurichten
haben.
Die Verwirklichung dieser Zukunftsvision bedingt aber den Sturz
der amerikanischen Weltherrschaft. Der Anfang vom Ende hat für
die USA mit dem 11. September 2001 begonnen. Die Terroranschläge
von New York und Washington waren der Auftakt zum großen
Raubzug der USA und ihrer Vasallen, den wir gerade in den etablierten
Medien miterleben können; jetzt, da gerade die Vorbereitungen
zum Angriffskrieg gegen den Irak getroffen werden. Der US-Kongreß
hat ja bereits konkrete Pläne darüber entworfen, welche
multinationalen Konzerne die Erdöl-Vorräte im Irak ausbeuten
dürfen. Und auch die westlichen Vasallen diskutieren gerade
darüber, wie hoch ihr Anteil an der Beute sein wird.
Sollte der Irak schon bald erledigt sein, dann werden weitere
konkrete Angriffsziele folgen: der Iran wird sicherlich an die
Reihe kommen und am Ende, wenn die sogenannte „Achse des
Bösen“ gefallen sein wird, dann wird China dran kommen,
das jetzt schon dem Westen als das „Reich des Bösen“
gilt. Das wird aber sicherlich für die amerikanischen Weltherrschaftspläne
eine Nummer zu groß sein. Aber rationales Handeln und Vernunft
dürfen wir der pax americana nicht unterstellen. Bereits
vor zehn Jahren sagte der amerikanische Ex-Außenminister
Henry Kissinger, die USA müßten China schon bald angreifen,
da es sonst zu stark werde. So oder so, der Sturz der amerikanischen
Weltherrschaft ist nur eine Frage der Zeit, und – das sagen
selbst amerikanische Politikwissenschaftler – der Zenit
der US-Weltherrschaft ist bereits überschritten. So werden
jetzt zunehmend die Vasallen zur Finanzierung und zu größeren
Militäreinsätzen herangezogen. Schon bald werden die
Kräfte in den vielen Protektoraten auf dem Balkan, im Nahen
Osten und in Afghanistan überdehnt sein, und dann wird es
deutliche Risse im Herrschaftsgebälk von Uncle Sam geben.
Wirklicher
Feind und absoluter Feind
Für uns Deutsche müßte es heute darum gehen, uns
rechtzeitig von dieser verbrecherischen Politik abzusetzen. Jedoch
bedarf es hierzu eines souveränen Staates, über den
wir zur Zeit nicht verfügen. Nach Carl Schmitt zu urteilen
bemißt sich die Souveränität eines Staates danach,
ob er in der Lage ist, über den Ausnahmezustand – innen-
wie außenpolitisch – zu entscheiden. In der Außenpolitik
bewahrheitet sich deshalb die Souveränität eines Staates
zugespitzt in der Frage, ob er überhaupt in der Lage ist,
selbstherrlich seinen Feind zu bestimmen und gegen ihn Krieg zu
führen.
Wer aber schon seiner geistigen Fähigkeiten beraubt ist,
dürfte auch nicht mehr in der Lage sein, seinen „wirklichen
Feind“ (Carl Schmitt) zu erkennen, geschweige denn, ihn
beim Namen zu nennen und anzugreifen. Dafür beteiligt er
sich dann als US-Vasall am „Kreuzzug“ gegen einen
„absoluten Feind“, heute – ganz pauschal –
gegen „Islamisten“ und den „Internationalen
Terrorismus“.
Die Absolutheit des Feindes läßt dabei kein rationales
Differenzierungsvermögen mehr zu. Der Deutsche oder Araber
wird nicht als solcher vom Westen akzeptiert, sondern nur in seiner
degenerierten Vasallenform. Entspricht er dieser nicht, dann gilt
er als „Rechtsextremist“, „Antisemit“,
„Islamist“ und „Terrorist“, den es zu
vernichten gilt.
Den „Rechtsextremisten“ gilt es im geistigen Bürgerkrieg
des liberalen Parteienstaates zumindest sozial zur Strecke zu
bringen, dem arabischen Nationalisten wird heute schon das physische
Existenzrecht – trotz Menschen-rechtsgeschwafel –
abge-sprochen. Die rhetorische Frage, die sich die Gegenwartsdeutschen
nicht stellen dürfen, die aber heute schon der Schmittianer
aufwirft, lautet: Sind die USA möglicherweise der „wirkliche
Feind“ der europäischen Nationen, der uns in einen
Dritten Weltkrieg gegen den „absoluten Feind“ der
Amerikaner hineinhetzen will?
Wir müssen uns auch die Frage stellen, ob nicht wir nationale
Deutsche und die sogenannten „Islamisten“ –
auch in unserem Land – nicht die gleichen Feinde haben.
So besuchten im Jahr 2001 der Parteivorsitzende der NPD, Udo Voigt,
und Horst Mahler eine Vortragsveranstaltung einer islamischen
Vereinigung an der Technischen Universität in Berlin. In
dieser Woche wurde nun diese Vereinigung „Partei der islamischen
Befreiung“ von Bundesinnenminister Otto Schily verboten
– auch unter dem Hinweis, daß diese Gruppierung Kontakte
zur NPD unterhalte, gegen die bekanntlicherweise auch ein Verbotsverfahren
vor dem Bundesverfassungsgericht läuft. Die Begründung
für beide Verbotsverfahren, gegen die Islamisten wie gegen
die Nationalisten, lauten zum Teil auf „Antisemitismus“
und Kritik des Staates Israel. Es ist schon merkwürdig, welche
programmatischen Übereinstimmungen es da im sogenannten „Kampf
der Kulturen“ übergreifend gibt – auch wenn wir
Nationalisten das Überfremdungsproblem in unserem Lande bei
solchen Kontakten in das Gespräch miteinbeziehen müssen.
Um was es uns Nationalisten geht, ist das Selbstbestimmungsrecht
der Völker. Doch leider hat die Masse der Bürger hierzulande
noch zu viel Angst, für dieses unser Ziel offen einzutreten.
Somit betätigt sich aber die BRD als Vasall für amerikanische
Weltherrschaftsziele. Dieses traurige Vasallenspiel erleben wir
in der deutschen Geschichte nicht zum ersten Mal. Erinnert sei
an das Lied von Ernst Moritz Arndt: „Der Gott, der Eisen
wachsen ließ ... .“ In der zweiten Strophe heißt
es: „So wollen wir, was Gott gewollt, mit rechten Treuen
halten und nimmer im Tyrannensold die Menschen-schädel spalten:
doch wer für Tand und Schande ficht, den hauen wir in Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht mit deutschen Männern erben.“
Im
US-Tyrannensold die Menschenschädel spalten
Auf die heutige Zeit übertragen bedeutet das, daß die
deutsche Bundeswehr in Afghanistan für Tand und Schande ficht
und bereit ist, im US-Tyrannensold die Menschenschädel zu
spalten.
Daß Vaterlandsliebe und Gehorsam zur Obrigkeit auseinanderstreben
können, hat bereits Heinrich von Kleist in seiner „Germania
– Katechismus der Deutschen“ dargelegt. In einem Zwiegespräch
fragt der Vater seinen Sohn, die beide im sächsischen Meißen
leben, welchem Vaterland denn nun der Gerhorsam gelte –
dem sächsischen Landesherrn, der als Rheinbundvasall Napoleon
unterstützt oder Kaiser Franz dem Zweiten von Österreich,
dem Kaiser aller Deutschen, der im Jahre 1809 das Reich im Kampf
gegen Napoleon wieder herstellen will.
Die gemeinsame Antwort von Vater und Sohn fällt eindeutig
aus: Der Feind ist der fremde Tyrann und seine inländischen
Vasallen, welche die Fremdherrschaft stützen. Auch wenn nach
den von Erzherzog Karl bei Aspern und Eßling gewonnenen
Schlachten der Befreiungsversuch durch die Niederlage bei Wagram
verloren ging, so erlosch damals nicht das Feuer der Freiheit,
das in starken deutschen Herzen loderte, so daß das Befreiungswerk
doch noch gelingen konnte: und zwar 1813 in der Völkerschlacht
bei Leipzig, als die Rheinbundtruppen ins Lager der Preußen
und Österreicher überwechselten und endgültig 1815
bei Walterloo.
Eine solche vaterländische Leistung war aber nur möglich,
weil das Freiheits- und Ehrgefühl in den Jahren der napoleonischen
Fremdherrschaft ungebrochen war und der unehrenhafte Vasall unter
aufrechten Deutschen zutiefst verachtet wurde.
Die Geschichte ist jedoch Vergangenheit und kann uns nur Lehren
für Gegenwart und Zukunft aufzeigen. Wir sollten heute, im
Jahre 2003, nicht nur weltpolitische Visionen entwerfen, sondern
zuallererst in unserem eigenen persönlichen Umfeld wirken.
Das wirft die Frage auf: Was ist zu tun? Was kann jeder einzelne
von uns gegen die amerikanische Weltherrschaft tun? Wir müssen
vor allem – um es mit dem Soziologen Henning Eichberg auszudrücken
– den Amerikaner in uns selbst bekämpfen.
Wir müssen vor allem den Nutznießer der Fremdherrschaft
im eigenen Land als solchen kenntlich machen. Mahatma Gandhi sagte
einmal:
„Kein Volk kann auf die Dauer unterjocht werden, wenn es
nicht irgendwann an seiner Unterjochung mitwirkt.“
Ich meine, in unserem Land wirken viel zu viele an der Fremdherrschaft
mit, wollen zur „westlichen Wertegemeinschaft“ unbedingt
dazugehören. Mit diesen Landsleuten sollten wir uns kritisch
auseinandersetzen – wir sollten sie als erbärmliche
Vasallen der US-Fremdherrschaft in Deutschland brandmarken.